Neil Hamilton (Schauspieler)
US-amerikanischer Schauspieler
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James Neil Hamilton (* 9. September 1899 in Lynn, Massachusetts; † 24. September 1984 in Escondido, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Schauspieler, dessen Laufbahn in Hollywood von den 1910er- bis in die 1970er-Jahre reichte.


Leben und Karriere
Seinen Einstieg ins Showgeschäft hatte Hamilton als Modell für Magazinwerbungen. Er stand unter anderem J. C. Leyendecker in dessen bekannt gewordenen Illustratoren für die Herrenmarke Arrow Modell.[1] Er bekam aber auch Interesse an der Schauspielerei und spielte zunächst in einigen Repertoiretheatern. Im Jahr 1918 hatte er seine erste Filmrolle. Der Durchbruch als Filmschauspieler gelang ihm 1923 mit dem Drama The White Rose unter der Regie von D. W. Griffith, in dem er neben Mae Marsh, Carol Dempster und Ivor Novello eine der vier Hauptrollen hatte.
Im folgenden Jahr spielte Hamilton die Hauptrolle in Griffiths Sozialdrama Ist das Leben nicht wunderbar?, das über die schwierigen Lebensbedingungen im Deutschland der 1920er-Jahre handelte und zum großen Teil auch in Deutschland und Österreich gedreht wurde. Es folgten weitere Auftritte, beispielsweise 1926 als Nick Carraway in der ersten – heute verschollenen – Verfilmung von Der große Gatsby oder 1928 in John Fords Drama Mother Machree über eine irische Immigrantenfamilie in Amerika. Er spielte einen der Brüder von Ronald Colman im Abenteuerdrama Blutsbrüderschaft (1926) und den Filmpartner von Clara Bow in der Komödie Übern Sonntag, lieber Schatz (1928). Ende der 1920er unterschrieb Hamilton einen Studiovertrag bei Paramount Pictures, wo er zu den beliebtesten Hauptdarstellern zählte.[2]
Der Wechsel zum Tonfilm Ende der 1920er-Jahre gelang dem Schauspieler problemlos. In der frühen Tonfilmzeit spielte als Liebhaber an der Seite von Stars wie Joan Crawford in Laughing Sinners oder Constance Bennett in What Price Hollywood?. In den ersten beiden Tarzan-Filmen mit Johnny Weissmüller verkörperte er dessen Gegenspieler Harry Holt, der am Ende des zweiten Filmes getötet wird. Hamiltons Erfolg ließ jedoch ab Mitte der 1930er-Jahre sukzessive nach, er erhielt nur noch wenige Hauptrollen und drehte zeitweise in England. In den 1940er-Jahren fand er sich hauptsächlich in kostengünstig produzierten B-Movies und Serials wieder. In Patrick Agans Buch Whatever Happened to... (1974) soll Hamilton für den Karriereknick einen einflussreichen Filmproduzenten verantwortlich gemacht haben, der ihn nach einem Streit zur persona non grata in Hollywood erklärt habe. Stattdessen begann Hamilton, viel Theater zu spielen. Am Broadway war er zwischen 1945 und 1964 in fünf Produktionen zu sehen.[3]
Der Aufstieg des Fernsehens ab den späten 1940er-Jahren brachte Hamilton neue Popularität, er übernahm – nunmehr als ergrauter Charakterdarsteller – zahlreiche Gastrollen in Serien wie 77 Sunset Strip oder Perry Mason. Zwischen 1948 und 1953 moderierte er außerdem die Talentshow Hollywood Screen Test. In den 1960er-Jahren verkörperte Hamilton die Rolle des Commissioner James Gordon in der populären Fernsehserie Batman an der Seite von Adam West, die Rolle machte den Hollywood-Veteran bei neuen Generationen bekannt. Zudem trat er in dieser Dekade in drei Jerry-Lewis-Komödien als Nebendarsteller auf. Seine letzte Rolle hatte Neil Hamilton im Jahre 1971 in einem Fernsehfilm, anschließend zog er sich ins Privatleben zurück. Insgesamt umfasst sein filmisches Schaffen mehr als 165 Film- und Fernsehproduktionen.
Von 1922 bis zu seinem Tod war er über 62 Jahre mit Elsa Cozetta Whitmer verheiratet, sie hatten ein Kind. Neil Hamilton starb im September 1984 im Alter von 85 Jahren an einer Asthma-Erkrankung.
Filmografie (Auswahl)
- 1918: The Beloved Impostor
- 1919: The Great Romance
- 1923: The White Rose
- 1924: Ist das Leben nicht wunderschön? (Isn’t Life Wonderful?)
- 1924: America
- 1926: Blutsbrüderschaft (Beau Geste)
- 1926: The Great Gatsby
- 1926: Der Schrecken der Steinwüste (Desert Gold)
- 1928: Übern Sonntag, lieber Schatz (Three Week Ends)
- 1928: Der Patriot (The Patriot)
- 1928: Mother Machree
- 1929: Why Be Good?
- 1929: Die Liebesfalle (The Love Trap)
- 1929: Der Kiebitz (The Kibitzer)
- 1929: Eine gefährliche Frau (A Dangerous Woman)
- 1929: Der geheimnisvolle Doktor Fu Man Chu (The Mysterious Dr. Fu Manchu)
- 1930: The Cat Creeps
- 1930: Start in die Dämmerung (The Dawn Patrol)
- 1930: Die Rückkehr des Doktor Fu Man Chu (The Return of Dr. Fu Manchu)
- 1931: Laughing Sinners
- 1931: This Modern Age
- 1931: Die Sünde der Madelon Claudet (The Sin of Madelon Claudet)
- 1932: Are You Listening?
- 1932: What Price Hollywood?
- 1932: Tarzan, der Affenmensch (Tarzan the Ape Man)
- 1932: The Animal Kingdom
- 1933: Terror Aboard
- 1934: Blind Date
- 1934: Tarzans Vergeltung (Tarzan and His Mate)
- 1936: Pariser Leben (La vie parisienne)
- 1937: Secret Lives
- 1937: Portia on Trial
- 1938: Hollywood Stadium Mystery
- 1938: Army Girl
- 1941: King of the Texas Rangers
- 1942: Fräulein Mama (The Lady Is Willing)
- 1944: When Strangers Marry
- 1945: Hilfe, ich bin Millionär (Brewster’s Millions)
- 1955: Murder in Villa Capri
- 1958–1964: Perry Mason (Fernsehserie, 7 Folgen)
- 1959–1962: 77 Sunset Strip (Fernsehserie, 5 Folgen)
- 1961, 1962: The Real McCoys (Fernsehserie, 2 Folgen)
- 1962–1965: Mr. Ed (Mister Ed, Fernsehserie, 3 Folgen)
- 1964: The Munsters (Fernsehserie, Folge 1x10)
- 1964: The Outer Limits (Fernsehserie, 2 Folgen)
- 1964: Leih mir deinen Mann (Good Neighbor Sam)
- 1964: Die Heulboje (The Patsy)
- 1965: Das Familienjuwel (The Family Jewels)
- 1966: Batman hält die Welt in Atem (Batman)
- 1966: Madame X
- 1966–1968: Batman (Fernsehserie, 120 Folgen)
- 1970: Wo, bitte, geht’s zur Front? (Which Way to the Front)
- 1971: Vanished (Miniserie)
Weblinks
- Neil Hamilton bei IMDb
- Neil Hamilton In: Virtual History (englisch)