Neiman-Tillar Associates

in Los Angeles ansässiges Tonstudio From Wikipedia, the free encyclopedia

Neiman-Tillar Associates war ein in Los Angeles ansässiges Tonstudio, das auf die Tongestaltung in der Postproduktion von Film- und Fernsehproduktionen spezialisiert war. Für die Entwicklung des digitalen Tonbearbeitung-Systems ACCESS wurde das Unternehmen 1980 mit einem Oscar für Wissenschaft und Entwicklung ausgezeichnet.

Schnelle Fakten
Neiman-Tillar Associates
Rechtsform
Gründung 1971
Sitz Los Angeles, Kalifornien
Leitung Lawrence E. Neiman (President),
Jack K. Tillar
Mitarbeiterzahl 23 (1982)
Branche Tonstudio für Film-Postproduktion
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Geschichte

Neiman-Tillar Associates wurde 1971 vom Film- und Toneditor Lawrence „Larry“ E. Neiman und dem Komponisten und Soundeditor Jack K. Tillar in der Nähe des Farmers Market in Los Angeles gegründet.[1]

Ab Mitte der 1970er Jahre entwickelten Neiman und Tillar gemeinsam mit dem Konstrukteur William „Bill“ R. Deitrick von Mini-Micro Systems, Inc. und dem Programmierer Jim McCann mit dem Automated Computer Controlled Editing System (ACCESS) ein vielseitiges Bearbeitungs- und Synchronisationswerkzeug für Musik, Dialoge und Spezialeffekte.[1][2] Der Bau des mit zwei Intel-8080-8-Bit-Mikroprozessoren[3] sowie einer Projektionswand, einem Bildschirm und einer Konsole ausgestatteten Systems dauerte allein zwei Jahre und kostete 1,5 Mio. US-Dollar.[1] Installiert wurde das System im Studio von Neiman-Tillar im Januar 1977.[4] Weitere fünf Jahre benötigte das Team, um die Software für Soundeffekt-, Musik- und Dialogbearbeitung weiterzuentwickeln.[1] Alle Prozesse des ACCESS-Systems wurden digital ausgeführt, was die Bearbeitungsgeschwindigkeit für bestimmte Editing-Aufgaben von 15–20 Minuten auf wenige Sekunden reduzierte.[3] Die Sound-Bibliothek umfasste über 250 Stunden an Soundeffekten.[5]

1979 funktionierte das System bereits so gut, dass Neiman-Tillar Associates und Mini-Micro Systems, Inc. bei der Oscarverleihung 1980 gemeinsam mit einem Oscar für Wissenschaft und Entwicklung (Scientific or Engineering Award) „für die kreative Entwicklung (Neiman-Tillar Associates) und für die Konstruktion und technische Umsetzung (Mini-Micro Systems, Inc.) eines automatisierten computergesteuerten Tonbearbeitungssystems (ACCESS) für die Filmnachbearbeitung“ („To NEIMAN-TILLAR ASSOCIATES for the creative development and to MINI-MICRO SYSTEMS, INCORPORATED, for the design and engineering of an Automated Computer-Controlled Editing Sound System (ACCESS) for motion picture post-production.“) ausgezeichnet wurden.[6]

1981 wurde ein zweites ACCESS-System bei Reeves Sound Shop in New York City installiert.[1][7] Weitere Systeme wurden nicht gebaut und das kurz darauf von Glen Glenn Sound entwickelte Tonbearbeitungs-System PAP (Post Audio Processing) setzte sich am Markt durch.[8] Bereits 1983 war Neiman-Tillar Associates kein eigenständiges Unternehmen mehr und gehörte zum Unternehmen TAV Sound.[7]

Zu den Mitarbeitern von Neiman-Tillar Associates gehörten unter anderem die Tontechniker Roy Prendergast, Bob Beemer, Pamela Bentkowski, Mark Linden und Robert B. Fisher.

Einzelnachweise

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