Nelia Eremenko

finnlandschwedische Turntrainerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Nelia Eremenko (geb. 1964 als Неля Ивановна Бурдзиева/Nelja Iwanowna Burdsijewa in Wladikawkas, Nordossetische Autonome Sozialistische Sowjetrepublik, UdSSR[1]) ist eine in der Sowjetunion geborene finnlandschwedische Turntrainerin und in Finnland als Mitglied einer Familie von prominenten Sportlern bekannt.[2][3]

Leben

Nelia Eremenko ist in der Stadt Wladikawkas in Nordossetien geboren und aufgewachsen. Ihre Mutter war Krankenschwester, der Vater Elektriker. In der Familie wurde Ossetisch gesprochen, Eremenkos Muttersprache.[1]

Im Alter von 11 Jahren begann sie eine Ausbildung an der 800 km von ihrer Heimatstadt entfernten Sportschule in Rostow am Don.[1] Ähnlich wie eine Kinder- und Jugendsportschule in der DDR handelte sich um eine Internatsschule für 11- bis 17-jährige vielversprechende Talente aus der gesamten Sowjetunion, die für eine Karriere in der Nationalmannschaft vorbereitet wurden. Aus solchen Schulen ging ein Großteil der Teilnehmer an den Olympischen Spielen und anderen internationalen Wettkämpfen, wie z. B. Welt- und Europameisterschaften, hervor.

Mit zwölf Jahren lernte Eremenko an dieser Schule auch ihren späteren Mann, den erfolgreichen Profifußballer und Fußballtrainer Alexei Eremenko sr. kennen.[4] Mit 18 Jahren heiratete sie 1990 ihren gleichaltrigen Schulfreund, und mit 26 übersiedelten beide, zusammen mit ihrem siebenjährigen Sohn Alexei und dem dreijährigen Roman, nach Jakobstad (finnisch Pietarsaari) in Finnland. Dort wurde 1999 ihr dritter Sohn Sergei geboren.

Jakobstad ist eine überwiegend schwedischsprachige Stadt in Ostbottnien. Die Einwandererfamilie Eremenko assimilierte sich deshalb in schwedischer Sprache, wobei zu Hause sowohl Russisch als auch Schwedisch gesprochen wurde.[4] Nach eigenen Aussagen hatte es Eremenko von allen Familienmitgliedern am schwersten die Landessprache Schwedisch zu lernen.[4] Die zweite Landessprache Finnisch lernte sie kaum, und wegen ihrer begrenzten Finnischkenntnisse verwendete Eremenko auch später als Trainerin im eigentlich finnischsprachigen Turnverein Suomen Taitovoimisteluklubi (STVK) in Helsinki überwiegend Schwedisch.[4][1]

Sportliche Karriere

Anders als ihr Mann, der bei der U-18-Fußball-Europameisterschaft 1982 mit der sowjetischen Mannschaft die Bronzemedaille gewann und später als einer der besten finnischen Fußballspieler bekannt wurde, hatte Eremenko ihre Karriere als aktive Sportlerin aufgrund einer Genickverletzung während der achten Klasse bereits früh beenden müssen.[1][4] Aber bereits kurz nach der Umzug nach Jakobstad wurde sie als Turntrainerin sowohl von IF Drott als auch IK Falken angeworben. Beim ersteren war sie vor allem für die Betreuung der Wettkampf-aktiven Kinder- und Jugendlichen verantwortlich.[4]

Sie war eine Zeitlang Assistenztrainerin der griechischen Damen-Nationalmannschaft und später hauptamtliche Trainerin bei STVK in Helsinki,[1] wo Amateursportler aller Altersklassen aber auch Sportler für internationale Wettkämpfe trainieren. Eremenko betreute in dieser Zeit die Mitglieder der finnischen Jugendnationalmannschaft und nahm an Europameisterschaften und Weltmeisterschaften teil.[1][5]

2019 beendete sie ihre Karriere als Trainerin im Wettkampfsport.[6]

Fußballerfamilie Eremenko

Als Mitglied der Fußballerfamilie Eremenko, zu der die Profis oder ehemaligen Profis Alexei Eremenko sr., Alexei Eremenko, Roman Eremenko und Sergei Eremenko gehören,[4] fand sie in den überregionalen finnischen Medien Beachtung, darunter mehrmals in der Sendung Sportmagasinet beim staatlichen Yleisradio.[7]

Das Buch „Eremenko. Erzählung über eine Fußballerfamilie“ des Schriftstellers Mårten Westö porträtiert sie nicht nur als Spielerfrau und Mutter, sondern betont Eremenkos eigene erfolgreiche Karriere als Trainerin.[8]

Literatur

  • Mårten Westö: Eremenko. Berättelsen om en fotbollsfamilj. Schildts & Söderströms, Helsingfors 2016, ISBN 978-951-52-3966-2 (schwedisch).
  • Mårten Westö: Eremenko. Jalkapalloperheen tarina. Schildts & Söderströms, Helsinki 2016, ISBN 978-951-52-4248-8 (finnisch).

Einzelnachweise

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