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Nemesio Orsatti

italienischer Maler, Graphiker und Bildhauer From Wikipedia, the free encyclopedia

Nemesio Orsatti (* 28. August 1912 in Ferrara; † 26. Januar 1988 ebenda) war ein italienischer Maler, Grafiker und Bildhauer. Er gilt als wichtige Persönlichkeit der italienischen Radierkunst des 20. Jahrhunderts und war Schüler von Giorgio Morandi.

Leben

Die Anfänge

Er wurde als Sohn des Handwerkers Cavaliere Ugo Orsatti in Pontelagoscuro, einem Industrieortsteil und Flusshafen von Ferrara, geboren. Sein Vater führte ihn in sein Unternehmen ein, wo er seine ersten Erfahrungen in der Malerei sammelte. 1931 schrieb er sich an der renommierten Kunstschule Dosso Dossi in Ferrara ein. Dort wurde er von Angelo Longanesi-Cattani unterrichtet, einem ehemaligen Schüler von Gaetano Previati und Giuseppe Mentessi, der ihn auch in die Bildhauerei einführte. Nach einer Krankheit in Arco im Jahr 1934 eröffnete er seine erste Ausstellung in Pontelagoscuro, die viel Lob erhielt.

Im Jahr 1935 nahm er seine Tätigkeit im Dosso Dossi wieder auf und begann, seine Bilder auszustellen. Er wurde auf der Mostra Pre Littorale dell’Arte ausgezeichnet und widmete sich der Pastell- und Aquarellmalerei. Dabei eignete er sich auch eine besondere Technik in der Freskomalerei an.

1937 legte er die Aufnahmeprüfung an der Accademia di Belle Arti di Bologna ab, bestand sie und wurde zum Malkurs von Virgilio Guidi zugelassen. 1939 fertigte er unter der Anleitung von Giorgio Morandi seinen ersten Stich an.

Im Jahr 1940 brach er sein Malereistudium ab und schrieb sich für den Dekorationskurs von Giovanni Romagnoli ein. Mit dem Fresko La Madonna del grano nahm er an den Pre Littoriali in Bologna teil und gewann den dritten Preis. Im selben Jahr nahm er an der XXII. Biennale von Venedig teil. 1941 legte er in Modena sein Abitur ab und schloss sein Studium an der Akademie ab. Im Jahr 1942 erhielt er einen Auftrag in Ferrara am Dosso Dossi. Aufgrund einer Erkrankung musste er jedoch von Februar 1942 bis zum 7. September 1943 nach Arco zurückkehren. In dieser Zeit nahm er in Ferrara an der IX Mostra interprovinciale sindacale dell’Emilia-Romagna sowie an der Prima Nazionale del GUF teil. 1944 musste er aufgrund des Krieges zunächst nach Tresigallo und dann nach Fiesso Umbertiano evakuiert werden, bevor er 1945 nach Ferrara zurückkehrte.

Nachkriegszeit und sein Erfolg

Im Jahr 1946 erhielt er die Anstellung als Lehrer von Malerei und Zeichnen an der Kunstakademie „Dosso Dossi“. Er veranstaltete eine Einzelausstellung mit Gemälden und Radierungen im Castello Estense in Ferrara und nahm auf Einladung von Renzo Buscaroli an der I Convegno Regionale dell'Alta Italia del Movimento Neoromantico teil. Zu den Teilnehmern zählte auch Luigi Servolini, ein Verfechter der Wiederbelebung der italienischen Gravur auf internationaler Ebene, mit dem er eine langjährige Beziehung unterhielt. Im Jahr 1948 nahm er an der V Quadriennale Nazionale d’Arte in Rom und an der Mostra Nazionale d’Arte Contemporanea in Mailand teil. 1951 nahm er an der VI Esposizione Quadriennale Nazionale d’Arte in Rom teil.

1953 gestaltet er zusammen mit seinen Freunden Ervardo Fioravanti und Renato Sitti die erste Mostra d' Arte dei Pittori Realisti Ferraresi. Im selben Jahr wurde er von Florestano Vancini in dessen Dokumentarfilm Al Filò verewigt, der aus den Aktivitäten des gleichnamigen Künstlerkreises aus Ferrara hervorgegangen ist.[1][2]

1957 wurde er bei der Kunstausstellung in Suzzara gemeinsam mit dem Turiner Maler Pietro Martina ausgezeichnet. 1961 nahm er an der vierten Biennale dell’Incisione Italiana Contemporanea a Venezia teil.

1965 nahm er an der IX Quadriennale nazionale d’arte di Roma teil. 1966 nahm er zusammen mit Ervardo Fioravanti, Gigi Maini, Marcello Tassini und Giuseppe Virgili an der Ausstellung Cinque Astisti Ferraresi im Palazzo dei Diamanti in Ferrara teil. 1971 stellte er seine Radierungen in einer Einzelausstellung in der Galleria dell’incisione Venezia Viva und in Padua in der Stevens Galler aus, während er 1972 in Paris an einer Gemeinschaftsausstellung von Radierungen in der Bibliothèque Nationale teilnahm.

1973 stellte er Ölgemälde, Fresken und Temperabilder in der Galleria Bolzani in Mailand und 1977 im Palazzo Doria in Genua aus. Im selben Jahr nahm er an der VII. Ausstellung für Malerei, Grafik und Skulptur La Cornice d’oro teil und gewann den zweiten Preis für Porträtmalerei. In allen Teilen Italiens wuchs die Zustimmung und Wertschätzungen. Ein Beispiel dafür ist die Ausstellung Le Langhe trapiantate in laguna, an der einige der vertretenen Künstler bereits auf der Biennale von Venedig und der Quadriennale von Rom teilgenommen haben. Umso beeindruckender ist es, sich die Langhe von Giuseppe Cerrina, Eso Peluzzi und Domenico Durante in der Lagune vorzustellen. Ähnliches geschah später, jedoch mit einem weniger einheimischen Ansatz und weniger Verbindung zur geheimnisvollen Stimmung dieser Gegend, als Orsatti mit Giovanni Korompay, Francesco Tabusso, Pompilio Mandelli und Sandro Cherchi zusammenarbeitete. Im Jahr 1970 malte er „Die Langhe“.

Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich 1982 und am 26. Januar 1988 starb er in seiner Heimatstadt, ohne dass er am 25. Februar 1989 die ihm gewidmete prestigeträchtige Ausstellung im Palazzo dei Diamanti in Ferrara sehen konnte.

Auszeichnungen

In Pontelagoscuro wurden ein Ausstellungssaal und eine Straße nach Orsatti benannt.

Museen, in denen seine Werke ausgestellt sinde

Literatur

  • Andrea Buzzoni: Nemesio Orsatti. Corbo Editore, Ferrara 1989 (italienisch).
  • Nemesio Orsatti, Attorno al Po. Liberty house, Ferrara 1992 (italienisch).

Einzelnachweise

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