Nepela (2025)
Biografiefilm über Ondrej Nepela von Gregor Valentovič (2025)
From Wikipedia, the free encyclopedia
Nepela ist ein slowakisch-tschechischer biografischer Spielfilm von Gregor Valentovič aus dem Jahr 2025. Er handelt von dem tschechoslowakischen Eiskunstläufer Ondrej Nepela und seinem letzten Wettbewerb bei den Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften 1973. Die Hauptrolle spielt Josef Trojan.
| Film | |
| Titel | Nepela |
|---|---|
| Produktionsland | Slowakei, Tschechien |
| Originalsprache | Slowakisch, Tschechisch |
| Erscheinungsjahr | 2025 |
| Länge | 114 Minuten |
| Stab | |
| Regie | Gregor Valentovič |
| Drehbuch | Gregor Valentovič |
| Produktion | Rudolf Biermann, Tomáš Janísek, Marek Jeníček, Albert Malinovský, Katarína Tomková |
| Musik | Maria Komasa-Łazarkiewicz, Antoni Komasa-Łazarkiewicz |
| Kamera | Adam Suzin |
| Schnitt | Roman Kelemen |
| Besetzung | |
| |
Inhalt
Der Film beginnt mit Ondrej Nepelas Rückkehr als Olympiasieger der Winterspiele 1972 in Sapporo. Nepela möchte seine Karriere als Leistungssportler beenden und von nun an als Schauläufer auftreten. Er hat bereits einen Vertrag mit der Eisshow Holiday on Ice in Deutschland ausgehandelt, benötigt dafür aber von der tschechoslowakischen Regierung eine Ausnahmegenehmigung zur Ausreise. Nepelas Freundin Hanka – Hana Mašková, Eiskunstlauf-Europameisterin von 1968 – ist bereits mit Holiday on Ice auf Tournee und bringt ihm ein elegantes, mit Strass besetztes Hemd mit, das für ihn seinen Traum vom internationalen Tourleben und künstlerischer Freiheit symbolisiert. Der Alltag in der Tschechoslowakei fühlt sich für Nepela beengt an, auch weil er sich zu Männern hingezogen fühlt, was er mit Ausnahme von Hanka seinem Umfeld verheimlichen muss. Der Umgang des staatlichen Sportapparats mit dem Sportler ist von Kontrolle und Misstrauen geprägt.
Funktionäre seines Sportverbands laden Nepela vor und setzen ihn unter Druck, noch eine weitere Saison im Wettbewerb anzutreten. Sie teilen ihm mit, dass seine Ausreisegenehmigung an den Gewinn der Goldmedaille bei der Weltmeisterschaft geknüpft ist, die im folgenden Jahr in Bratislava stattfinden soll. Widerstrebend beginnt Nepela, wieder für den Wettbewerb zu trainieren, aber es fehlt ihm an Motivation. Schwer trifft ihn der plötzliche Tod seiner Freundin Hanka, die bei einem Autounfall in Frankreich verunglückt.
Seine Freude am Eiskunstlauf gewinnt Nepela erst zurück, als er zu Musik läuft, die ihm persönlich viel bedeutet, wie das Lied Sweet Caroline, das ihn an Hanka erinnert. Bei der Vorbereitung auf den Wettbewerb sieht er sich aber weiterhin eingeengt. Popsongs sind zu dieser Zeit in Eiskunstlauf-Wettbewerben noch nicht erlaubt. Es widerstrebt Nepela, zu den immer gleichen Stücken klassischer Musik zu laufen, wenig Gestaltungsfreiheit bei seinen Programmen zu haben und ein traditionelles Bild von Männlichkeit verkörpern zu müssen. Der braune Anzug, den er zugeteilt bekommt, ist das Gegenteil von seinem glitzernden Wunschkostüm.
Einer seiner Konkurrenten im internationalen Wettbewerb ist der kanadische Eisläufer Toller Cranston, den Nepela für seinen ausdrucksstarken Stil bewundert. Während der Weltmeisterschaft verbringen sie einen gemeinsamen Abend. Cranston rät Nepela, sich wie er von Konventionen zu lösen und seine Persönlichkeit stärker zu zeigen. Nepela ist daraufhin entschlossen, im Wettbewerb sein glitzerndes Kostüm zu tragen. Als er aber sieht, wie Toller Cranston für seine innovative und moderne Darbietung von der Jury niedrige Noten erhält, entscheidet Nepela, dass er seine Goldmedaille und damit seine Zukunftsträume nicht gefährden möchte. Er läuft in seinem konservativen Kostüm seine klassische Kür und gewinnt die Meisterschaft.
Der Abspann informiert darüber, dass Ondrej Nepala im Anschluss eine erfolgreiche Karriere als Schauläufer hatte und 13 Jahre lang zur festen Besetzung von Holiday on Ice gehörte.
Hintergrund
Nepela ist Gregor Valentovičs erster Langspielfilm. 2020, während der frühen COVID-19-Pandemie, begann er, an dem Drehbuch zu arbeiten.[1] Die Produktionsfirma Punkchart Films erwarb die Rechte an dem Buch Najlepší!, einer Ondrej-Nepela-Biografie von Eva Bacigalová.[2] Valentovič recherchierte mehrere Jahre lang und führte Gespräche mit zahlreichen Menschen aus Nepelas Umfeld und seiner Familie.[2]
Seit seiner Kindheit ist der Regisseur Eiskunstlauffan und verfolgt den nationalen und internationalen Wettbewerb.[1][2] Ondrej Nepela hatte ihn seit Langem fasziniert: Zwar sei er der erfolgreichste slowakische Sportler des 20. Jahrhunderts, allerdings wisse die breite Öffentlichkeit fast nichts über ihn. Das zentrale Thema des Films ist für Valentovič die Sehnsucht nach Freiheit.[1] Gerade im Lichte seiner eigenen Queerness interessierte Valentovič auch die Mehrdeutigkeit rund um Nepelas Privatleben. Einerseits sei Nepelas Traum von einem Leben als Schauläufer im Westen von dem Wunsch getragen gewesen, Beziehungen zu Männern offener leben zu können. Andererseits sei bezeugt, dass er immer von einer großen Zahl junger Frauen umgeben war. Valentovič entschied sich, im Film diese Zweideutigkeit zu würdigen.[2][3] Angesichts des homophoben Klimas in der Slowakei war Valentovič nicht überrascht über öffentlichen Widerstand gegen den Film.[3]
Erst während der Dreharbeiten erfuhr Valentovič, dass ein zweiter Film über Ondrej Nepela zur selben Zeit in Vorbereitung war. Unter der Regie von Jakub Červenka entsteht in Tschechien ein zweiter Film mit Adam Kubala als Ondrej Nepela und Jana Nagyová als seine Trainerin. Die beiden Filmteams erfuhren erst voneinander, als die Arbeiten schon fortgeschritten waren, und keines wollte sein Projekt deswegen aufgeben. Valentovič sagte, in der kleinen Welt der tschechisch-slowakischen Filme gebe es keinen Platz für Missgunst. Auch der andere Film sei von einem guten Team gemacht, und die beiden Filme würden mit Sicherheit unterschiedlich werden.[1][2][3]
Dreharbeiten und Produktion

Nepela wurde von Punkchart Films und InFilm Praha produziert, koproduziert von CinemArt. Der Film erhielt Förderung durch den Slovak Audiovisual Fund und das Filmförderprogramm der Europäischen Union Creative Europe MEDIA. Der Filmverleih in der Slowakei ist CinemArt.[4]
Hauptdarsteller Josef Trojan, der als Muttersprache Tschechisch spricht, musste für seine Rolle Slowakisch lernen. Er nahm außerdem als Vorbereitung auf den Film sechs Monate lang Unterricht im Eislaufen. Für die schwierigeren Eiskunstlaufelemente war der amtierende slowakische Meister im Eiskunstlauf Adam Hagara sein Double. Hierzu musste Hagara seine Sprungtechnik und seinen Laufstil dem Standard der damaligen Zeit anpassen und Pflichtfiguren erlernen, die heute im Eiskunstlauftraining kaum mehr gelehrt werden.[3][5][6]
Veröffentlichung
Weblinks
- Nepela bei IMDb
- Nepela in der Česko-Slovenská filmová databáze (tschechisch)