Nestlé India
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Nestlé India Limited ist die indische Tochtergesellschaft des Schweizer Nahrungsmittelkonzerns Nestlé S.A. und gehört zu den größten Unternehmen im indischen Lebensmittel- und Getränke-Sektor. Das 1959 in Neu-Delhi gegründete Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Gurugram (Haryana) und produziert sowie vertreibt Lebensmittel, Getränke, Süßwaren und andere Konsumgüter. Nestlé India ist über Vertriebsniederlassungen in den Großstädten Delhi, Mumbai, Chennai und Kolkata sowie über ein Netzwerk von Millionen Verkaufspunkten landesweit präsent.
| Nestlé India | |
|---|---|
| Rechtsform | Aktiengesellschaft |
| ISIN | INE239A01024 |
| Gründung | 28. März 1959 |
| Sitz | Gurugram, |
| Mitarbeiterzahl | 16.250 (2024) |
| Umsatz | 200,1 Mrd. Indische Rupien (1,9 Mrd. Euro) (2024) |
| Website | www.nestle.in |
Geschichte
Nestlé ist seit über einem Jahrhundert in Indien aktiv. Bereits 1912 begannen lokale Verkaufsagenten der „Nestlé Anglo-Swiss Condensed Milk Company“ mit dem Import von Kondensmilchprodukten nach Indien. Nach der Unabhängigkeit Indiens gründete Nestlé India Ltd. im März 1959 ein eigenständiges Unternehmen in Neu-Delhi. Der Aufbau des ersten Produktionswerks in Moga (Punjab) zur Unterstützung der lokalen Milchwirtschaft erfolgte 1961.[1] Sechs Jahre später folgte die Inbetriebnahme einer weiteren Fabrik in Choladi (Tamil Nadu), um dortige Rohstoffquellen (z. B. Tee) zu verarbeiten.[2] Aufgrund der gegenüber dem Ausland abgeschotteten und hochregulierten indischen Wirtschaft während des Kalten Krieges agierte Nestlés Indien-Tochter weitgehend unabhängig von der Muttergesellschaft als indisches Unternehmen. Der Börsengang von Nestlé India an der Bombay Stock Exchange erfolgte 1969.[3]
Im April 2015 erlitt Nestlé India einen herben Rückschlag: Die Food Safety and Standards Authority of India (FSSAI) ordnete den Rückruf der Maggi-Nudeln an, nachdem Tests erhöhte Bleiwerte und nicht deklarierte Zusatzstoffe festgestellt hatten. Der Verkauf der Maggi-Produkte wurde bis Ende 2015 gestoppt.[4] Im Juli 2015 wechselte Nestlé India zudem die Konzernspitze: Suresh Narayanan wurde als neuer Managing Director ernannt – der erste Inder in dieser Position seit über 16 Jahren.[5] Nestlé bestand schließlich die vom Bombay High Court angeordneten Labortests, und Maggi-Nudeln durften wieder hergestellt und verkauft werden.[6]
Im Oktober 2021 nahm Nestlé India ein neu errichtetes Werk in Sanand (Gujarat) in Betrieb, die neunte Fabrik des Unternehmens in Indien.[2] 2025 unterzeichnete das Unternehmen zudem eine Absichtserklärung (MoU) für eine umfangreiche Expansion mit einem neuen Lebensmittel-Standort in Odisha und Ausweitung von Produktionskapazitäten im Land.[7]
Tätigkeit
Nestlé India verfügt aktuell über neun Fertigungsstätten in sieben Bundesstaaten (u. a. Punjab, Goa, Karnataka, Uttarakhand, Gujarat). Ergänzend besitzt das Unternehmen Vertriebsniederlassungen in Delhi, Mumbai, Chennai und Kolkata. Das operative Geschäft umfasst die Herstellung und Vermarktung von Lebensmitteln, Getränken und Süßwaren für den indischen Markt sowie Exportgeschäfte. Nestlé India exportiert ein breites Produktsortiment (Lebensmittel, Kaffee, Instant-Tee, Schokolade, Ernährungsprodukte usw.) in über 25 Länder.[2][8] Für Forschung und Entwicklung betreibt Nestlé India seit 2012 ein eigenes R&D-Zentrum in Manesar (Gurugram), das als globales Innovationszentrum für Nudel- und Gewürzprodukte dient. Die Anlage ist mit Pilotanlagen, Testküchen und umfangreichen Labors ausgestattet.[9]
Nestlé India vertreibt zahlreiche Markenprodukte. Zu den wichtigsten zählen vor allem Maggi (Instantnudeln, Suppen, Gewürzmischungen) und Nescafé (Instant-Kaffee), die in ihren Kategorien Marktführer sind. Ebenfalls wichtige Marken sind die Schokoladen- und Süßwarenlinien wie Milkybar, KitKat, Polo und Munch. Daneben werden Milchprodukte und verschiedene Snacks und Getränke vertrieben.
Eigentümerschaft
Die Nestlé S.A. (Schweiz) hält gemeinsam mit ihrer Tochtergesellschaft Maggi Enterprises Ltd. über 62,8 % der Aktien von Nestlé India (Stand 2025).[10]
