Neu-Laubusch
Ortsteil des später ebenfalls abgebrochenen Ortes Laubusch im heutigen Landkreis Bautzen in Sachsen
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Neu-Laubusch (sorbisch Nowy Lubuš) war ein Ortsteil des später ebenfalls abgebrochenen Ortes Laubusch im heutigen Landkreis Bautzen in Sachsen. Der Ort wurde im Jahr 1924 für den Tagebau Erika (später: Tagebau Laubusch) vollständig abgebrochen. Neu-Laubusch war der erste Ort im Lausitzer Braunkohlerevier, der dem Braunkohlenabbau vollständig weichen musste. Die amtlich registrierte Zahl der Umsiedler betrug 125 Personen.

Geschichte
Neu-Laubusch entstand um das Jahr 1830 durch Ausbauten des später ebenfalls abgebrochenen Dorfes Laubusch und durch die Freigabe der Wüstung Raabenholz zur Besiedlung. 28 Familien sorbischer Abstammung ließen sich am neuen Standort nieder. Die Kinder des Ortes besuchten weiterhin die Schule in Laubusch, die Gläubigen die Sonntagsgottesdienste in Hoyerswerda oder Geierswalde.[1]
Nach der im Jahr 1884 von Arnošt Muka durchgeführten Untersuchung waren die meisten der Einwohner von Neu-Laubusch Sorben.[2]
In der damaligen landeskundlichen Forschung fand Neu-Laubusch kaum Beachtung, u. a. aufgrund seiner Zugehörigkeit zu Laubusch, das 16 Jahre später ebenfalls devastiert wurde. In der Festschrift zum 50-jährigen Bestehender der Ilse Bergbau-AG 1938 heißt es lediglich: „Das Dorf Neulaubusch kam, weil es auf wertvoller Kohle stand, 1924 zum Abbruch.“[3]
Umsiedlung
Infolge der Umsiedlung um 1924 zogen die Bewohner von Neu-Laubusch in die benachbarte Werkskolonie Erika, die von der Ilse-Bergbau AG im Ersten Weltkrieg gegründet worden war, und in die übrigen Arbeitersiedlungen im Umfeld des alten Dorfes. Für die Mehrzahl der Bewohner war der Braunkohlenbergbau inzwischen zur Haupterwerbsquelle geworden. Zum Bau ihrer Häuser konnten die Umsiedler von der Ilse-Bergbau AG Steine und Baumaterialien zurückkaufen.[1]
Heutige Lage und Gedenken
Heute befinden sich auf dem ehemaligen Siedlungsgebiet renaturierte Flächen und das Randgebiet des Modellflugplatzes Hoyerswerda. Teile des Geländes sind als geotechnischer Sperrbereich ausgewiesen.[4]
Zum 80. Jahrestag der Abbaggerung veranstalteten Domowina und Heimatverein Laubusch e. V. gemeinsam einen Gedenktag mit einer Ausstellung. Ein eigener Gedenkort für Neu-Laubusch existiert nicht.
Siehe auch
Literatur
- Frank Förster, Verschwundene Dörfer im Lausitzer Braunkohlenrevier, Bautzen 2014, S. 197–202.
- Archiv verschwundener Orte, Dokumentation bergbaubedingter Umsiedlung, Horno 2010, S. 254–255.
- Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH [Hrsg.], Erika/Laubusch. Lausitzer Braunkohlenrevier. Wandlungen und Perspektiven 11, Senftenberg 2015, S. 12–13.
Weblinks
- Neu Laubusch/Nowy Lubuš auf der Website des Archivs verschwundener Orte
- Neu-Laubusch auf KuLaDig. Kultur.Landschaft.Digital
- Tagebau Laubusch (Erika) auf KuLaDig.Kultur.Landschaft.Digital