New-Georgia-Sund
Meeresstraße
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Der New-Georgia-Sund ist eine Meeresstraße, die in nordwestlich-südöstlicher Richtung inmitten des zu den Salomon-Inseln gehörenden New-Georgia-Archipels im Südwestpazifik verläuft. Das betreffende Gebiet selbst liegt östlich von Papua-Neuguinea und der Salomonensee.
| New-Georgia-Sund | ||
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| Verbindet Gewässer | Straße von Bougainville | |
| mit Gewässer | Ironbottom Sound | |
| Trennt Landmasse | Bougainville | |
| von Landmasse | Guadalcanal | |
| Daten | ||
| Geographische Lage | 8° 26′ S, 158° 48′ O | |
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| Länge | 350 km | |
| Geringste Breite | 35 km | |
| Größte Tiefe | 2,000 m | |
Geographie
Der New-Georgia-Sund wird im Südosten von der Insel Guadalcanal und der Nggela-Inselgruppe, im Nordosten von den langgezogenen Inseln Santa Isabel und Choiseul, im Südwesten unter anderem von den Inseln Kolombangara, New Georgia und Vangunu sowie im Nordwesten von den Shortland-Inseln und der Südspitze der Insel Bougainville eingegrenzt. An seinem südlichen Ende, grob ab der Höhe der Nordspitze von Guadalcanal, geht der New-Georgia-Sund in den sogenannten Ironbottom Sound über – die umgangssprachliche Bezeichnung für den rund 30 Kilometer messenden Seebereich östlich von Savo Island bis etwa auf Höhe des Sealark Channels –, welcher vor allem durch die zahlreichen dort liegenden Schiffswracks aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges eine gewisse Bekanntheit erlangt hat.
Die Länge des Sunds beträgt ungefähr 350 Kilometer, die Breite der Meeresstraße schwankt, je nach Entfernung zu den angrenzenden Inseln, zwischen 35 und 50 Kilometern. Die Tiefe des vergleichsweise sehr stark eingeschnittenen Sunds liegt durchschnittlich bei etwa 700 bis 1000 Metern, an den tiefsten Punkten wird jedoch auch eine Tiefe von bis zu 2000 Metern erreicht.[1] (Zum Vergleich: Der rund 500 Kilometer lange und an der schmalsten Stelle etwa 35 Kilometer breite Ärmelkanal erreicht eine maximale Tiefe von rund 170 Metern im Hurd’s Deep.)
Der New-Georgia-Sund sowie die angrenzenden Inseln des Archipels gelten als seismisch aktives Gebiet, welches regelmäßig von Erdbeben erschüttert wird, so unter anderem im Jahr 2007.[2] Dabei wurde auch ein Tsunami ausgelöst, der auf einigen Inseln Anbrandungshöhen von bis zu zwölf Metern erreichte.[3]
Geschichte
Das Gebiet des New-Georgia-Sunds wurde erstmals seitens der Europäer im 16. Jahrhundert erkundet, als der spanische Seefahrer und Entdecker Alvaro de Mendaña de Neyra den Archipel um 1568 befuhr,[4] wobei auch die gefährlichen Riffe und Untiefen in Küstennähe der zahlreichen Inseln mit einem extra hierfür erbauten kleineren Schiff erkundet wurden.
In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde der Archipel erstmals genauer vermessen und kartographiert.[5] So erforschte etwa der französische Seefahrer Louis-Antoine de Bougainville im Rahmen seiner Weltumsegelung das Gebiet im Jahr 1768, er benannte unter anderem die Insel Choiseul nach dem französischen Staatsmann Étienne-François de Choiseul. Im Sommer 1788 durchquerte eine britische Expedition unter John Shortland das Gewässer. Er benannte den Archipel sowie die betreffende Meeresstraße nach dem damaligen britischen König, Georg III.; den Namen trägt der Sund noch heute.
Ende des 19. Jahrhunderts fiel das Gebiet unter europäische Kolonialherrschaft, wobei im Jahr 1886 im Kontext der britisch-deutschen Absprachen über den westlichen Pazifik das Deutsche Kaiserreich (siehe Deutsch-Neuguinea) und das Vereinigte Königreich (siehe Britische Salomonen) das Gebiet samt dem New-Georgia-Sund untereinander aufteilten[5] – der äußerste Norden mit der Insel Bougainville blieb unter deutscher Kontrolle, der überwiegende und südliche Teil fiel unter britische Kontrolle. Im Jahr 1893 wurde der britische Teil des Gebietes zu einem Protektorat erklärt.[5]
Zweiter Weltkrieg
Im Kontext des Pazifikkrieges fielen weite Teile der Salomonen und damit auch der New-Georgia-Sund im Laufe des Jahres 1942 zeitweise unter die Kontrolle des Japanischen Kaiserreiches (siehe Kampagne um die Salomonen). Im Zuge der sukzessiven alliierten Gegenoffensiven ab August 1942 sowie besonders im Verlauf des Jahres 1943 kam es im New-Georgia-Sund, wobei der Großteil des japanischen Seenachschubes durch die Meeresstraße lief (siehe Tokyo Express), zu mehreren Seegefechten, etwa die Schlacht bei Kolombangara, die Schlacht im Kula-Golf oder die Schlacht im Vella-Golf (sämtliche 1943), die teils mit empfindlichen Schiffsverlusten von beiden Kriegsparteien endeten. Der New-Georgia-Sund erhielt hierbei von alliierter Seite umgangssprachlich auch die Bezeichnung „the slot“ (englisch Schlitz),[6] durch welchen die schnellen und meistens in den Nachtstunden durchgeführten japanischen Vorstöße und Nachschuboperationen liefen.

