Nezilla
deutsch-italienische bildende Künstlerin
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Nezilla (* 18. September 1990 als Vanessa Layher[1]) ist eine deutsch-italienische Künstlerin. Ihre Werke umfassen Skulpturen, Installationen, Malerei und Performances. Nezillas Kunst reflektiert aktuelle gesellschaftlich-politische Themen wie Krieg, Propaganda, Desinformation und Religion. Nezilla lebt und arbeitet in Deutschland.
Ihr Œuvre wurde international in Deutschland, Italien, der Schweiz und den Vereinigten Staaten, insbesondere in New York, ausgestellt und rezipiert. Zu ihren bekanntesten Arbeiten zählt die Skulptur Paperbomb, welche die Fragilität des Friedens und die Notwendigkeit seiner Bewahrung hinterfragt. Die Platzierung an historisch belasteten Orten in Frankreich und Deutschland macht sie zum Mahnmal gegen das Vergessen und Symbol des Friedens und der Freundschaft zugleich.
Leben und Ausbildung
Nezilla wurde 1990 in Deutschland als Tochter eines deutschen Vaters und einer italienischen Mutter geboren. Sie wuchs multilingual auf und spricht fließend Deutsch, Italienisch und Ladinisch.[2] Nezilla stammt aus Sinsheim, wo sich ihre Künstlerwerkstatt befindet.[3] Sie machte eine Ausbildung als Bürokauffrau.[4]
Ihr akademischer Werdegang begann 2015 mit dem Erwerb des Diploms in Design und Illustration an der Ruhrakademie Schwerte in Deutschland. Im Anschluss setzte sie ihre Ausbildung in der Schweiz fort und schloss 2018 ihren Master-Abschluss in Design Illustration an der FH Luzern Design ab.[5] Seit 2025 ist Nezilla selbst im akademischen Bereich tätig und lehrt an der Hochschule Ravensburg-Weingarten, Fakultät Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege, im Bereich Art as Protest.[5] Ihr Künstlername Nezilla ist ein Kofferwort aus dem Ungeheuer von Loch Ness und der echsenartigen Monster Godzilla.[6]
Hauptwerke
Nezillas künstlerisches Schaffen konzentriert sich auf Themen wie Identität, Frieden und historisches Gedächtnis. Die Künstlerin schafft in ihren Arbeiten komplexe narrative Strukturen, die den Betrachtenden zur Reflexion über die menschliche Verfassung und die Mechanismen von Konflikt und Manipulation anregen.[2]
Paperbomb
Die serielle Skulptur Paperbomb ist ein internationales Friedenssymbol, Mahnmal gegen das Vergessen, Zeichen der deutsch-französischen Erinnerungskultur sowie der internationalen Diplomatie. Nezilla nutzt Material- und Maßstabskontraste, um die Ambivalenz von Zerstörung und Schöpfung sowie Krieg und Frieden zu thematisieren.[7][8] Die Skulptur wirkt leicht wie Papier und imitiert dessen gefaltete Optik, obwohl sie aus Aluminium gegossen ist.[9]
Die Inspiration für Paperbomb erhielt Nezilla von Erzählungen über das japanische Mädchen Sadako Sasaki (1943–1955).[10] Sadako überlebte die Atombombenabwürfe von Hiroshima, erkrankte jedoch im Alter von zwölf Jahren an Leukämie, einer Folge der Strahlenexposition.
Paperbomb wird an historisch relevanten Orten in Frankreich und Deutschland ausgestellt, die Schauplätze von Massakern und Kriegsverbrechen des Ersten und Zweiten Weltkriegs waren. Zu diesen Orten gehören das Nationaldenkmal Hartmannswillerkopf, der Champ des Martyrs in Tulle und das Martyr Village and Memory Center in Oradour-sur-Glane in Frankreich. In Deutschland wird sie dauerhaft im Zeughausgarten der Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim ausgestellt sowie temporär im PalaisPopulaire in Berlin präsentiert.[11]
Trust
Das Werk Trust ist ein preisgekröntes Werk von Nezilla, welches sich kritisch mit dem Mythos des Glaubens und der Macht des Vertrauens auseinandersetzt. Die Installation stellt Mörder und Sexualstraftäter wie Charles Manson, Ted Bundy und Marc Dutroux in Kirchengewändern dar. Die Darstellung hinterfragt den Mythos des katholischen Glaubens, da Glaube untrennbar mit Vertrauen verbunden ist.[12]
Trust wurde 2022 mit dem DA! Art Award in Düsseldorf ausgezeichnet.[12][13] Der säkulare Kunstpreis fördert die kritische künstlerische Auseinandersetzung mit Religion und Irrationalismus. Nezilla erhielt den Kunstpreis in der Kategorie Plastik, Skulptur, Installation und wurde 2024 selbst zum Jurymitglied des DA! Art Award berufen.[14]
Transform
Transform ist als Skulpturenreihe konzipiert. Das Werk besteht aus elf Bronzeskulpturen, von denen jede eine Stufe der schrittweisen Verwandlung eines harmlosen Luftballons in eine bedrohliche Handgranate verkörpert. Jede Skulptur repräsentiert eine Phase der Transformation. Die Reihe visualisiert den Übergang von Unschuld zu Gefahr und die subtilen Veränderungen, die zu negativen Entwicklungen führen können. Dies kann als Kommentar auf gesellschaftliche Prozesse verstanden werden.[15][16]
Ausstellungen (Auswahl)
Einzelausstellungen
- 2025: Nessi Nezilla: Paperbomb. PalaisPopulaire, Berlin
- 2025: Paperbomb. Zeughausgarten Reiss-Engelhorn-Museen, Mannheim
- 2025: Paperbomb. Martyr Village and Memory Center, Oradour-sur-Glane
- 2024: Paperbomb. Champ des Martyrs, Tulle
- 2024: Paperbomb. National Monument, Hartmannswillerkopf
- 2024: Paperbomb. Deutsche Bank, Stuttgart
- 2024: Paperbomb. Crypt, Hartmannswillerkopf
- 2023: Transform. Altes Schloss, Neckarbischofsheim
- 2022: Paperbomb. Paradiso St. Moritz
- 2020: Apokatastasis Ballaballa. Online-Exhibition
- 2019: Thepathi. Halle02, Heidelberg
- 2017: Club Moritzino, La Villa
- 2016: MetaMorphose. Sinsheim
Teilnahme an Gruppenausstellungen
- 2025: Kunst gegen Missbrauch. RWU Hochschule Ravensburg-Weingarten
- 2024: Kunst gegen Missbrauch. Heidelberg
- 2022: Trust. DA! Art award, Düsseldorf
- 2022: Bullet-Ants. Metropolink Urban Art Festival, Heidelberg
- 2021: be**pART. Atelier Montez, Rom
- 2021: Burn the Universa Performance
- 2020: Color, Shapes & Shadows. Van der Glas Gallery, New York
- 2020: A visual culture. Van der Glas Gallery, New York
- 2020: Imagine Vol. 2. Kunstraum Dreieich
- 2019: Universa Ballaballa. Metropolink Urban Art Festival, Heidelberg
- 2017: Eluvio with Johannes Dachsel. Altes Schloss, Neckarbischofsheim
- 2017: Thepathi Performance. Halle02, Heidelberg
- 2016: Trienala Ladina. Museum Ladin Castle de Tor Sân Martin de Tor
- 2016: MetaMorphose. Sinsheim
Weblinks
- Homepage der Künstlerin