Ngā Aho
Netzwerk von Maori Design-Fachleuten
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Ngā Aho ist ein nationales Netzwerk von Māori-Designfachleuten und Organisationen, die in den Bereichen Architektur, kommerzielles Design, Ingenieurwesen und Projektmanagement in Aotearoa Neuseeland tätig sind.[1]
| Ngā Aho | |
|---|---|
| Gründung | 2005 |
| Gründer | Desna Whaanga-Schollum |
| Website | ngaaho.maori.nz |
Ziele
Die Organisation soll die Entwicklung, Artikulation und Anwendung von Designfähigkeiten der Māori fördern und erleichtern. Das Wissen der Mitglieder in Bezug auf Themen, Methoden und Handwerk der Māori soll aufgebaut und erweitert werden (Whakamarama). Produktive Beziehungen und Netzwerke zwischen den Ngā Aho-Mitgliedern und ihren Interessensgemeinschaften sollen gefördert werden (Whakawhanaungatanga). Das Profil und Ansehen der Mitglieder und ihrer Interessensgemeinschaften – insbesondere der Iwi und Hapū – soll gestärkt werden (Whakamana).[2]
Die von professionellen Māori-Designern entwickelten Te Aranga Designprinzipien werden vielfach beim Bauen berücksichtigt und inzwischen beispielsweise in Auckland für vom Stadtrat durchgeführte Bauprojekte generell übernommen.[3]
Abgeleitet von den zentralen Werten der Maori-Kultur sind die sieben Te Aranga-Designprinzipien folgende:[4]
- Mana (spirituelle Macht): Die indigenen Landrechte werden respektiert. Auf Verträgen basierende Rechte werden so früh wie möglich einbezogen, um optimale Planungsergebnisse zu erhalten. Die Bevölkerung des betroffenen Gebietes und ihre Führung wird in den gesamten Projektplanungszyklus eingebunden.
- Whakapapa (Herkunft, Abstammung): Neue und alte Maori-Namen werden verwendet. Die korrekten Namen der Vorfahren werden erforscht. Auf Ortsnamen wird durch digitale und physische Erklärung, Beschilderung und Wegweisung hingewiesen. Geeignete Namen können sich auch auf Designprozesse auswirken.
- Taiao (Natur): Die Natur wird geschützt, wiederhergestellt oder verbessert. Die lokale Artenvielfalt wird erhalten oder wiederhergestellt. Ökologische Korridore und Netzwerke werden geschaffen und aufrechterhalten. Geeignete einheimische Flora wird an öffentlichen und privaten Orten angepflanzt. Pflanzen- und Baumarten werden angebaut, um Lebensraum für einheimische Tierarten zu schaffen und einheimische Vogelarten anzulocken.
- Mauri tū (Umweltbewusstsein): Die Umweltgesundheit wird geschützt, erhalten und verbessert. Die Versorgung mit Wasser wird sichergestellt. Kontaminierte Bodenbereiche werden saniert. Im Entwurfsprozess werden Regenwassersammelsysteme, Grauwasserrecyclingsysteme und Möglichkeiten für passive Solartechnik geprüft. Außerdem werden lokale Baumaterialien und Materialien für die Gestaltung der Außenanlagen geprüft, die für die Landverbundenheit der Maori (Mana Whenua) einen hohen kulturellen Wert haben.
- Mahi toi (Maori-Kunst): Historische und zeitgenössische Erzählungen der Iwi und Hapū werden kreativ und angemessen in Design umgesetzt. Von den Iwi und Hapū beauftragte Designfachleute und Künstler werden in solche Prozesse eingebunden.
- Tohu (Wahrzeichen): Bedeutende Stätten und kulturelle Wahrzeichen der Maori werden anerkannt. Wahrzeichen und Denkmale der Maori werden erhalten. Es werden dazu Informationspfade, digitale Technologien, Markierungen und Informationstafeln erstellt.
- Ahi kā (Landrechte): Iwi und Hapū haben ein lebendiges und dauerhaftes Bleiberecht und sind innerhalb ihrer Rohe (Stammesterritorien) sicher und geschätzt. Der Zugang zu natürlichen Ressourcen wird gewährleistet und gestärkt. Gemeinsame Projekte zwischen Iwi und kommunaler Verwaltung gewährleisten, dass sich die Bewohner am Ort wohl fühlen. Die Mitbestimmung bei Projekten im eigenen Wohnbereich ist gewährleistet.
Geschichte
Im 20. Jahrhundert wurden eine Reihe von Maori-Berufsorganisationen für Künstler gegründet, wie Te Waka Toi und Toi Māori Aotearoa, oder für Künstler und Schriftsteller, wie Ngā Puna Waihanga. Auf dem Gebiet von kommerziell ausgerichtetem Design im Rahmen von Architektur, Landschaftsarchitektur, Ingenieurwesen, Informations- und Kommunikationstechnologie gab es Entsprechendes nicht. 2001 trafen sich im Hoani Waititi Marae in Auckland ca. 50 Interessierte, um über maorische Architektur zu diskutieren. Daraus entstand die Idee eine entsprechende Berufsorganisation zu gründen.[5]
Ngā Aho wurde schließlich 2005 gegründet, nachdem das Umweltministerium ein Stadtentwicklungsprotokoll erstellt hatte, das „die Wünsche und Interessen der Māori in Bezug auf die bebaute Umwelt nicht angemessen berücksichtigte“.[5] Gründungsmitglied war neben anderen Desna Whaanga-Schollum. Sie war auch Co-Vorsitzende von 2011 bis 2015 und Vorstandsvorsitzende von 2016 bis 2023.[6]
Vertrag mit New Zealand Institute of Architects
Im Jahr 2017 unterzeichneten das Te Kāhui Whaihanga New Zealand Institute of Architects (NZIA) und Ngā Aho eine Vereinbarung über eine „fortlaufende Zusammenarbeit zwischen den beiden Organisationen“. Sie trägt den Namen Te Kawenata o Rata und wurde von Desna Whaanga-Schollum, Rau Hoskins und Kaumātua Haare Williams im Namen von Ngā Aho sowie Christina van Bohemen und Pip Cheshire im Namen des NZIA unterzeichnet. Zu diesem Anlass fand eine Zeremonie im Morgengrauen statt.[3]
Das New Zealand Institute of Architects hatte Elisapeta Heta von 2016 bis 2019 als Vertreterin von Ngā Aho in den Vorstand kooptiert.[7] Bis 2026 vertritt Samantha McGavock da Ngā Aho im Vorstand des NZIA.[8]
Anerkennung vom Royal Architectural Institute of Canada
Im Jahr 2024 erhielt Ngā Aho den Internationalen Preis des Royal Architectural Institute of Canada (RAIC) als „Anerkennung für das außergewöhnliche Talent und die harte Arbeit, die Ngā Aho in die internationale und kanadische Architekturszene eingebracht hat“. Sim’oogit Saa-Bax Patrick Stewart von der McEwen School of Architecture der Laurentian University sagte: „Rund um den Pazifikraum ist das Ngā Aho nach wie vor führend in der gebauten Umwelt der indigenen Völker. Als wir uns auf den Weg machten, unsere Nationen zusammenzubringen, haben wir uns an dem Ngā Aho orientiert.“[9]
Organisation
Ngā Aho nominiert Mitgliedern, die sich durch Qualifikationen auszeichnen müssen, und Sponsoren, die durch Mitglieder oder Stammesorganisationen vorgeschlagen werden (Pae Matua). Darüber hinaus bestehen weitere Arten von Mitgliedschaften. Als assoziierte Mitglieder werden vor allem zukünftige Fachleute in Ausbildung geführt (Pae Tahi). Auch eine freiwillige Mitgliedschaft aus Interesse und Solidarität wird unterstützt (Kaupapa Whānau).
Darüber hinaus können sehr um die Maori-Kultur verdiente und angesehene Designexperten zum Ehrenmitglied gewählt werden (Kāhui Whetu).[10]
Ob seines Engagements, seiner Expertise und seiner Führungsqualitäten ist Haare Williams Oberstes Mitglied von Ngā Aho (Kaumātua).[6]
Dem aktuellen Vorstand (Komiti Wakahaere) von Ngā Aho gehören an (Stand Dezember 2025):[6]
- Projektmanagement und Strategie: Desna Whaanga-Schollum, Rau Hoskins, Te Marino Lenihan
- Kunst: Carin Wilson (Kāhui Whetu), Haare Williams (Kaumātua), Elisapeta Heta (Repräsentantin im Vorstand des NZIA), Keri Whaitiri
- Umweltplanung und -management: Fleur Palmer, Diane Menzies (Kāhui Whetu)
- Kollaboratives Design: Keriata Stuart (Pōneke), William Hatton, Jacqueline Paul
- Architektur: Dee Isaacs
Verbundene Organisationen:[11]
- Durch die Maori-Stämme (Iwi, Hapu) beauftragte Organisationen (z. B. Māori Land Trusts)
- Māori-Unternehmen und -Organisationen wie FOMA (Federation of Maori Authorities) oder TPK (Te Puni Kōkiri Ministerium für Maori-Entwicklung)
- Bildungssektor mit Organisationen von Lehrern (kaiako), Schülern und Studenten (tauira)
- Künstlerorganisationen der Māori wie Nga Puna Waihanga, Te Waka Toi, Toi Māori Aotearoa
- Umwelt- und Landschaftsplanung mit Organisationen wie New Zealand Institute of Landscape Architects (NZILA)
- Produktdesign mit Organisationen wie Designers Institute New Zealand (DINZ)
- Architektur mit Organisationen wie das New Zealand Institute for Architects (NZIA)
- Landbesitz mit Organisationen wie Property Institute of New Zealand (PINZ) oder New Zealand Planning Institute (NZPI)
- Alle Organisationen, die mit den Zielen von Nga Aho übereinstimmen