Nico Scarano

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Nico Scarano (* 1965) ist ein deutscher Philosoph und Leiter des Instituts für Philosophie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg im Arbeitsbereich Philosophie und Schule.

Leben

Nico Scarano studierte nach dem Abitur bis 1994 Philosophie und Linguistik in Karlsruhe und Tübingen[1] mit Abschluss Magister Artium (M.A.).[2]

Er arbeitete als Wissenschaftlicher Mitarbeiter in Tübingen (1994 bis 2000), promovierte erfolgreich mit der Promotionsschrift Moralische Überzeugungen. Grundlinien einer antirealistischen Theorie der Moral im Jahr 2000, war wissenschaftlicher Assistent in Tübingen am Lehrstuhl von Otfried Höffe (2001 bis 2007) und schloss mit der Habilitation mit dem Titel Politische Ethik und moralischer Pluralismus. Eine Studie zu den Methoden der politischen Philosophie[3] und Lehrbefugnis für das Fach Philosophie an der Universität Tübingen im Jahr 2008 ab,[2] wo er ab 2000 auch als Redakteur der Zeitschrift für philosophische Forschung mitarbeitete.[1][4]

Nach Lehrstuhlvertretungen in Tübingen (2008) und Erlangen (2009 bis 2015) mit Zwischenstation als Fellow am Forschungsinstitut für Philosophie Hannover (2008 bis 2009) übernahm Scarano im Jahr 2015 die Leitung des Arbeitsbereichs Philosophie und Schule am Institut für Philosophie der Friedrich Alexander Universität Erlangen-Nürnberg.[2]

Gemeinsam mit Monika Betzler und André Chapuis bietet er den für 15 Stunden ausgerichteten Online-Selbstlern-Kurs Grundlagen des Ethischen Argumentierens über die Virtuelle Hochschule Bayern an, in der Interessierte die Grundlagen des Argumentierens und die Unterschiede von guten versus schlechten Argumenten bis hin zur ethischen Argumentation erlernen können.[5] Außerdem steht vom gleichen Team der für 16 Stunden ausgelegte Online-Selbstlern-Kurs Einführung in die Aussagenlogik zur Verfügung, bei der die Gültigkeit und Schlüssigkeit von Aussagen, Wahrheitstafeln und Schaltkreise von Aussagen sowie das Fitch-Kalkül erlernt werden können.[6]

Arbeitsschwerpunkte

Scaranos Arbeitsschwerpunkte sind Metaethik, Moralphilosophie, Politische Philosophie, Handlungstheorie,[2] Kants praktische Philosophie[4] sowie die Auseinandersetzung mit der Didaktik zu werteorientiertem Unterricht[7] im pluralistischen Rechtsstaat.[2]

Der Philosoph sieht alle dieser Gebiete nicht nur in ihrer unterstützenden Funktion für andere Disziplinen, sondern erkennt in ihnen einen eigenständigen Wert und unterstützt deshalb eine umfassende Auseinandersetzung mit ihnen.[8]

Positionen

Nico Scarano will laut eigener Aussage Klarheit in ethische Begriffe im Kontext der modernen Gesellschaften bringen. Er will zeigen, was moralische Überzeugungen aus der Perspektive einer antirealistischen Metaethik sind und welchen Platz ein moralischer Pluralismus in der Begrifflichkeit der politischen Ethik haben kann.[3]

Auszeichnungen

  • 2000: Promotionspreis der Universität Tübingen (2000)[2]
  • 2017: Preis für gute Lehre des Freistaates Bayern (2017)[2][9][10]

Schriften (Auswahl)

Bücher

  • Metaethik ohne Wahrheit. Über die Möglichkeit einer antirealistischen Metaethik. Grin Verlag, München 2023, ISBN 978-3-346-90186-6.
  • Politische Ethik und moralischer Pluralismus. Eine Studie zu den Methoden der politischen Philosophie. Tübingen 2008 (keine ISBN für die Habilitationsschrift auffindbar).
  • Zusammen mit Mauricio Suarez, Hrsg.: Ernst Tugendhats Ethik. Einwände und Erwiderungen. C. H. Beck Verlag, München 2007, ISBN 978-3-4065-5072-0.
  • Zusammen mit Christoph Horn und Corinna Mieth, Hrsg.: Immanuel Kant: Grundlegung zur Metaphysik der Sitten. Kommentar. Suhrkamp Studienbibliothek, Frankfurt/M. 2007, ISBN 978-3-5182-7002-8.
  • Zusammen mit Rolf Geiger, and Jean-Christophe Merle, Hrsg.: Modelle politischer Philosophie. Mentis, Paderborn 2003, ISBN 978-3-8978-5367-6.
  • Zusammen mit Christoph Horn, Hrsg.: Philosophie der Gerechtigkeit. Texte von der Antike bis zur Gegenwart. Suhrkamp, Frankfurt/M. 2002, ISBN 978-3-5182-9163-4.
  • Moralische Überzeugungen. Grundlinien einer antirealistischen Theorie der Moral. Mentis Verlag, Paderborn 2001, ISBN 978-3-8978-5146-7.

Artikel

  • Der Gerechtigkeitssinn. In: Otfried Höffe (Hrsg.): John Rawls. Eine Theorie der Gerechtigkeit. Akademie Verlag, Berlin 1998, S. 231–249 [engl. The Sense of Justice. In: Otfried Höffe (ed.), John Rawls. A Theory of Justice. Brill, Leiden/Boston 2013, S. 163–177].
  • Metaethik – ein systematischer Überblick. In: Marcus Düwell/Christoph Hübenthal/Micha Werner (Hrsg.): Handbuch Ethik. Metzler, Stuttgart 2002, S. 25–35.
  • Necessity and Apriority in Kant’s Moral Philosophy: An Interpretation of the Groundwork’s Preface. In: Christoph Horn/Dieter Schönecker (Hrsg.): Groundwork for the Metaphysics of Morals. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2006, S. 3–22.
  • Zusammen mit Stefan Applis: Globales Lernen, praktische Philosophie und Moralpädagogik – eine Annäherung. In: Geographie aktuell & Schule 36, Heft 208. April 2014, S. 3–7.
  • Der Vorrang moralischer Handlungsgründe, In: Martin Hoffmann/Reinold Schmücker/Héctor Wittwer (Hrsg.): Vorrang der Moral? Eine metaethische Kontroverse. Klostermann, Frankfurt/M. 2017, S. 150–164.

Einzelnachweise

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