Nicolas Schöffer

ungarisch-französischer Bildhauer, Vater der kybernetischen Kunst From Wikipedia, the free encyclopedia

Nicolas Schöffer (* 6. September 1912 in Kalocsa, Königreich Ungarn; † 8. Januar 1992 in Paris) war ein französischer Bildhauer und Plastiker ungarischer Herkunft. Er gilt als Vater der kybernetischen Kunst. Ab 1981 war Schöffer Mitglied der Académie des Beaux-Arts.

Chronos 15Stadthaus (Bonn)
Besetzungszettel der Uraufführung von „Kyldex I“ 1973

Werk

Nicolas Schöffer arbeitete mit verschiedenen Elementen der Dynamik. So beschäftigte er sich seit 1948 konzeptkünstlerisch mit der von ihm erfundenen Spatiodynamik,[1] worunter er die Integration des Raumes in die Skulptur verstand. 1957 definierte er den Begriff Luminodynamik, dies war die Integration von Licht, Musik oder Film, und ab 1959 wurde die Chronodynamik, die Konzentration auf die Zeit, für ihn relevant.

1969 veröffentlichte er das Buch Die kybernetische Stadt. Wichtig war ihm ein aus den Zwängen der Arbeit befreiter Urbanismus dank dem Einsatz neuester elektrotechnischer Mittel, die wie eine „neuronale Massage“ wirken sollten. Der Nachtclub bzw. die Diskothek sollte darin als „Freizeitkomplex“ dienen, dabei sollte Freiraum für die „sexuelle Freizeit“ geschaffen werden. Da es nicht möglich sei, sich dieser Freizeit zu entziehen, sei es notwendig, dieser im Gegensatz zur intellektuellen Beschäftigung sehr entspannenden Freizeit eine Orientierung zu geben und ihr „ein ästhetisches Element hinzuzufügen“. Nach Maßgabe dieser Vorstellungen entwarf er 1966 mit Paul Bertrand die luminodynamische Disko Voom Voom in Saint-Tropez, die dann tatsächlich vom Sexsymbol jener Jahre, der Schauspielerin Brigitte Bardot, frequentiert wurde.[1]

Werke

Literatur

  • Jürgen Claus: Die Öffnung der plastischen Form: Nicolas Schöffer. In: Jürgen Claus, Kunst heute, Rowohlt 1965, S. 137 ff.
  • Jürgen Claus. Der Farbraum/Lichtraum. In: Jürgen Claus: Expansion der Kunst, Rowohlt, 1970, S. 67 ff.

Fotos

Einzelnachweise

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