Nicu Popescu

moldauischer Politiker From Wikipedia, the free encyclopedia

Nicolae „Nicu“ Popescu (* 25. April 1981 in Kischinew, Moldauische SSR, Sowjetunion, heute: Chișinău, Republik Moldau) ist ein moldauischer Politiker, der unter anderem 2019 und erneut zwischen 2021 und 2024 Außenminister sowie zugleich von 2021 bis 2024 stellvertretender Ministerpräsident war.

Nicu Popescu (2025)

Leben

Nicolae „Nicu“ Popescu absolvierte nach dem Schulabschluss ein Studium am Staatlichen Moskauer Institut für Internationale Beziehungen, das er 2002 mit einem Bachelor abschloss. Ein darauf folgendes postgraduales Studium im Fach Internationale Beziehungen an der Central European University (CEU) in Budapest beendete er mit einem Master und schloss zudem seine Promotion zum Doctor of Philosophy (Ph.D.) an der CEU ab. Im Anschluss arbeitete er von 2005 bis 2007 als Forscher am Centre for European Policy Studies (CEPS), eine europäische Denkfabrik mit Sitz in Brüssel, die sich mit den Fragen, Herausforderungen und Lösungen in der europäischen Politik beschäftigt. Danach war er zwischen 2007 und 2009 sowie von 2011 bis 2012 Forscher und später Programmleiter beim European Council on Foreign Relations (ECFR) in London, eine Denkfabrik, die Analysen zu Themen europäischer Außenpolitik bereitstellt und es sich zum Ziel gesetzt hat, als Fürsprecher einer kohärenteren und stärkeren europäischen Außen- und Sicherheitspolitik aufzutreten. Ferner arbeitete er in den Jahren 2010 und 2012 bis 2013 Berater für Außenpolitik sowie europäische Integration des Ministerpräsidenten Vlad Filat.[1] In dieser Funktion befasste er sich neben seinen außenpolitischen Kernaufgaben mit Reformen im Zusammenhang mit der Visaliberalisierung zwischen der EU und Moldau sowie dem Beitritt Moldaus zum Europäischen Gemeinsamen Luftraum SES (Single European Sky). Danach war er zwischen 2013 und 2018 als leitender Analyst am Institut der Europäischen Union für Sicherheitsstudien (EISS) tätig, der offiziellen außenpolitischen Denkfabrik der EU, kehrte von 2018 bis 2019 als Leiter des Programms „Wider Europe“ zum ECFR zurück.

Popescu im Gespräch mit Staatspräsident Igor Dodon (11. Juni 2019).

Am 8. Juni 2019 wurde der Parteilose Popescu als Minister für Auswärtige Angelegenheiten und Europäische Integration (Ministru al Afacerilor Externe și Integrării Europene) in das Kabinett Sandu berufen und bekleidete dieses Amt bis zum Ende der Amtszeit von Ministerpräsidentin Maia Sandu[2] am 14. November 2019.[3][4]

Nicu Popescu, der von 2020 bis 2021 erneut Leiter des Programms „Wider Europe“ zum ECFR war, übernahm am 6. August 2021 in der Regierung Gavrilița die Posten als stellvertretender Ministerpräsident (Viceprim-ministru) und erneut als Minister für Auswärtige Angelegenheiten und Europäische Integration. Er behielt diese beiden Ämter bis zum 29. Januar 2024 und wurde daraufhin von Mihai Popșoi[5] abgelöst.[6] Er war zudem zum Ende der zwölften Legislaturperiode zwischen dem 16. und 31. Oktober 2025 Mitglied des Parlaments der Republik Moldau (Parlamentul Republicii Moldova) und wurde für seine Verdienste mit dem Orden der Republik (Ordinul Republicii) ausgezeichnet. Er wurde außerdem Offizier der Ehrenlegion. Aus seiner Ehe mit der Politikwissenschaftlerin Elena Gnedina gingen zwei Kinder hervor.

Veröffentlichung

  • Politica externă a Uniunii Europene și conflictele post-sovietice, („Die Außenpolitik der Europäischen Union und die postsowjetischen Konflikte“), Cartier, Chișinău 2013
Commons: Nicu Popescu – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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