Niederedlitz
Ortschaft im Bezirk Waidhofen an der Thaya
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Niederedlitz (früher auch Unteredlitz) ist eine Ortschaft und eine Katastralgemeinde der Marktgemeinde Thaya im Bezirk Waidhofen an der Thaya im niederösterreichischen Waldviertel mit 160 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2025).[1]
| Niederedlitz (Dorf) Ortschaft Katastralgemeinde Niederedlitz | ||
|---|---|---|
| Basisdaten | ||
| Pol. Bezirk, Bundesland | Waidhofen an der Thaya (WT), Niederösterreich | |
| Gerichtsbezirk | Waidhofen an der Thaya | |
| Pol. Gemeinde | Thaya | |
| Koordinaten | 48° 52′ 19″ N, 15° 18′ 19″ O | |
| Höhe | 470 m ü. A. | |
| Einwohner der Ortschaft | 160 (1. Jän. 2025) | |
| Fläche d. KG | 8,11 km² (31. Dez. 2023) | |
| Statistische Kennzeichnung | ||
| Ortschaftskennziffer | 06500 | |
| Katastralgemeindenummer | 21161 | |
| Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; NÖGIS | ||
Geografie
Das rechts der Thaya gelegene Dorf befindet sich nördlich des Gemeindehauptortes in einer nach Westen exponierten Lage. Die Zwettler Straße führt durch den Ort und kreuzt hier die Landesstraße L8164. Zur Ortschaft zählt auch die Prüllmühle. Am 1. April 2020 umfasste die Ortschaft 82 Adressen.[2]
Geschichte
Nieder- und Ober-Edlitz bildeten ursprünglich eine Einheit. Der Name „Edlitz“ (aus dem Slawischen „sedlec“ = „Dorf“) weist auf eine vordeutsche Besiedelung hin. Elisabeth Schuster setzt die urkundliche Erstnennung des Dorfes Nieder-Edlitz im Jahr 1136 an, als es als „de Cedelz“ bezeichnet wurde. Zu dieser Zeit besteht rings um Thaya ein Kranz an Ortschaften, deren Namen sich aus dem Slawischen herleiten - neben den beiden Edlitz sind dies auch Eggmanns, Schirnes und Jarolden. Nur bei Groß-Gerharts und Waidhofen ist der Ring offen. Die deutsche Kolonialisierung ging im 11. und 12. Jahrhundert von Raabs aus und erstreckte sich bis Litschau. Das ursprünglich als Linsenangerdorf angelegte Dorf entwickelte sich durch weitere Verbauung zu einem Doppelstraßendorf. Im 15. Jahrhundert wurde vermutlich ein Adelssitz errichtet, der aber nicht mehr erhalten ist. Im Bauernaufstand 1596/97 wurden die hiesigen Bauern Georg Leydl und Martin Hiersch als Aufrührer zum Tod verurteilt und zwischen dem Kloster und der Stadt Zwettl an einen Baum gehängt. 1618 verkaufte Hans Wenzel von Peuger eine Hälfte der Burg und baute im Dorf ein neues Schloss, das vermutlich südlich der Ortskapelle lag. Um 1730 soll auf den Grundmauern dieses Schlosses eine Schule und ein Bauernhaus erbaut worden sein, das weiterhin „Schlössl“ genannt wurde.
Die Ortsbevölkerung bestand aus acht Kleinhäuslern, einigen Handwerkern und sehr gut bestifteten Landbauern, schrieb Schweickhardt im 19. Jahrhundert, die auf ihren Äckern gute Erfolge erzielten und auch über eine herzeigbare Viehwirtschaft verfügten. Im Jahr 1822 wurde der Ort als Dorf mit 50 Häusern genannt, das nach Thaya eingepfarrt war, wohin auch die Kinder eingeschult wurden. Die Herrschaft Waidhofen an der Thaya besaß die Ortsobrigkeit, übte die Landgerichtsbarkeit aus, besorgte die Konskription und verfügte über sämtliche Untertanen und Grundholde des Ortes.[3] Laut Adressbuch von Österreich waren im Jahr 1938 in der Ortsgemeinde Niederedlitz ein Gastwirt, zwei Gemischtwarenhändler, eine Mühle, ein Sägewerk mit Elektrizitätswerk, ein Schmied, zwei trafikanten, ein Tischler und zahlreiche Landwirte ansässig.[4]
Persönlichkeiten
- Franz Žak (1917–2004), Diözesanbischof von St. Pölten, wurde hier geboren
Literatur
- Friedrich Wilhelm Weiskern: Topographie von Niederösterreich, in welcher alle Städte, Märkte, Dörfer, Klöster, Schlößer, Herrschaften, Landgüter, Edelsitze, Freyhöfe, namhafte Oerter u.d.g. angezeiget werden, welche in diesem Erzherzogthume wirklich angetroffen werden, oder sich ehemals darinnen befunden haben. Band 1: A–M. Druckerei Joseph von Kurzböck, Wien 1768, S. 138 (Ausgabe 1769; Edlitz in der Google-Buchsuche).
- Franz Xaver Schweickhardt: Darstellung des Erzherzogthums Österreich unter der Ens, durch umfassende Beschreibung aller Burgen, Schlösser, Herrschaften, Städte, Märkte, Dörfer, Rotten etc. etc., topographisch-statistisch-genealogisch-historisch bearbeitet und nach den bestehenden vier Kreis-Vierteln [alphabetisch] gereiht. [Teil:] Viertel Ober-Manhardsberg. 6 von 34 Bänden. 5. Band: Herrschaft Drosendorf bis Strahlbach. Anton Benko, Wien 1840, S. 186 (Edlitz (Unter-) – Internet Archive).
- Ortsverzeichnis 2001 Niederösterreich (PDF; 4,8 MB), Statistik Austria, Wien 2005, ISBN 3-902452-42-0, S. 345.
Weblinks
- Niederedlitz in der Datenbank Gedächtnis des Landes zur Geschichte des Landes Niederösterreich (Museum Niederösterreich)
- Offizielle Website der Marktgemeinde Thaya
