Nikki Giovanni
US-amerikanische Lyrikerin, Essayistin und Bürgerrechtlerin
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Yolande Cornelia „Nikki“ Giovanni Jr. (7. Juni 1943 in Knoxville, Tennessee – 9. Dezember 2024 in Blacksburg, Virginia) war eine US-amerikanische Lyrikerin, Essayistin und Bürgerrechtlerin. Sie war eine bedeutende Vertreterin der Black-Arts-Bewegung.[1][2] Sie veröffentlichte seit den späten 1960er-Jahren mehr als zwei Dutzend Bücher, darunter die frühen Gedichtbände Black Feeling, Black Talk und Black Judgement (beide 1968), und machte sich so innerhalb der afroamerikanischen Literatur einen Namen.[1]

Leben
Giovanni wurde als Yolande Cornelia Giovanni Jr. in Knoxville (Tennessee) geboren und erhielt den Rufnamen „Nikki“ von ihrer älteren Schwester; mit vier Jahren zog sie mit ihrer Familie nach Ohio und wuchs in der vornehmlich von Afroamerikanern geprägten Gemeinde Lincoln Heights bei Cincinnati auf.[1] Sie studierte an der Fisk University in Nashville, engagierte sich im Student Nonviolent Coordinating Committee, wurde zwischenzeitlich wegen Regelverstößen vom College verwiesen und schloss nach ihrer Rückkehr 1967 mit Auszeichnung in Geschichte ab.[1] Im Jahr 1969 brachte sie ihren Sohn Thomas Watson Giovanni zur Welt.[1] Ab 1987 lehrte sie als Professorin für Englisch an der Virginia Tech und blieb dort bis 2022.[2] In späteren Lebensjahren lebte sie mit ihrer langjährigen Partnerin, der Literaturwissenschaftlerin Virginia „Ginney“ Fowler, zusammen.[1] Giovanni starb im Alter von 81 Jahren in Blacksburg, Virginia.[3]
Wirken
Ihre frühen Gedichtbände Black Feeling, Black Talk und Black Judgement erschienen 1968 – teils im Selbstverlag – in der Hochphase der Black-Arts-Bewegung und fanden eine große Leserschaft.[1] Giovanni wurde als „Princess of Black Poetry“ bekannt; ihr Gedicht Nikki-Rosa (1968) verknüpfte Selbstbehauptung, Alltagsbeobachtung und politische Dringlichkeit und warnte vor fremdbestimmten Erzählungen über das Leben der schwarzen Bevölkerung.[1] Durch Auftritte in populären Fernsehsendungen – darunter The Tonight Show – und ausverkaufte Lesungen, etwa zu ihrem 30. Geburtstag in der Alice Tully Hall im Lincoln Center, erreichte sie ein Massenpublikum weit über die literarische Szene hinaus.[1] Ihr Werk umfasst neben Lyrik auch Essays, Kinder- und Jugendbücher sowie gesprochene Wortaufnahmen; für The Nikki Giovanni Poetry Collection erhielt sie 2004 in der Kategorie Best Spoken Word Album eine Grammy-Nominierung.[1] Breite Aufmerksamkeit erlangte sie mit ihren Abschlussworten bei der Gedenkfeier nach dem Amoklauf an der Virginia Tech am 17. April 2007, die mit der Zeile „We are Virginia Tech“ endeten.[4][1] Ihr Spätwerk und ihr Wirken dokumentiert der beim Sundance Film Festival preisgekrönte Film Going to Mars: The Nikki Giovanni Project (2023).[1] Giovanni betonte einmal, sie denke nicht über Nachruhm nach, sondern sehe ihr Leben als Pflicht – auch vor dem Hintergrund schwerer Erkrankungen.[5] Postum wurde sie 2025 mit der Frost Medal der Poetry Society of America für ihr Lebenswerk ausgezeichnet.[6] Die im Westen von Ecuador vorkommende Fledermausart Micronycteris giovanniae (Baker & Fonseca, 2007) aus der Gattung Micronycteris erhielt ihren wissenschaftlichen Namen zu Ehren von Giovanni, „in Anerkennung ihrer Dichtkunst und Schriften“.[7]