Nikki Kaye

neuseeländische Politikerin und Ministerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Nicola Laura „Nikki“ Kaye[1] (* 11. Februar 1980 in Auckland; † 23. November 2024[2][3]) war eine neuseeländische Politikerin (NP). Von 2008 bis 2020 war sie Abgeordnete im neuseeländischen Parlament und war in verschiedenen Ressorts neuseeländische Ministerin.

Nikki Kaye (2017)

Leben und Wirken

Vor der Politik

Nach ihrem Schulabschluss studierte Kaye zunächst Genetik an der University of Otago. Nach ihrem Abschluss nahm sie ein Studium der Rechtswissenschaften auf, das sie später an der Universität Wellington abschloss.[4] Parallel zu ihrem Studium betätigte Kaye sich sportlich und war unter anderem Regionalmeisterin im 3000-m-Lauf.

1998 trat Kaye der National Party bei. Bei deren Jugendorganisation wurde sie sodann zur stellvertretenden Frauenvorsitzende der Südregion ernannt. Ab 2002 arbeitete sie im Büro von Bill English, zog aber 2003 in das Vereinigte Königreich, um dort als Policy Officer und Projektmanager in den Londoner Stadtbezirken Enfield und Bromley zu arbeiten. Anschließend erarbeitete sie für Transport for London ein Transportprogramm für Menschen mit Behinderung. Nach dem Abschluss dieses Projekts war Kaye als Projektmanagerin für die HBOS tätig.[5]

Abgeordnete

Nikki Kaye zu Rad (2016)

Ende 2007 kehrte Kaye nach Neuseeland zurück, um sich um die Kandidatur der National Party für den Wahlkreis Auckland Central zu bewerben. Bei der Nominierung setzte sie sich durchaus überraschend gegen die Abgeordnete Jackie Blue durch. In der Folge betrieb sie in Vollzeit Wahlkampf und setzte sich für die Verbesserung der Infrastruktur des öffentlichen Nahverkehrs, besseren Meeresschutz und die Förderung kleinerer Unternehmen in Auckland ein. Ihr Einsatz zahlte sich aus: Bei den Parlamentswahlen 2008 konnte sie ihren Wahlkreis gegen die Labour-Bewerberin und amtierende Abgeordnete Judith Tizard. Sie war damit seit über 90 Jahren die erste Abgeordnete für diesen Wahlkreis, die nicht der Labour-Partei angehörte und die erste Abgeordnete für die National Party aus diesem Wahlkreis überhaupt.[6] Als Abgeordnete unterstützte Kaye zunächst den Ausbau von Radwegen in Auckland und auf nahegelegenen Inseln.[7] Anfang 2010 stellte sie sich gegen die offizielle Parteilinie, indem sie Plänen, den Bergbau auf der naturgeschützten Great Barrier Island zu fördern, widersprach. Insgesamt nahm der Umweltschutz in ihrer Politik eine bedeutende Rolle ein, wie sie bereits in ihrer Antrittsrede im Parlament herausstellte. Im Februar 2011 wurde sie trotz einiger Stimmen, die ihre von der Parteilinie abweichenden Ansichten kritisierten, zur stellvertretenden Vorsitzenden des Ausschusses für Regierungsverwaltung gewählt. Sie war zudem Mitglied des Ausschusses für Kommunalverwaltung und Umwelt sowie des Gesetzgebungsausschusses für die Verwaltung Aucklands.

Ministerin

2011 stellte Kaye sich zur Wiederwahl und konnte ihren Parlamentssitz gegen die Labour-Kandidatin Jacinda Ardern verteidigen. Im neu zusammengetretenen Parlament wurde Kaye zur Vorsitzenden des Ausschusses für Bildung und Wissenschaft gewählt. Ende 2012 schloss der Ausschuss eine von Kaye geförderte Untersuchung zu Lernumgebungen des 21. Jahrhunderts und digitaler Kompetenz ab. Daneben setzte sie sich für die LGBT-Gemeinschaft ein und förderte die Rückkehr eines LGBT-Pride-Events nach Auckland ein. Gemeinsam mit Kevin Hague brachte sie 2012 einen Gesetzesentwurf zur Reform der Adoptions- und Leihmutterschaftsgesetze ein. Am 22. Januar 2013 wurde Kaye von Premierminister John Key in dessen Kabinett berufen und zur Ministerin für Lebensmittelsicherheit, für Katastrophenschutz und für Jugendangelegenheiten ernannt, zusätzlich zu ihrer Ernennung zur beigeordneten Ministerin für Bildung und beigeordneten Ministerin für Einwanderung. Nach den Wahlen 2014 wurde Kaye zur Ministerin für die Accident Compensation Corporation ernannt und behielt gleichzeitig die Ressorts für Katastrophenschutz, Jugend und Bildung.

Im September 2016 zog Kaye sich einstweilen von allen Amtspflichten zurück, als bei ihr Brustkrebs diagnostiziert wurde.[8] Anfang 2017 kehrte sie ins Parlament zurück und wurde als Bildungsministerin in das Kabinett berufen.[9] Bei den Wahlen 2017 konnte sie ihren Parlamentssitz verteidigen, wenngleich die National Party nicht mehr die Regierung stellte. Im Mai 2020 wurde Kaye zur stellvertretenden Parteivorsitzenden der National Party gewählt.[10] Nach dem Rücktritt von Todd Muller wenige Wochen nach seiner Wahl war Kaye am 14. Juli 2020 für wenige Stunden interimsweise amtierende Parteivorsitzende, bevor Judith Collins zur neuen Vorsitzenden gewählt wurde. Kaye trat selbst nicht mehr zur Wiederwahl als stellvertretende Parteivorsitzende an und kündigte stattdessen zwei Tage später ihren kompletten Rückzug aus der Politik an. So trat sie auch zu den Wahlen im Oktober 2020 nicht mehr bei den Parlamentswahlen an.[11]

Kaye erlag am 23. November 2024 im Alter von 44 Jahren ihrer Brustkrebserkrankung.[12]

Commons: Nikki Kaye – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI