Nikolaus Marsch

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Nikolaus Marsch (* 2. Dezember 1977 in Verden) ist ein deutscher Rechtswissenschaftler und Professor für Öffentliches Recht an der Universität des Saarlandes. Seine Forschungsschwerpunkte liegen unter anderem im Informations-, Medien- und Datenschutzrecht sowie in der Rechtsvergleichung.

Leben

Marsch studierte von 1998 bis 2003 Rechtswissenschaft an der Universität Trier und der Humboldt-Universität zu Berlin. Das Rechtsreferendariat absolvierte er am Kammergericht Berlin, unter anderem mit Stationen am Bundesverfassungsgericht (Wolfgang Hoffmann-Riem) und an der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer. Als Stipendiat des DAAD durchlief Marsch zwischen 2008 und 2010 eine Ausbildung an der École nationale d’administration (ENA, heute INSP) in Straßburg. In diesem Rahmen arbeitete er im Stab des Präfekten des Département Haut-Rhin in Colmar sowie der Europaabteilung des Immigrationsministeriums in Paris und erwarb das Diplôme international d’administration publique.

Promoviert wurde Marsch 2010 an der Universität Osnabrück mit einer Dissertation über die Subjektivierung der gerichtlichen Verwaltungskontrolle in Frankreich (Betreuer: Jens-Peter Schneider). Anschließend war er von 2011 bis 2016 Akademischer Rat a. Z. an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. 2017 folgte dort seine Habilitation mit der Schrift Das europäische Datenschutzgrundrecht, die ebenfalls von Jens-Peter Schneider betreut wurde und für die er den Werner-von-Simson-Preis der Universität Freiburg sowie den DSRI-Wissenschaftspreis erhielt. Ihm wurde die venia legendi für Öffentliches Recht, Europarecht und Rechtsvergleichung verliehen. Für das Lehrbuch Französisches und Deutsches Verfassungsrecht wurde Marsch 2017 gemeinsam mit Yoan Vilain und Mattias Wendel mit dem Parlamentspreis des Deutschen Bundestags und der französischen Nationalversammlung ausgezeichnet. Von 2016 bis 2018 vertrat Marsch am Karlsruher Institut für Technologie den Lehrstuhl für Öffentliches Recht, insbesondere öffentliches Informationsrecht, Datenschutzrecht und Regulierungsrecht. Auf diesen wurde er 2018 berufen und zum Universitätsprofessor (W3) ernannt. Dort leitete er bis 2019 das Institut für Informations- und Wirtschaftsrecht.

2019 folgte Marsch einem Ruf an die Universität des Saarlandes auf einen Lehrstuhl für Staats- und Verwaltungsrecht (seit 2021: Lehrstuhl für Deutsches und Europäisches Öffentliches Recht und Rechtsvergleichung). Zugunsten des Rufs an die Universität des Saarlandes lehnte er einen ebenfalls 2019 ergangenen Ruf an die Universität Passau ab (Lehrstuhl für Europäisches und Internationales Informations- und Datenrecht). 2024 erhielt er sowohl einen Ruf an die Universität Osnabrück (Professur für Öffentliches Recht) als auch einen Ruf an die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (Fiebiger-Professur für Öffentliches Recht und ein Grundlagenfach), die er ebenfalls zugunsten der Universität des Saarlandes ablehnte. Marsch wurde mit mehreren Lehrpreisen ausgezeichnet.

Schriften (Auswahl)

Monographien

  • Das europäische Datenschutzgrundrecht. Grundlagen – Dimensionen – Verflechtungen. Tübingen 2018, ISBN 3-16-155422-1 (zugl. Habilitation).
  • Subjektivierung der gerichtlichen Verwaltungskontrolle in Frankreich – Eilverfahren und Urteilsimplementation im objektiv-rechtlich geprägten Kontrollsystem. Baden-Baden 2011, ISBN 978-3-8329-6188-6 (zugl. Dissertation).

Herausgeberschaften

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