Nikolaus Matthes

deutsch-schweizerischer Musiker, Komponist, Regisseur und Tonmeister From Wikipedia, the free encyclopedia

Nikolaus Matthes (* 1981 in Berlin) ist ein deutsch-schweizerischer Musiker, Dirigent, Komponist und Regisseur.

Leben, Ausbildung und Tätigkeiten

Nikolaus Matthes wurde in Berlin geboren und ist in Lüneburg und Basel aufgewachsen. Der Matura mit Schwerpunkt Musik (M) am Gymnasium Liestal (Dezember 2000) folgte eine langjährige Tätigkeit als Theaterregisseur und Pädagoge an der Sekundarschule Burg in Liestal (bis 2016) sowie am Gymnasium am Münsterplatz Basel (bis 2004).

Matthes hospitierte unter anderem 2001 bei Daniel Barenboim an der Staatsoper Unter den Linden in den Proben zum Wagner-Zyklus 2001 sowie 2003 bei Konrad Junghänel am Theater Basel (für »L’incoronazione di Poppea« von Claudio Monteverdi) und 2004, ebenfalls bei Konrad Junghänel, an der Sächsischen Staatsoper Dresden (für »Wie liegt die Stadt so wüste, die voll Volkes war«, eine szenische Produktion mit Musik von Heinrich Schütz und Matthias Weckmann in der Regie von Herbert Wernicke).

Von 2004 bis 2007 studierte Matthes Filemacherei an der London Film Academy in London sowie von 2013 bis 2028 Musiktheorie und Komposition an der Musik-Akademie der Stadt Basel bei Michel Roth und Johannes Menke. Das Studium schloss er 2018 mit dem Master of Arts und einer Arbeit über den »Kanon in der Bachkantate« ab.[1]

Von August 2016 bis Dezember 2019 arbeitete Matthes als Assistent des Tonmeisters Stefan Ritzenthaler bei Gallus Media AG, St. Gallen. Seit 2016 ist Matthes als freischaffender Musiker, Dirigent und Komponist tätig.

Das erste Werk, mit dem Matthes als freischaffender Musiker an die Öffentlichkeit trat, waren das im Rahmen des Bachelor-Abschlusses erarbeitete Education-Projekt »Das goldene Vließ«. Für die Inszenierung der gleichnamigen Trilogie von Franz Grillparzer komponierte Matthes Musik zu Teilen der Handlung. Die Produktion, für die Matthes auch als Regisseur und Produzent sowie als musikalischer Leiter verantwortlich zeichnete, wurde im März 2016 mit dem Zürcher Barockorchester und einer Sekundarschulklasse aus Liestal sowie mit drei Sängern, zwei Schauspielern und einer Rockband am Gymnasium Oberwil BL gezeigt und auf CD / DVD aufgenommen.[2]

2018 führte Matthes eine »Abschiedskantate« auf, die einen Gehörbildungsdozenten und dessen 42-jährige Tätigkeit an der Schola Cantorum Basiliensis würdigte.[3]

Im Auftrag des Projektes Studio 31+ komponierte Matthes 2019 einen Zyklus von »32 Miniaturen für das Clavemusicum omnitonum«, uraufgeführt am Gare du Nord in Basel im Februar 2020 von Johannes Keller.

Von Dezember 2019 bis April 2020 entstand die »Markuspassion«: Matthes legt mit ihr die erste barocke Gesamtneuvertonung des 1731 mutmaßlich von J. S. Bach vertonten Librettos von Christian Friedrich Henrici, genannt Picander vor.[4] Die Markuspassion wurde in vier Konzerten im März 2023 zum ersten Mal aufgeführt (Uraufführung: Kirche St. Peter, Zürich, 23. März 2023).[5][6]

Mit dem »Contrapunctus XIX«, einer 2024 geschriebenen Vervollständigung der unvollendeten Fuge aus Johann Sebastian Bachs Kunst der Fuge (BWV 1080), hat Matthes eine neue Fassung dieses Werkes für vier Stimmen oder ein Tasteninstrument vorgelegt.[7]

Inszenierungen

Kompositionen

Werbung für die deutsche Erstaufführung der Markuspassion in Göttingen, März 2026
  • 2016: Das goldene Vließ. Musik zur gleichnamigen Trilogie von Franz Grillparzer. Education-Projekt mit dem Zürcher Barockorchester, 3 Sängern, 2 Schauspielern und einer Sekundarschulklasse. Aufführungen: 13. bis 16. März 2016, Oberwil BL.[11]
  • 2017: Vier Choralaussetzungen von Bachchorälen. Erstellt für die CD-Edition »Bach 333«; eingespielt für Deutsche Grammophon von Christian Schmitt.[12]
  • 2017–2018: Cantata ad ineundum Ioanni Petri Textoris otium (Kantate zum beginnenden Ruhestand von Hans Peter Weber). Aufführung: Musik-Akademie Basel, Grosser Saal; 19. Juni 2018.[13]
  • 2018–2019: Michi. Musik für 14 Stimmen. Konzert zum Gedenken an Dr. Michael Kessler. Musik-Akademie Basel, Grosser Saal; 5. Oktober 2019.
  • 2019: 32 Miniaturen für das Clavemusicum omnitonum. Uraufführung: Gare du Nord, Basel, Johannes Keller; 6. Februar 2020.[14]
  • 2019–2020: Markuspassion. Oratorische Passion nach dem Text von Christian Friedrich Henrici, genannt Picander, für Solisten, Chor und Orchester in barocker Besetzung. Uraufführung: März 2023.[15]
  • 2024: Contrapunctus XIX. Vervollständigung der unvollendeten Fuge aus Johann Sebastian Bachs Kunst der Fuge.[16]
  • 2025: Hoy! – Matrosen, kommt gelaufen! Seefahrerkantate – oder: Die Taufe der »Queen Bach«. Nach einem Libretto von Roberto Bargellini.
  • 2025: The Road Not Taken. Für gemischten Chor, Sprecher und Klavier zu vier Händen. Nach einem Gedicht von Robert Frost.

Einzelnachweise

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