Nimrod Workman

amerikanischer Folksänger und Gewerkschaftsaktivist From Wikipedia, the free encyclopedia

Nimrod Workman (geboren 5. November 1895 in Inez (Kentucky); gestorben 26. November 1994 in Knoxville (Tennessee)) war ein US-amerikanischer Folksänger, Bergarbeiter und Gewerkschafter. Sein musikalisches Repertoire umfasste traditionelle englische und schottische Balladen, die in seiner Familie überliefert wurden, Volkslieder Appalachias und eigene Kompositionen.

Workman und seine Tochter Phyllis (1973)

Leben

Nimrod Workman wurde in Inez, Martin County (Kentucky) geboren und nach seinem Großvater Nimrod Workman (1842–1914) benannt, der seinem Namensvetter „die alten Balladen aus Großbritannien über Lords und Ladies und die alten schottischen Kriege“ beibrachte.[1] Im Alter von 14 Jahren begann er in den Kohlenbergwerken von Howard Collieries in Mingo County zu arbeiten und war 42 Jahre lang als Bergmann tätig, bis er aufgrund einer Staublunge und eines Bandscheibenvorfalls in den Ruhestand gehen musste. Seine Frau Mollie Bowens (1912–1998) war mütterlicherseits italienischer Abstammung. Das Paar hatte dreizehn Kinder.[1]

Aktivismus

Während seiner gesamten Karriere im Kohlebergbau engagierte sich Workman aktiv in der Gewerkschaftspolitik und in der Organisation der United Mine Workers of America. Von 1920 bis 1921 arbeitete er gemeinsam mit der Gewerkschaftsaktivistin Mary Harris „Mother“ Jones in West Virginia und nahm an der Schlacht am Blair Mountain teil. In späteren Jahren setzte er sich für Opfer der Schwarzlunge ein und erhielt 1971 eine Entschädigung von der Gewerkschaft für seine eigenen Gesundheitsprobleme.[2]

Traditionelle Musik und späteres Leben

Zu den Liedern, die Workman von seinem Großvater geerbt hatte, gehörten Versionen vieler Child Ballads, wie etwa Young Beichan,[3] Young Hunting,[4] Edward,[5] Little Musgrave,[6] Sir Lionel,[7] The Wife of Usher’s Well,[8] The Farmer's Curst Wife,[9] Barbara Allen,[10] Captain Wedderburn’s Courtship[11] und The House Carpenter.[12]

Nach seiner Pensionierung als Bergmann wurde er als Folksänger bekannt und trat häufig in Appalachia sowie beim Smithsonian Folklife Festival[13][14] und der Weltausstellung 1982 auf.[15] Er nahm zwei Alben auf: Passing Thru the Garden mit seiner Tochter Phyllis Boyens, das 1975 bei June Appal Recordings erschien, und Mother Jones’ Will beim Label Rounder Records im Jahr 1978.[16] Weiterhin steuerte er Lieder zu mehreren Alben mit traditioneller Musik und Musik aus dem Kohlebergbau bei.

Workman wurde vom berühmten Archivar und Ethnomusikologen Alan Lomax gefilmt. Er war auch Gegenstand des Dokumentarfilms Nimrod Workman: To Fit My Own Category, produziert von Appalshop Films, und trat als er selbst in den Dokumentarfilmen Harlan County U.S.A., Chase the Devil: Religious Music of the Appalachians und The Grand Generation auf.[1] Man hört ihn in der Begräbnisszene in Nashville Lady, in der auch Phyllis Boyens als Loretta Lynns Mutter zu sehen ist, den Gesang von Amazing Grace anführen.[17][2]

Workman wurde 1986 mit dem National Heritage Fellowship ausgezeichnet, einer Auszeichnung der National Endowment for the Arts, der höchsten Ehrung der US-Regierung im Bereich der Volkskunst und traditionellen Künste.[18]

Er verbrachte den größten Teil seines Lebens in Chattaroy (West Virginia), lebte jedoch in seinen späteren Jahren in Mascot (Tennessee). Er starb 1994 im Alter von 99 Jahren in Knoxville (Tennessee).[1][2][19][20]

Diskografie

Alben

  • 1974: Passing Thru the Garden (mit Phyllis Boyens) (June Appal Recordings)
  • 1978: Mother Jones’ Will (Rounder Records) – dieses Album wurde mit sieben zusätzlichen Titeln neu herausgebracht (2011, Musical Traditions Records)
  • 2008: I Want to Go Where Things Are Beautiful (Twos & Fews / Drag City. Aufgenommen von Mike Seeger, 1982.)

Kompilationen

  • 1973: Come All You Coal Miners (Rounder; Albatros) Both Lungs Is Broke Down, The N and W (Don’t Stop Here No More), Don’t You Want to Go to that Land
  • 1981: Traditional Music on Rounder (Rounder) Watergate Boogie
  • 1996: The Land of Yahoe (Rounder) Way Out West in Kansas
  • 2005: Meeting’s a Pleasure: Folk Songs of the Upper South, Vols. 2-4 (Musical Traditions) Dixon Said to Johnson, Charlotte of Edinboro Town, The House Carpenter, I’m Drinking from the Fountain (mit Mollie Workman), Day Is Breaking in My Soul, Black Dress Blues
  • 2006: Harlan County USA: Songs of the Coal Miner's Struggle (5, Rounder) Coal Black Mining Blues

Filmografie

  • 1975: Nimrod Workman: To Fit My Own Category. Regie: Anthony Slone und Scott Faulkner
  • 1976: Harlan County USA. Regie: Barbara Kopple
  • 1980: Nashville Lady (Coal Miner’s Daughter). Regie: Michael Apted
  • 1990: Chase the Devil: Religious Music of the Appalachians. Regie: Jeremy Marre
  • 1991: American Patchwork: Appalachian Journey. Regie: Alan Lomax
  • 1991: American Patchwork: Dreams and Songs of the Noble Old. Regie: Alan Lomax
  • 1993: The Grand Generation. Regie: Marjorie Hunt, Paul Wagner und Steven Zeitlin

Einzelnachweise

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