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Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg

Ehefrau von Claus Schenk Graf von Stauffenberg From Wikipedia, the free encyclopedia

Nina Magdalena Elisabeth Lydia Herta Schenk Gräfin von Stauffenberg, geb. Freiin von Lerchenfeld (* 27. August 1913 in Kowno, damals Russisches Kaiserreich, heute Litauen; † 2. April 2006 in Kirchlauter, Deutschland), war mit Claus Schenk Graf von Stauffenberg verheiratet.

Leben

Grab von Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg

Nina Freiin von Lerchenfeld kam als einziges Kind des fränkischen Generalkonsuls Gustav Freiherr von Lerchenfeld (1871–1944), einem königlich bayerischen Kämmerer und kaiserlichen Generalkonsul, sowie der baltischen Adeligen Anna Freiin von Stackelberg (1880–1945) zur Welt.

Sie wuchs in Bamberg auf und besuchte dort das Lyzeum.[1][1.1] Anschließend wechselte sie auf die von Elisabeth von Thadden gegründete und nach ihr benannte Schule.[1][1.1]

1930 kam sie mit der Mittleren Reife zurück nach Bamberg, in der Schule war sie mit fortschrittlichen Gedankengut in Berührung gekommen.[2] Bereits mit 16 Jahren lernte die Schülerin Claus Schenk Graf von Stauffenberg kennen. Nach der Verlobung 1932[3] folgte in Bamberg am 26. September 1933 die standesamtliche sowie am darauffolgenden Tag in der Jakobskirche die kirchliche Trauung.[4] Die Kinder wurden nach der Tradition des Hauses Stauffenberg katholisch getauft und erzogen, obwohl Nina wie auch die Mutter von Claus von Stauffenberg evangelisch waren. Der Ehe entstammen insgesamt fünf Kinder, von denen das jüngste erst ein halbes Jahr nach der Hinrichtung des Vaters zur Welt kam:

  • Berthold Maria Schenk Graf von Stauffenberg (* 3. Juli 1934 in Bamberg), Generalmajor
  • Heimeran Schenk Graf von Stauffenberg (* 9. Juli 1936 in Bamberg; † 20. Oktober 2020 in Zürich)
  • Franz Ludwig Schenk Graf von Stauffenberg (* 4. Mai 1938 in Bamberg), Bundestagsabgeordneter (MdB)
  • Valerie von L’Estocq (* 15. November 1940 in Bamberg als Valerie Ida Huberta Karoline Anna Maria Schenk Gräfin von Stauffenberg; † 4. Juni 1966 in München an Leukämie[5]), seit 4. April 1964 verheiratet mit Heino von L’Estocq (* 1935 in Potsdam)
  • Konstanze von Schulthess (* 27. Januar 1945 in Frankfurt (Oder) als Konstanze Schenk Gräfin von Stauffenberg), Autorin

Dass ihr Mann mit anderen Wehrmachtsoffizieren einen Staatsstreichs gegen das nationalsozialistische Reich planten, war ihr bekannt, nicht hingegen der erst spät gefasste Entschluss ihres Mannes, das Attentat selbst auszuführen. Am 16. Juli 1944 telefonierte sie das letzte Mal mit ihrem Mann, anschließend fuhr sie mit den Kindern in die Sommerfrische nach Lautlingen zu ihrer Schwiegermutter.[1.2]

Gedenktafel an der Außenmauer des Rottweiler Gefängnisses

Die Gestapo traf am 23. Juli in Lautlingen ein und nahm die damals schwangere Nina von Stauffenberg in Gewahrsam. Zunächst wurde sie ins Gefängnis nach Rottweil gebracht, wo sie die erste Woche, die sie dort verbringen musste, beinahe als „Idylle“ empfand. Ihre nächste Station war das gefürchteten Gefängnis des Reichssicherheitshauptamtes in der Prinz-Albrecht-Straße in Berlin. Daraufhin wurde sie für einen Zeitraum von drei Wochen in das Gefängnis am Alexanderplatz eingeliefert. Ende August wurde sie schließlich ins KZ Ravensbrück verlegt. Die schwangere von Stauffenberg blieb fünf Monate lang in Einzelhaft. Am 17. August wurden auch ihre Kinder von der Gestapo in Sippenhaft genommen. Sie wurden von den Nationalsozialisten in das Kinderheim im Borntal in Bad Sachsa verschleppt.[1.1]

Im Januar wurde von Stauffenberg in ein Entbindungsheim der NSDAP gebracht. Sie brachte ihr fünftes Kind, Konstanze, am 27. Januar 1945 in Frankfurt (Oder) zur Welt. Einige Tage später kam ihre Mutter Anna im Strafvollzugslager Danzig-Matzkau ums Leben. Krank und mit ihrem Neugeborenen wurde sie in einem Lazarettzug ins St-Josefs-Krankenhaus nach Potsdam gebracht. Im April waren die anderen Sippenhäftlinge nach Schönau am Königsee deportiert worden; auch Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg mit ihrem Baby in der Nähe an. Der Begleiter erhielt keine spezifischen Anweisungen für den Umgang mit ihr und wo sie hin sollten. Nach einer langen Wanderung erreichten sie Trogen in der Gemeinde Bad Feilnbach, dort weigerte sich die Gräfin, weiterzulaufen. Sie stellte ihrem Bewacher ein gutes Zeugnis aus und er ließ sie zurück. Anschließend suchte sie einen guten Bekannten ihres Vaters auf, bei dem sie bleiben konnte.[1.3]

Nach Kriegsende fand sich die Familie auf dem Familiensitz in Lautlingen (heute ein Stadtteil von Albstadt) zusammen. Von Stauffenberg verfasste im August 1946 einen Persilschein für den ehemaligen Oberstaatsanwalt und SA-Obersturmbannführer Gottlob Braun, der ihr Ende Juli 1944 den einwöchigen Aufenthalt in der Haftanstalt Rottweil erleichtert habe.[6]

Jahrelang versuchte von Stauffenberg ihr ehemaliges Wohnhaus in Bamberg wieder bewohnbar zu machen. Sie konnte Teile des Inventars, das beschlagnahmt oder geraubt wurde, wiederfinden und zog 1953 mit ihrer Familie dort wieder ein.[2] In der Nachkriegszeit setzte sie sich besonders für das Zusammenleben der Deutschen mit den in Deutschland stationierten US-Soldaten ein. Am 27. September 1968 war sie Mitbegründerin der „Schutzgemeinschaft Alt Bamberg e. V.“[2], die aus Protest gegen den Abbruch des stadtbildprägenden Hauses „zum Marienbild“ am Kaulbergfuß zugunsten einer Straßenverbreiterung zum Schutz der Bamberger Altstadt gegründet wurde.

Am 2. April 2006 starb Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg im Alter von 92 Jahren im Schloss Kirchlauter.

Auszeichnungen und Ehrungen

Ihre Freundin Christa von der Marwitz regte in Zusammenarbeit mit dem Inner Wheel Club Darmstadt die Taufe einer Rose auf den Namen „Nina-von-Stauffenberg“ an. Gepflanzt wurde die rosafarbene Kletterrose der Sorte Gloria Dei 2008 in Anwesenheit des Sohnes von Nina von Stauffenberg, Franz Ludwig Schenk Graf von Stauffenberg, auf der Darmstädter Rosenhöhe.[7][8]

Literatur

Commons: Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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