No Hit Wonder

Film von Florian Dietrich (2025) From Wikipedia, the free encyclopedia

No Hit Wonder ist ein deutscher Spielfilm aus dem Jahr 2025 von Regisseur Florian Dietrich nach einem Drehbuch von Florian David Fitz, der an der Seite von Nora Tschirner auch die männliche Hauptrolle übernahm.[3]

TitelNo Hit Wonder
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr2025
Schnelle Fakten Titel, Produktionsland ...
Film
Titel No Hit Wonder
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2025
Länge 118 Minuten
Altersfreigabe
Produktions­unternehmen
Stab
Regie Florian Dietrich
Drehbuch Florian David Fitz
Produktion
Kamera Max Preiss
Schnitt Julia Karg
Besetzung
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Handlung

Viele Jahre nach seinem Erfolgslied Time Time Time hadert Musiker Daniel Nowak noch immer mit seinem Image als One-Hit-Wonder. Die Zeiten, in denen ihm die Presse zu Füßen lag und er mit seinen Konzerten ganze Stadien füllte, liegen lange zurück. Um seinen Lebensunterhalt zu verdienen, sieht er sich inzwischen gezwungen, an Reality-Shows teilzunehmen und vor überschaubarem Publikum in Möbelhäusern aufzutreten. Als er nach einem Auftritt eines Abends entscheidet, seinem Dasein durch einen Kopfschuss auf seinem Balkon ein Ende zu setzen, misslingt der Versuch: Er fällt von der Brüstung und landet mit einer Gehirnerschütterung, einem Bänderriss und einem sauberen Backendurchschuss in der geschlossenen Abteilung einer Münchner Psychiatrie.

In der Klinik verweigert Daniel zunächst jedweden Behandlungsansatz der Ärzte. Dass die Presse von seinem Suizidversuch nicht einmal Notiz genommen hat, deprimiert ihn. Die in der Psychiatrie angestellte Forscherin Dr. Lissi Waldstett, die sich mit Glücksforschung beschäftigt, bietet Daniel an, ihm aus der Abteilung zu helfen, sofern er sich an ihrer Studie in der benachbarten Tagesklinik beteiligt, im Rahmen derer Lissi forscht, inwieweit gemeinsamer Gesang einer Gruppe einsamer, depressiver Menschen helfen kann, glücklicher zu werden. Zunächst winkt er ihren Vorschlag ab. Als ihm eine Journalistin jedoch anbietet, ein umfassendes Interview mit ihm führen zu wollen, sieht er in Lissis Angebot die einzige Möglichkeit, der Abteilung entfliehen zu können, und willigt ein.

In Lissis Forschungsgruppe begegnet Daniel einer Reihe liebenswürdiger Außenseiter. Als er sein musikalisches Talent nutzt, um die Gruppe gesanglich voranzubringen, kann er auch die Teilnehmer zunehmend für das Projekt begeistern. Als es ihm schließlich gelingt, auch die Jugendliche Elaha aus der Reserve zu locken und sie den Chor mit einer Version von Wrecking Ball stimmlich anführt, findet ein Handyvideo der Probe noch am selben Abend virale Aufmerksamkeit und der Chor erhält eine Einladung in eine Late-Night-Show. Lissi, die einen Auftritt für unverantwortlich hält, versucht Daniel davon abzuhalten, die Gruppe der Öffentlichkeit auszusetzen, wird von Daniel, dessen Interview zwischenzeitlich geplatzt ist, und den Teilnehmern jedoch überstimmt.

Als bei der Aufzeichnung der Sendung das demente Chormitglied Helmut nicht auftaucht, erzeugt sein Fehlen Unsicherheit in der Gruppe und der Auftritt misslingt. Elaha entscheidet sich kurzerhand dazu, Time Time Time auf der Bühne anzustimmen und zwingt Daniel dazu, einzustimmen. Während beide für ihr Duett vom anwesenden Studiopublikum gefeiert werden, wird den restlichen Chormitgliedern kaum Aufmerksamkeit zu Teil. Auf der After-Show-Party fällt Daniel in alte Muster und genießt die wiedergewonnene Aufmerksamkeit bei alten Bekannten und Drogen. Als Elaha nach Ausstrahlung der Sendung eine Reihe negativer Kommentare im Internet liest, droht sie in einem Livestream, sich vom Dach eines Hauses zu stürzen, kann jedoch vom Rest des Chors abgehalten werden.

Als Daniel am nächsten Morgen aufwacht, sieht er ein, dass er sich falsch verhalten hat. Im Probenraum angekommen, findet er jedoch nur Lissi vor, die ihm mitteilt, dass die von ihr eingereichte Forschungsarbeit nicht der Gruppe, sondern ihm galt und in einer weiteren Studie münden soll. In einem Gespräch mit Elaha, die zwischenzeitlich auf der geschlossenen Abteilung aufgenommen wurde, kann Daniel sie davon überzeugen, Social Media den Rücken zu kehren und sich mit ihrem Vater auszusöhnen. Lissi gibt in Folge des Vorfalls ihre Anstellung in der Klinik auf, willigt jedoch in Daniels Vorschlag ein, einander besser kennenlernen zu wollen, nachdem sie sich zuvor bereits näher gekommen waren. Helmut, der inzwischen in einem Pflegeheim lebt, wird von dem Chor mit einer Interpretation des Liedes Come On Eileen überrascht.

Produktion und Hintergrund

Das Evangelische Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge in Berlin-Lichtenberg diente unter anderem als Kulisse.

Das Drehbuch zum Film verfasste Hauptdarsteller Florian David Fitz in Folge verschiedener Recherchen, die sich mit der Frage beschäftigten, ob Singen glücklich macht.[4] Ausgangspunkt dafür waren auch seine eigenen musikalischen Erfahrungen, nachdem er schon während seiner Schulzeit viel musiziert, in einer A-cappella-Gruppe gesungen sowie im Chor und in einer Band gespielt hatte.[5] Als Hauptthema des Films benannte Fitz Einsamkeit.[4] Die Rolle der Lissi Waldstett schrieb er eigens für Nora Tschirner.[6]

Die Dreharbeiten zu No Hit Wonder fanden unter dem Arbeitstitel One Hit, No Wonder an 38 Drehtagen vom 4. Oktober bis zum 26. November 2024 in Berlin und im Hauptspielort München statt.[3][7] Als Kulisse dienten unter anderem das Evangelische Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge in Berlin-Lichtenberg, die ehemalige Bundesschule des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes im Norden von Bernau bei Berlin sowie das seit 1991 geschlossene Hubertusbad,[8] das eine ursprüngliche im Drehbuch angedachte Kirche als Spielort ersetzte.[9]

Produziert wurde der Film von Pantaleon Films in Koproduktion mit der Warner Bros. Filmproduktion und Koryphäen Film.[3] Als Produzenten fungierten Marco Beckmann, Daniel Sonnabend und Dan Maag.[7][10] Die Kamera führte Max Preiss, die Montage verantwortete Julia Karg. Den Ton gestaltete Dominik Leube, das Kostümbild Ulé Barcelos und das Szenenbild Susann Bieling.[3][7][10] Produktions- und Verleihförderung erhielt die Produktion durch den FilmFernsehFonds Bayern, die Mitteldeutsche Medienförderung und die Medienboard Berlin-Brandenburg GmbH.[3][7] Die Filmförderungsanstalt gewährte 200.000 Euro für Medialeistungen.[3] Der Deutsche Filmförderfonds förderte das Projekt mit rund 1,8 Millionen Euro.[3]

Musik

Für die Filmmusik zu No Hit Wonder zeigten sich die beiden Jazzmusiker und Komponisten John Gürtler und Jan Miserre verantwortlich.[7] Das Lied Time Time Time, das Hauptcharakter Daniel Nowak im Film singt, wurde von Fitz eigens für den Film komponiert und eingesungen.[11] Als Produzenten des Songs, der am 20. September 2025 als Single veröffentlicht wurde, trat das Duo Truva, bestehend aus Benedikt Schoeller und Timothy Auld, in Erscheinung.[12] Neben Time Time Time interpretiert der Chor im Film eine Reihe bekannter Popsongs, darunter Get Lucky von Daft Punk, Wrecking Ball von Miley Cyrus und Come On Eileen von den Dexys Midnight Runners. Als Musiksupervisor agierte Milena Fessmann.[7]

Vor dem Kinostart wurden Ensembles aufgerufen, ihre eigenen Interpretationen des Filmsongs Time Time Time einzureichen.[13] Es gewann der Jugendchor P!tchPlease! aus Elz, mit den Chorleitern Raphael Ries und Nicolas Ries.[14]

Rezeption

SWR-Redakteurin Anna Wollner befand, dass der Film als „schwarzhumorige Wohlfühlkomödie mit bissigem Witz und tiefgründigen Rollen“ überzeuge. Die Produktion erfinde „das Rad des Chorfilms“ zwar nicht neu, aber „die Vorhersehbarkeit der Geschichte ist ausnahmsweise keine Schwäche, sondern die Möglichkeit, sich voll und ganz auf das Singen und das daraus entstehende Glück zu konzentrieren“. Die Rolle des Daniel habe sich Florian David Fitz auf den Leib geschrieben. Nora Tschirner glänze „mit ihrer gewohnt spröden Rotzig- und Trotzigkeit“.[15]

Hauptdarsteller Florian David Fitz erhielt ausnahmslos positive Kritiken für sein Spiel im Film.[16]

Kamil Moll von Die Welt befand, dass auch in No Hit Wonder Fitz' erprobtes Mischverhältnis von „(bisweilen arg reibungslos abgespulter) Komik und (nicht immer ganz ausgewogenem) Drama [...] trotz aller gelegentlichen Unzulänglichkeiten erstaunlich“ gut funktioniere und einmal mehr an „die warmherzig beobachtenden Tragikomödien von James L. Brooks“ erinnere. Fitz’ „zärtlich humoristischer Umgang mit seinen Figuren“ präsentiere sich „auch bei dieser Drehbucharbeit wieder einnehmend und nachgerade entwaffnend“.[17]

Christoph Petersen vergab auf filmstarts.de drei von fünf Sternen. Zwei Drittel lang halte der Film „eine stimmige, launige Balance zwischen schwarzem Humor und süßlicher Erbauung, bevor die Wohlfühl-Komödie im letzten Drittel doch noch unter ihrer eigenen staatstragenden Schwere zusammenzubrechen“ drohe. Insbesondere Tschirner, die „mit ihrer pragmatisch-trockenen Art einen wunderbaren Gegenpol“ präsentiere, verhindere lange Zeit, dass No Hit Wonder „zu sehr in Richtung Betroffenheitskitsch“ abgleite.[18]

Barbara Schweizerhof, Redakteurin der Zeitschrift epd Film, kritisierte, dass während „Fitz den depressiven Narzissten, der anfangs blind ist für die Bedürfnisse anderer, aber im Lauf des Films eine Menge dazu lernt, sehr überzeugend“ vermittle, Tschirner hingegen „sichtlich Mühe mit einer Rolle“ habe, „die zu viel gleichzeitig sein soll“. Lob fand Schweizerhof für die musikalische Umstetzung im Spielfilm sowie „den richtigen Mix aus Überspitzung und Authentizität, aus Komödie und Rührung“, mit der von den Nebenfiguren erzählt würde.[16]

Sandro Götz von outnow.ch urteilte, dass der Film gekonnt die Balance zwischen schwarzem Humor und einem bitteren Blick hinter die Fassaden der Betroffenen halte und trotz der etwas vorhersehbare Geschichte dank toller Schauspieler und der Musik berühre.[19] Thomas Schultze von the-spot-mediafilm.com bezeichnete No Hit Wonder als „bittersüße, emotional beglückende Komödie“,[20] während Oliver Armknecht den Film auf film-rezensionen.de als sympathisch und unterhaltsam deklarierte.[21] Filmdienst nannte No Hit Wonder eine „überwiegend leichte Komödie mit schrägen Figuren“, der „überzeugend besetzt“ sei und auch „dramatisch-düstere Momente nicht“ scheue.[22]

Veröffentlichung

Ein erster Trailer zu No Hit Wonder wurde im Juli 2025 veröffentlicht.[23] Die Premiere fand am 21. Oktober 2025 im Mathäser Filmpalast in München statt.[24] Kinostart war in Deutschland schließlich am 30. Oktober 2025.[3][7][25]

In Deutschland konnte sich der Film nach Ende des ersten Vorführwochenendes hinter Pumuckl und das große Missverständnis, Predator: Badlands und All das Ungesagte zwischen uns – Regretting You auf Rang vier der deutschen Kinocharts platzieren.[26] In der Deutschschweiz hielt sich der Spielfilm drei Wochen in den Charts.[27]

Die Veröffentlichung auf DVD ist für den 5. März 2026 geplant.[28] Am 20. März 2026 soll der Film in das Angebot von HBO Max aufgenommen werden.[29]

Einzelnachweise

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