No Kings!
Musikalbum von Luís Vicente, John Dikeman, William Parker und Hamid Drake
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No Kings! ist ein Musikalbum von Luís Vicente, John Dikeman, William Parker und Hamid Drake. Die 2022 live im Bimhuis, Amsterdam, entstandenen Aufnahmen erschienen am 6. Oktober 2025 auf JACC Records.
| No Kings! | |
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| Livealbum von Luís Vicente, John Dikeman, William Parker und Hamid Drake | |
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Veröffent- |
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Aufnahme |
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JACC Records | |
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Format(e) |
CD, Download |
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Titel (Anzahl) |
1 |
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1:08:02 | |
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Besetzung |
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Aufnahmeort(e) |
Bimhuis, Amsterdam |
Hintergrund
Der Saxophonist John Dikeman, der seit vielen Jahren in den Niederlanden lebt, hat bereits eine lange Geschichte der Zusammenarbeit mit dem Schlagzeuger Hamid Drake, und dieses Quartett mit dem Bassisten William Parker und Trompeter Luís Vicente hatte zuvor bereits das Album Goes without Saying, but It’s Got to Be Said (2020) aufgenommen.
Titelliste
- Luís Vincente, John Dikeman, William Parker, Hamid Drake: No Kings! (JACC Records – JACCRECORDS59)[1]
- No Kings! 1:08:02
Die Komposition stammt von Hamid Drake, John Dikeman, Luís Vicente und William Parker.
Rezeption
No Kings! sei [wegen der „No Kings“-Proteste] ein brandaktuelles Thema, und seit Donald Trumps Machtantritt sogar zu einem Schlachtruf und einer Art Weltanschauung geworden: „Weder Gott noch Cäsar noch [ein] Tribun“ – das Quartett nutze diese Energie, um einen frenetisch libertären und kollektiven Spielstil zu etablieren, schrieb Franpi Barriaux (Citizen Jazz). Wenn die Trompete manchmal die Führung übernimmt, liege das daran, dass Dikemans Tenorsaxophon ihr dicht auf den Fersen sei und der Kontrabass gewaltige Schritte nach vorne mache. Parkers Rolle im Quartett sei eindeutig die des Bindeglieds; wenn er sich ein paar virtuose Soli erlaube, dann nur, um den Bläsern Zeit zu geben, wieder ins Geschehen einzugreifen. Ähnlich überraschend, angesichts seiner früheren Zusammenarbeit mit Dikeman, würde Drake recht unbeschwert spielen. Das Schlagzeug tobe im Einklang mit Dikeman und Vicente und verleihe dem Ganzen eine wahrhaft kollektive Stimme. No Kings sei ein leuchtendes Beispiel für Luís Vicentes Status als eine der führenden Stimmen des europäischen Free Jazz und der improvisierten Musik. Sein Zusammenspiel mit Dikeman würde unmittelbar und besonders im letzten Viertel dieses einstündigen Stücks brillant klingen, wenn die Spannung allmählich einem wunderschönen, fast stillen Wechselspiel des rhythmischen Duos weiche.[2]
Nach Ansicht von John Sharpe, der das Album in All About Jazz rezensierte, dokumentiert No Kings! ein explosives Aufeinandertreffen zwischen einem beeindruckenden europäischen Hornisten-Duo und den Königen des amerikanischen Free Jazz. Mit seinen rasanten Läufen, seiner klanglichen Vielfalt und seinem melodischen Talent würde Vicente mitunter an den 2014 verstorbenen Trompeter Roy Campbell erinnern, einen weiteren festen Kollegen des Rhythmus-Duos. Da ihm jedoch die Hardbop-Wurzeln der Amerikaner fehlten, bevorzuge er es, über dem Puls zu schweben, anstatt sich im Groove zu verankern. Dennoch bilde er einen angenehmen Kontrast zu Dikeman. Der Saxophonist, ein kraftvoller Spieler mit vollem Ton, zeige sich grooviger. Er dämpfe seine von Albert Ayler inspirierten Ausbrüche mit lyrischen Momenten, bleibe aber die Quelle energiegeladener Soli auf der Bühne.[3]
Gemeinsam – wenn die Bläser ineinandergreifen, in den Vordergrund treten oder verstummen – würden sie eine Art hochenergetische, moderne Interpretation der New-Orleans-Polyphonie erschaffen, so Sharpe. Wie üblich wechselten Parker und Drake nach der Hälfte des fast einstündigen Konzerts zu exotischeren Instrumenten – Flöten, Blasinstrumenten, Guimbri und Handtrommeln –, was für Abwechslung und eine wohltuende Pause sorge. Obwohl die Energie nicht eintönig wird, würde sie in dieser Zwischensequenz etwas verfliegen, was live wahrscheinlich besser wirke als auf CD. Mit zunehmendem Tempo und Intensität kehre Drake zu seinem Schlagzeug zurück, und Parker lege auf der Guimbri einen mitreißenden Rhythmus an den Tag, der das zuvor so erfolgreiche, dynamische Zusammenspiel wieder aufleben lasse. Obwohl als ein einziges Stück aufgenommen, folge nach dem Applaus eine vermutlich zehnminütige Zugabe – ein gelungener Abschluss, der die vier Musiker in einem luftigen Dialog vereine.[3]
Weblinks
- Vincente, Dikeman, Parker, Drake: No Kings ! In: Bandcamp. (englisch).