Nobu McCarthy

kanadische Schauspielerin, Model, Fernsehschauspielerin und Filmschauspielerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Nobu McCarthy (geboren als Nobu Atsumi, japanisch 渥美 延; * 13. November 1934 in Ottawa, Ontario, Kanada; † 6. April 2002 in Londrina, Bundesstaat Paraná, Brasilien) war eine japanisch-kanadische Schauspielerin, Fotomodell und Theaterleiterin. Sie wurde vor allem durch ihre Film- und Fernsehrollen in den Vereinigten Staaten sowie durch ihre Arbeit beim Theaterensemble East West Players[1] bekannt. Sie zählte zu den profiliertesten asiatischstämmigen Darstellerinnen im US-amerikanischen Film- und Fernsehen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.[2][3]

Leben

Nobu Atsumi wurde 1934 in Ottawa als Tochter eines japanischen Diplomaten geboren, der als Sekretär an der japanischen Botschaft in Kanada tätig war. Kurz nach ihrer Geburt kehrte die Familie nach Japan zurück, wo sie aufwuchs, Ballettunterricht erhielt und eine Gesangsausbildung absolvierte. In Japan arbeitete sie zunächst als Model und gewann einen Schönheitswettbewerb, bei dem sie den Titel Miss Tokyo erhielt. 1955 heiratete sie den US-Sergeanten David Howard McCarthy und zog im selben Jahr in die Vereinigten Staaten. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor. Nobu McCarthy wurde im Stadtteil Little Tokyo in Los Angeles von einem Talentscout auf der Straße entdeckt. Obwohl sie zu diesem Zeitpunkt nur über begrenzte Englischkenntnisse verfügte, erhielt sie eine Rolle in dem Spielfilm The Geisha Boy (1958) mit Jerry Lewis. In den folgenden Jahren übernahm sie zahlreiche weitere Film- und Fernsehrollen, zumeist stereotype, orientalisch konzipierte Frauenrollen. Zu ihren frühen Filmen zählen Wake Me When It’s Over (1960) und Love with the Proper Stranger (1963).[2][4]

Nach der Scheidung von David McCarthy im Jahr 1971 wandte sie sich verstärkt der Theaterarbeit zu und schloss sich der in Los Angeles ansässigen Gruppe East West Players an, die hauptsächlich aus asiatischstämmigen Künstlerinnen und Künstlern besteht. Sie wirkte 1972 in der Uraufführung von Momoko Ikos Theaterstück Gold Watch über die Inhaftierung japanischstämmiger Amerikaner mit und spielte in den 1970er- und 1980er-Jahren in zahlreichen Inszenierungen der Gruppe. 1976 übernahm Nobu McCarthy eine der Hauptrollen im Fernsehfilm Farewell to Manzanar, der die Internierung japanischstämmiger Amerikaner im Zweiten Weltkrieg thematisiert. Weitere bekannte Rollen waren ihre Darstellung der Figur Yukie in The Karate Kid Part II (1986) sowie ihre Mitwirkung in der Verfilmung von Philip Kan Gotandas Theaterstück The Wash, die ebenfalls 1988 erschien. Nach dem Rücktritt des Gründungsleiters Mako wurde McCarthy 1989 künstlerische Leiterin von East West Players und übte diese Funktion bis 1993 aus. Parallel dazu blieb sie als Schauspielerin tätig und unterrichtete Schauspiel, unter anderem an der California State University in Los Angeles sowie an der University of California in Los Angeles (UCLA).[2] Nobu McCarthy starb am 6. April 2002 im Alter von 67 Jahren während der Dreharbeiten zu einem Film in Londrina im brasilianischen Bundesstaat Paraná an einem Aortenaneurysma.[2]

Einzelnachweise

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