Norah Geddes

schottisch-britische Landschaftsarchitektin From Wikipedia, the free encyclopedia

Norah Geddes, verheiratete Mears (* 1887 in Edinburgh; † 16. Juli 1967 ebenda)[1] war eine schottisch-britische Landschaftsarchitektin.[2][3]

Ca. 1915

Leben

Geddes war das älteste Kind von Patrick Geddes (1854–1932) und Anna Geddes, geborene Morton (1858–1917). Sie hatte zwei Brüder, Alastair Cosmo Burton (1891–1917) und Arthur Fraser (1896–1968). Ihre Kindheit wird „unkonventionell und unstet“ und als ohne formale Schulbildung beschrieben.[4] Im Alter von 14 Jahren besuchte sie den Botanik‑Kurs ihres Vaters an der University of Dundee, bevor sie zum Edinburgh College of Art wechselte, um Zeichenunterricht zu nehmen.[2][3]

1906 beschloss Geddes, sich der Gartenarchitektur zu widmen. Beide Eltern engegierten sich in großem Umfang für die Verbesserung der Lebensbedingungen von Armen, und so bestand Geddes’ erstes Vorhaben darin, Fensterkästen zu bepflanzen.[2] Sie übernahm eine führende Rolle im Open-Spaces‑Projekt ihres Vaters, das darauf abzielte, brachliegende innerstädtische Flächen durch Gärten und Spielbereiche wiederzubeleben.[5] 1908 führte die Projektgruppe eine Untersuchung durch, um innerhalb der Stadt Edinburgh Flächen zu identifizieren, die zur Bereitstellung von Erholungsräumen im Freien für die örtliche Bevölkerung und deren Kinder genutzt werden konnten.[6] 1909 eröffnete sie den White Hart Garden unterhalb der Johnstone Terrace Gardens, die erste in einer Reihe von Flächen, die durch ihre Entwürfe wieder zum Leben erweckt wurden.[5] Geddes trat 1910 dem Open‑Spaces‑Projekt ihres Vaters für Outlook Tower und Camera Obscura bei, war jedoch mit dem begrenzten Umfang und der Kleinteiligkeit ihrer Tätigkeiten für das Projekt unzufrieden.[2][3] 1911 arbeitete sie am Chessel's Court in Edinburgh.[7] 1911 und 1912 war Geddes auf Open-Spaces-Projekten in Dublin, aber die Arbeiten dort sind heute verschollen.[2][3]

Geddes lernte ihren Ehemann Frank Mears (1880–1953), einen Assistenten ihres Vaters, 1913 bei diesen Projekten kennen. Die beiden heirateten im Juli 1915. Es ist sicher, dass Geddes einen bedeutenden Beitrag zum nächsten Projekt, der Planung und Gestaltung des Zoos der Royal Zoological Society of Scotland, leistete. Ihr Anteil am innovativen Konzept wurde aber durch die ihres Ehemannes und ihres Vaters überlagert.[2][3] Der Zoolgische Garten war von denen in Zoologischer Garten Hamburg und New York City inspiriert, die sich von den vergitterten Menagerien der viktorianischen Epoche abwandten und stattdessen große offene Gehege und naturnahe Umgebungen förderten. Er verfügte über Streichelbereiche und förderte Bildungsangebote.[8][9]

Ein weiteres von Geddes’ Projekten war der West Port Garden in Edinburgh. Er wird seit 2013 von einer lokalen Gemeinschaftsgruppe verwaltetet und betreut, der GRASS (Grassmarket Residents Association) und war zum 10-jährigen Jubiläum der Initiative Gegenstand einer Ausstellung in der Edinburgh Central Library.

Das Ehepaar Mears hatte drei Kinder, Kenneth (* 1916), Alastair (* 1918) und John (* 1920).[6] Zu diesem Zeitpunkt war Geddes’ Laufbahn als Landschaftsgärtnerin faktisch beendet.[2][3]

Geddes starb 1967 in Edinburgh. Ihr Nachlass, darunter Arbeiten, Briefe und Tagebuchaufzeichnungen, befindet sich in der Sammlung der Papiere ihres Vaters an der University of Strathclyde in Glasgow.[7]

Commons: Norah Geddes – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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