Norbert Pfennig
deutscher Mikrobiologe und Ökologe
From Wikipedia, the free encyclopedia
Norbert Pfennig (* 8. Juli 1925 in Kassel; † 11. Februar 2008 in Überlingen) war ein deutscher Mikrobiologe und Professor für Limnologie und Mikrobielle Ökologie.
Leben
Norbert Pfennig war der Sohn der Bildhauerin Gertrud Pfennig, geborener Schunck, und des Kürschnermeisters Hermann Pfennig. Er war christlicher Konfession, ab 1953 mit Helga Pfennig, geborener Bantelmann, verheiratet, wohnte in Überlingen und hatte die fünf Kinder Almut, Matthis, Friederun, Bettina und Iris.
Norbert Pfennig studierte von 1946 bis 1952 Biologie (Mikrobiologie), wurde 1952 an der Georg-August-Universität Göttingen mit der Arbeit Untersuchungen an Actinomycin-bildenden Strahlenpilzstämmen und deren Actinomycinen zum Dr. rer. nat. promoviert und war ab 1952 Assistent. 1957 habilitierte er sich, ebenfalls in Göttingen, und begann im selben Jahr seine Lehrtätigkeit als Privatdozent.
Im Jahr 1965 wurde er außerplanmäßiger Professor an der Georg-August-Universität Göttingen. 1967 erhielt er einen Ruf an die Universität Göttingen. 1967/1968 war er als Gastprofessor in den Vereinigten Staaten an der University of Illinois in Urbana. Von 1970 bis 1979 wirkte er als selbständiger Abteilungsleiter am Institut für Mikrobiologie in Göttingen. Von 1980 bis zu seiner Emeritierung war er Ordinarius für Mikrobielle Ökologie an der Universität Konstanz.
Wirken
Forschungsschwerpunkt von Pfennig war die Mikrobielle Ökologie und er befasste sich insbesondere mit Photosynthetischen Bakterien, Schwefel- und Sulfatreduzierende Bakterien und der Kultur der Mikroorganismen. Er war Mitglied mehrerer Wissenschaftsgesellschaften wie beispielsweise assoziiertes Mitglied des Instituts für Mikrobiologie und Genetik der Universität Göttingen,[1] Korrespondierende Mitglied der der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen (ab 1982),[2] Mitglied der Gesellschaft für Strahlen- und Umweltforschung (GSF), Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM), der britischen Society for General Microbiology (SGM), der US-amerikanischen American Society for Microbiology (ASM) und emeritiertes Mitglied des Bergey’s Manual Trust. Er war 1980 erster Preisträger des Hauptpreises der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM).[3] Er hatte ein Ehrendoktorat.
Im Jahr 1999 stellte Brian J. Tindall für Amoebobacter purpureus Eichler & Pfennig 1989 (heute Lamprocystis purpurea) aus der Familie Chromatiaceae eine eigene Gattung auf, die er Pfennig zu Ehren Pfennigia nannte.
Sein botanisches Autorenkürzel lautet „Pfennig“.
Literatur
- Pfennig, Norbert. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 944.
- John C. Dove: Who’s Who in Germany 1992, S. 1728
- Nicole C. Karafyllis, Alexander Waszynski: Das ganze Spektrum. Zur Frühgeschichte der Deutschen Sammlung von Mikroorganismen (DSM). In: Acta Historica Leopoldina. 80, 2021, S. 87–117.