Norbert Visser
niederländischer Musiker und Musikinstrumentenbauer
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Norbert Visser (* 9. Mai 1919 in Haarlem; † 16. November 2003 in Schoorl) war ein niederländischer Musiker und Instrumentenbauer.
Leben und Wirken
Nach dem Violinstudium am Konservatorium in Den Haag war Visser für einige Jahre konzertierend und unterrichtend tätig.[1] 1953 lernte er durch den Geigenbauer Karl Weidler[2] die Ideen des Wiener Instrumentenbauers Franz Thomastik[3] zu Weiterentwicklungen im Streichinstrumentenbau kennen. In der Folgezeit arbeitete er, zusammen mit dem Geigenbauer Josef Musil, an der Entwicklung eines eigenen Geigenmodells, später bekannt unter der Bezeichnung Choroi-Geige. Ab 1959 begann Visser weitere Instrumente zu entwickeln. Es entstanden Leiermodelle, anknüpfend an den Leierbau von Edmund Pracht und Lothar Gärtner[4], sowie neue Metallophone. Mit der 1964 gemeinsam mit dem Arzt und Heilpädagogen Bernard Lievegoed gegründeten Stiftung „Kind und Instrument“ etablierte sich der Choroi-Musikinstrumentenbau mit dem Ziel, aus neuen Klangvorstellungen konzipierte Instrumente in sozialtherapeutischen Werkstätten herzustellen.[5] 1966 gründete Norbert Visser die sozialtherapeutische Einrichtung Scorlewald in Nordholland.[6] In den Folgejahren entstanden hier und in einem europaweiten Verbund sozialtherapeutischer Werkstätten weitere Blas-, Saiten- und Schlaginstrumente. Besonders die 1968 zusammen mit Julius Knierim und Helmut Hofstetter entwickelte Kinderharfe und die seit 1969 in Järna (Schweden) gebaute pentatonische Choroi-Flöte haben weltweite Verbreitung gefunden.[7]
Werke
- Das Tongeheimnis der Materie. Über Form und Materialität beim Musikinstrumentenbau. Järna 1984.
- Het mysterie van de toon in mens, ruimte en materie. Schoorl 1997.
- Dagboek van de nacht. Schoorl 1998.