Norfolksittich
Art der Gattung Laufsittiche (Cyanoramphus)
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Der Norfolksittich (Cyanoramphus cooki) ist eine endemisch auf der Norfolkinsel vorkommende Papageienart aus der Gattung der Laufsittiche (Cyanoramphus). Der Artname ehrt den britischen Seefahrer James Cook, der 1774 die Norfolkinsel entdeckte.
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Norfolksittich (Cyanoramphus cookii) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Cyanoramphus cookii | ||||||||||||
| (Gray, 1859) |

Systematik
Ehemals wurde der Norfolksittich als Unterart des Ziegensittichs (Cyanoramphus novaezelandiae) angesehen. Im Jahr 2001 durchgeführte molekulargenetische Untersuchungen ergaben, dass es sich beim Norfolksittich um eine eigenständige Art handelt.[1]
Merkmale
Der Norfolksittich ist ein mittelgroßer Papagei. Er erreicht eine Körpergröße von ca. 30 Zentimetern.[2] Ober- und Unterseite einschließlich der Flügel und der Schwanzfedern sind grasgrün. Die Handschwingen haben eine blaue Farbe. Deutlich hebt sich die rote Stirn ab. Der Zügel und ein Fleck neben dem Auge sind ebenfalls rot. Die Geschlechter ähneln sich farblich. Bei den Weibchen ist jedoch die rote Stirn nicht so ausgeprägt und auch der Zügel ist kürzer als beim Männchen.
Verbreitung, Unterarten und Lebensraum
Norfolksittiche kommen ausschließlich auf der Norfolkinsel vor. Ihr Lebensraum sind bergige subtropische oder trockene Wälder und Parkanlagen.
Lebensweise
Norfolksittiche leben gesellig. Sie ernähren sich von Früchten, beispielsweise Feigen (Ficus) und Guaven (Psidium) sowie von Grassamen und Blüten, beispielsweise Baloghia inophylla und Norfolkeibisch (Lagunaria patersonia).[3] Im Herbst stellen die Samen der Norfolk-Araukarie (Araucaria heterophylla) ihre Hauptnahrung dar.[4] Ihr Nahrungsspektrum kann sich saisonal anpassen und auch Insekten und Larven umfassen, insbesondere während der Brutzeit, wenn der Proteinbedarf steigt. Zur Brutzeit bilden sie monogame Paare und besetzen Reviere, in denen sie sich gegenseitig putzen und füttern, was ihre Bindung stärkt. Sie nisten bevorzugt in natürlichen Baumhöhlen, nehmen jedoch auch künstliche Nistkästen an. Die Nistplätze werden sorgfältig ausgewählt, um Schutz vor Fressfeinden und rauen Wetterbedingungen zu bieten. Zur Ausstattung der Bruthöhle verwenden sie weiche Gräser und Blätter. Ein Gelege besteht typischerweise aus drei bis fünf Eiern, die hauptsächlich vom Weibchen etwa 21 Tage lang bebrütet werden. Beide Elternteile beteiligen sich aktiv an der Fütterung und dem Schutz der Jungvögel. Die Küken entwickeln sich schnell und werden innerhalb von sechs bis acht Wochen flügge. Dann gewinnen sie allmählich an Selbstständigkeit, bleiben aber meist noch einige Zeit in der Nähe der Eltern.[5]
Bestand und Gefährdung
Der Norfolksittich war über viele Jahre im Rückgang begriffen und drohte auszusterben. Zu den Hauptbedrohungen zählten Lebensraumverlust, invasive Arten und die Konkurrenz um Nistplätze. Schutzmaßnahmen konzentrieren sich auf die Wiederherstellung des Lebensraums und die Bekämpfung von Fressfeinden. Auch wurden künstliche Nistplätze bereitgestellt.[3] Dadurch konnte ein leichter Anstieg der Individuenzahl erreicht werden. Auch das Engagement der Bevölkerung und Aufklärungskampagnen unterstützen die Schutzmaßnahmen. Die Eröffnung des Norfolk-Island-Nationalparks schuf ebenfalls ein bedeutsames Schutzgebiet. Trotz dieser Bemühungen machen die weiterhin geringe Populationsgröße und das begrenzte Verbreitungsgebiet die Art besonders anfällig für Umweltveränderungen und unvorhergesehene Bedrohungen.
Weblinks
- Cyanoramphus cookii bei Avibase
- Norfolksittich (Cyanoramphus cookii) auf eBird.org
- xeno-canto: Tonaufnahmen – Norfolksittich
- Cyanoramphus cookii im Integrated Taxonomic Information System (ITIS)
Literatur
- Collar, N., D. A. Christie, P. F. D. Boesman, and C. J. Sharpe: Norfolk Island Parakeet (Cyanoramphus cookii), version 1.1. In Birds of the World (B. K. Keeney and S. M. Billerman, Editors). Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA, 2023