Normalität

das nicht Erklärungsbedürftige in einer Gesellschaft From Wikipedia, the free encyclopedia

Normalität bezeichnet in der Soziologie das Selbstverständliche in einer Gesellschaft, das nicht mehr erklärt und über das nicht mehr entschieden werden muss. Dieses Selbstverständliche betrifft soziale Normen und konkrete Verhaltensweisen von Menschen. Es wird durch Erziehung und Sozialisation vermittelt.[1]

In der Psychologie bezeichnet Normalität ein erwünschtes, akzeptables, gesundes, förderungswürdiges Verhalten im Gegensatz zu unerwünschtem, behandlungsbedürftigem, gestörtem, abweichendem Verhalten.[2] „Die Bereitschaft, Reaktionen von anderen als ‚nicht normal‘ einzustufen, hat ebenso zugenommen, wie die Vervielfachung psychiatrischer Diagnosen während der vergangenen fünf Jahrzehnte von 26 auf über 400 (von DSM-II bis DSM-5) zeigt.“[3]

Literatur

  • Asmus Finzen: Normalität. Die ungezähmte Kategorie in Psychiatrie und Gesellschaft. Psychiatrie Verlag, Köln 2018, ISBN 9783884149393.
  • Stefanie Kara: Alltag – Was ist normal? Die Zeit, 17. Mai 2013, abgerufen am 30. August 2018.
  • Hans Martin Esser: Die große Klammer. Eine Theorie der Normalität. Kulturverlag Kadmos, Berlin 2019, ISBN 978-3-86599-419-6.
  • Thomas Rolf: Normalität. Ein philosophischer Grundbegriff des 20. Jahrhunderts, Wilhelm Fink Verlag, München 1999, ISBN 978-3-77053-391-6.

Einzelnachweise

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