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Northrop Grumman LITEF

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Die Northrop Grumman LITEF GmbH (kurz: LITEF) ist ein deutscher Hersteller inertialer Sensoren und Navigationssysteme mit Sitz in Freiburg im Breisgau[1]. Das Unternehmen entwickelt Systeme für die zivile und militärische Luftfahrt, für land- und seegestützte Systeme, für Lenkflugkörpersysteme sowie für industrielle Einsätze. Das Unternehmen beschäftigt rund 600 Mitarbeitende.

Schnelle Fakten
Northrop Grumman LITEF GmbH
Rechtsform GmbH
Gründung 1961
Sitz Freiburg im Breisgau, Deutschland
Leitung Lutz Kampmann
Mitarbeiterzahl > 600
Umsatz > 120 Mill. EUR
Website www.litef.de
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Die Werksgebäude der NG Litef GmbH im Juni 2021

Unternehmensstruktur

LITEF ist eine Tochtergesellschaft der Northrop Grumman Corporation, eines US-amerikanischen Luft- und Raumfahrt- sowie Rüstungsunternehmens. Die Zugehörigkeit zum Konzern besteht seit der Übernahme des damaligen Mutterunternehmens Litton Industries durch Northrop Grumman im Jahr 2001. Die Umfirmierung in Northrop Grumman LITEF GmbH erfolgte im Jahr 2008. LITEF ist eine 100-%-Tochter der Northrop Grumman Holding GmbH, die ihren Sitz ebenfalls in Freiburg hat.

Entwicklung, Produktion und Dienstleistungen des Unternehmens sind überwiegend am Standort Freiburg angesiedelt. Die Produkte des Unternehmens unterliegen nicht den US-amerikanischen Exportkontrollvorschriften und sind somit nach eigenen Angaben des Unternehmens ITAR-frei.

Geschichte

Die Northrop Grumman LITEF GmbH wurde 1961 im Rahmen einer Offset-Verpflichtung durch Litton Industries gegründet. Ausgangspunkt war die Lizenzfertigung und Wartung des inertialen Navigationssystems LN-3 für das Kampfflugzeug F-104G Starfighter der Bundesluftwaffe. Der Firmenname „Litton Technische Werke Freiburg“ (LITEF)[2] verwies auf den Mutterkonzern und den Standort. In den folgenden Jahren entwickelte LITEF erste eigene Kreisel- und Beschleunigungssensoren und erhielt 1971 den Entwicklungsauftrag für den Bordrechner des Kampfflugzeugs Tornado[3].

Ab den 1970er-Jahren befasste sich LITEF mit der Entwicklung von Strapdown-Navigationssytemen. Dazu gehörten die Entwicklung des dynamisch abgestimmten Kreisels K-273 (1976) und des Beschleunigungsmessers B-280 (1980)[4], die in Kurs-Lage-Referenzsystemen der zivilen Luftfahrt eingesetzt wurden. 1983 begann das Unternehmen mit der Entwicklung faseroptischer Kreisel (FOG) und führte Ende der 1980er-Jahre Flugtests eines FOG-basierten Attitude and Heading Reference Systems durch. In den 1990er-Jahren folgten Aufträge für inertiale Messeinheiten und Bordrechner für das Eurofighter-Programm[5] sowie die Weiterentwicklung der Navigationssysteme für militärische Landfahrzeuge.

Mit der Übernahme von Litton Industries durch die Northrop Grumman Corporation im Jahr 2001 wurde LITEF Teil der Unternehmensgruppe. Seit Beginn der 2000er-Jahre entwickelt das Unternehmen mikromechanische Kreisel (MEMS), die gemeinsam mit FOG-Technologie die Grundlage für heutige inertiale Mess- und Navigationssysteme bilden. In den 2010er-Jahren kamen verstärkt industrielle Anwendungen hinzu, darunter 2019 das Vermessungssystem LiPAD®-100[6].

Produkte und Anwendungen

LITEF entwickelt inertiale Sensoren, inertiale Messeinheiten (IMUs), Kurs- und Lage-Referenzsysteme sowie Navigationssysteme. Die Systeme werden in luft- und landgestützten sowie industriellen Anwendungen eingesetzt. Neben Standardprodukten entwickelt LITEF auch anwendungsspezifische Varianten.

Luftfahrt: In der Luftfahrt entwickelt LITEF inertiale Mess- und Navigationssysteme für militärische und zivile Luftfahrzeuge[7]. Die Systeme werden unter anderem in Kampfflugzeugen, Transportflugzeugen, Hubschraubern sowie unbemannten Luftfahrzeugen eingesetzt.

Land: Für Landanwendungen entwickelt LITEF Navigationssysteme für militärische Rad- und Kettenfahrzeuge[8]. Die Produktlinie LLN (LITEF Land Navigator) umfasst FOG- und MEMS-basierte Systeme.

See: Im maritimen Bereich entwickelt LITEF Navigationssysteme für Überwasserschiffe und U-Boote[9]. Dazu zählen Navigations-Datenintegratoren sowie faseroptische Kreiselkompasse.

Für Missiles und Stabilisierung: Lenkflugkörpersysteme und weitere Stabilisierungsanwendungen entwickelt LITEF inertiale Messeinheiten zur Navigation und Stabilisierung[10].

Industrie: In industriellen Anwendungen werden LITEF-Sensoren unter anderem im Mobile Mapping, im Tunnel- und Tiefbau, im Mining, in Robotersystemen sowie bei der Maschinenausrichtung eingesetzt, darunter Vermessungssysteme für industrielle Anwendungen.

Ergänzend zu Standardprodukten entwickelt LITEF auch projektspezifische Varianten. Dazu gehören Anpassungen von Schnittstellen, Gehäusen und Software sowie die Entwicklung systemspezifischer Varianten auf Basis bestehender Sensor- und Systemtechnologien[11].

Technologien

Die von LITEF entwickelten Systeme basieren auf verschiedenen inertialen Sensortechnologien sowie Algorithmen zur Sensorfusion. Zum Einsatz kommen mechanische, faseroptische und mikromechanische Inertialsensoren, die je nach Anwendung kombiniert werden. Seit den 2000er-Jahren entwickelt das Unternehmen auch MEMS-basierte Sensorik sowie Verfahren zur Fusion unterschiedlicher Sensordaten.

Faseroptische Kreisel (FOG)

FOG-Sensoren messen Drehraten mithilfe des Sagnac-Effekts und kommen ohne bewegliche mechanische Komponenten aus. LITEF entwickelte Ende der 1980er-Jahre FOG-Systeme und seither verschiedene Generationen faseroptischer Kreisel für Luft-, Land- und Marinesysteme.

Mikromechanische Sensoren (MEMS)

Seit Anfang der 2000er-Jahre entwickelt LITEF mikromechanische Drehraten- und Beschleunigungssensoren (MEMS). Die Sensoren werden unter anderem in Navigations-, Stabilisierungs- und Positionierungsanwendungen eingesetzt. Die Fertigung der MEMS-Sensoren erfolgt in eigenen Reinraum- und Testeinrichtungen am Standort Freiburg.

Sensorfusion

Neben einzelnen Sensortechnologien entwickelt LITEF Algorithmen zur Fusion verschiedener Datenquellen, darunter FOG- und MEMS-Sensoren in Kombination mit GNSS. Die Verfahren werden in Systemen für Luft-, Land- und Marineanwendungen eingesetzt.

Kooperationen und Mitgliedschaften

LITEF ist Mitglied in Branchen- und Fachverbänden, darunter dem Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI), der Bundesverband der Deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie (BDSV), die Deutsche Gesellschaft für Ortung und Navigation (DGON). Darüber hinaus bestehen Kooperationen mit Forschungseinrichtungen wie Fraunhofer-Instituten und Hochschulen.

Lage und Anbindung

Der Firmensitz befindet sich im Freiburger Stadtteil St. Georgen in unmittelbarer Nachbarschaft zum Sportpark-Süd an der Grenze zu Haslach-Schildacker. Unmittelbar vor dem Unternehmen befindet sich die Bushaltestelle Schopfheimer Straße, welche über die Buslinie 11 angebunden ist. Die Haltestelle Innsbrucker Straße als Endhaltestelle der Straßenbahnlinie 4 befindet sich fußläufig ca. 5 Minuten entfernt. Dort befindet sich auch eine Station des Fahrradverleihsystems Frelo. Entlang der Lörracher Straße verläuft der FR 3 in Richtung Stühlinger und Innenstadt.

Commons: Northrop Grumman LITEF – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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