Not a Hero
Film von Rima Das (2026)
From Wikipedia, the free encyclopedia
Not a Hero (dt.: Kein Held) ist ein indisch-singapurischer Spielfilm für Kinder unter der Regie von Rima Das aus dem Jahr 2026. Der Film feierte am 14. Februar 2026 auf der Berlinale seine Weltpremiere in der Sektion Generation.
| Film | |
| Titel | Not a Hero |
|---|---|
| Produktionsland | Indien, Singapur |
| Originalsprache | Assamesisch, Hindi, Englisch |
| Erscheinungsjahr | 2026 |
| Länge | 97 Minuten |
| Stab | |
| Regie | Rima Das |
| Drehbuch | Rima Das |
| Produktion | Rima Das |
| Musik | Pallab Talukdar |
| Kamera | Aditya Varma |
| Schnitt | Rima Das |
| Besetzung | |
| |
Handlung

Mivan lebt mit seinen Eltern ein westlich orientiertes Stadtleben in einer indischen Großstadt und besucht dort eine englischsprachige Privatschule. Für zwei Monate muss er nun wegen der Abwesenheit seiner Eltern gegen seinen Willen zu seiner Tante Pahi in das Dorf ziehen, aus dem sein Vater stammt; zwischen den beiden Geschwistern besteht kaum Kontakt.
Die hygienischen Verhältnisse im Haus seiner Tante empfindet Mivan als rückständig, das ungewohnte Essen lässt er stehen – er ist an Nudeln gewöhnt und lehnt Reis ab. Außerdem beherrscht er weder die Assamesische Sprache noch Hindi, sodass die Kommunikation mit den Dorfbewohnern schwierig ist. Auch kommt er mit Pahi nicht zurecht. Sie ist offensichtlich finanziell nicht gut gestellt, während er an Luxus gewöhnt ist. So kommt es zu Streitereien, bei denen sie Mivan Verschwendung vorwirft. Pahi schreibt ihrem Bruder, sie könne sich nicht um den Jungen kümmern. Mivan erlebt, dass auf dem Land Menschen an Geister glauben. Das Dorfleben empfindet er als langweilig und versinkt in seinem Handy. Die Schule erlebt er als disziplinlos, lehrerzentriert und ineffizient. Als er dort Strafaktionen mit Schlägen erlebt, weint er. Der etwas jüngere Rio, der ihn anfangs ausgelacht hat, muss eines Tages mit ihm nachsitzen; dabei schenkt Mivan ihm einen Stift, und Rio ist außer sich vor Freude: Das sei das erste Geschenk seines Lebens! Er habe keine Eltern und lebe bei seinem Onkel. Rio zeigt Mivan einen Baum, von dem seine Oma ihm gesagt hatte, dass sein Vater in ihm wiedergeboren worden sei. Auch eine Klassenkameradin hat eine besondere Beziehung zu diesem Baum und gießt ihn.
Als Mivan zu Recht die Aussprache seiner Englischlehrerin korrigiert, sehen die Kinder ihn mit anderen Augen: Sie wollen die Sprache von ihm lernen. Er zeigt Rio Bilder von seiner Schule in der Stadt. Diese kontrastiert stark zu Rios Lebensrealität: Er muss nach der Schule für seinen Vater arbeiten. Rio lässt Mivan mit ihm auf dem Pferd Mai reiten, sie hören zusammen Musik und tanzen. Bei seinem neuen Freund isst Mivan den Reis, den er zu Hause nicht anrührt. Er sieht, dass Rios Vater Mae schwere Lasten auflädt und erfährt von Rio, dass der Vater Geld damit verdiene. Als Rio protestiert, bekommt er Schläge. Später versorgen die beiden Jungen Mais Wunden mit einer Hautcreme, die Mivan über das Internet besorgt hat. Rio sagt zu ihm: „Mai ist meine Freundin und du bist mein Freund!“ Mivan schlägt ein. Auch den anderen Kindern kommt er näher. So bringt er ihnen zum Beispiel englische Zungenbrecher bei und lehnt es auch nicht mehr kopfschüttelnd ab, dass manche von ihnen mit Bäumen sprechen; er spricht ja schließlich auch mit seinem PC. Als Mivan Zeuge wird, wie ein Markthändler die Wange seiner Klassenkameradin Sangarika anfasst, beginnt er mit den Kindern ein Gespräch über gute und schlechte Berührungen. Er versteht, dass die Mädchen sich kaum wehren können, weil sie nicht mehr aus dem Haus dürften, wenn sie ihren Eltern von dem Vorfall erzählen würden. Mivan informiert schließlich die Lehrerin über das Verhalten des Händlers.
Auch Mivans Tante hat sich ihm angenähert: Sie hat Nudeln für ihn gekocht, die er isst, aber mit der Bemerkung kommentiert, mit Sauce würden sie noch besser schmecken. Mivan spricht mit Pahi nun auch die lokale Sprache. So nähern sich Mivans Lebensbedingungen in der Stadt und auf dem Land aneinander an: Mit der Post kommt ein Wasserfilter, den Mivan bestellt hat. Doch das Verhältnis von Tante und Vater bleibt dem Jungen lange ein Rätsel. Einen ersten Hinweis auf die Beziehung der beiden geben schon am Anfang des Films Kinderfotos an der Wand, auf denen die Tante wohl ihren Bruder durchgestrichen hat. In einem dunklen, nicht benutzten Raum des Hauses findet Mivan alte Musikkassetten mit Beatles-Songs – es handelt sich wohl um das ehemalige Zimmer seines Vaters. Die Hausangestellte will ihn daraus vertreiben, die Tante sähe das nicht gerne. Doch eines Tages fragt Mivan die Tante nach dem Konflikt mit seinem Vater. Sie sagt, er habe sie vernachlässigt. Mivan wirft ihr vor, sie mache mit ihm dasselbe – schließlich sei hier auch sein Zuhause.
Eines Tages lädt er Klassenkameraden auf den Jahrmarkt ein, zu dem sie auf der Ladefläche eines Lastwagens fahren. Er bezahlt ihnen Süßigkeiten und Lippenstift, sie drehen eine Runde in einem Fahrgeschäft und sind glücklich. Doch dann gibt es Ärger, weil die Kinder ohne Erlaubnis auf den Jahrmarkt gegangen sind. Sie lassen ihn allein, und er hat nicht einmal mehr Geld für eine Flasche Wasser. Ein fremder Junge bringt ihm dann ein Glas Wasser. Mivan sitzt bei Dunkelheit am Bahnhof, doch der Zug hält nicht. Im Dorf schieben die Erwachsenen Mivan die Schuld zu. Die Eltern verlangen Geld von Pahi und wollen ihre Kindern von Mivan abschotten, doch die Tante weigert sich zu zahlen. Bei einem Markteinkauf von Tante und Neffen trägt Mivan das Gemüse. Er rät Pahi, nach einem Freund Ausschau zu halten, damit sie nicht mehr wie ein einsamer Geist aussehe.
Als die zwei Monate vorbei sind, umarmt Mivan seine Tante zum Abschied und weint. Doch das Auto, das ihn wieder in die Stadt bringen soll, wird von Rio angehalten: Sein Vater habe Mai verkauft. Mivan steigt aus und kommt mit seinem Freund. Die beiden Jungen binden Mai los und fliehen mit ihr über den Fluss. Dort taucht ein zweites, kleineres Pferd auf. Rio und Mivan sind glücklich, Mivan weint. Er ist nun in zwei Welten zu Hause.
Produktion
Filmstab
Regie führte Rima Das, von der auch Drehbuch und Filmschnitt stammen. Die Kameraführung lag in den Händen von Aditya Varma, die Musik komponierte Pallab Talukdar.[1]
In wichtigen Rollen sind Bhuman Bhargav Das (Mivan), Sukanya Boruah (Pahi) und Mrinmoy Das (Rio) zu sehen.
Produktion und Förderungen
Produziert wurde der Film von Rima Das. Produktionsfirmen waren Flying River Films, Mumbai, die Koproduktion lag bei Akanga Film Asia, Singapur.
Dreharbeiten und Veröffentlichung
Der Film feierte am 14. Februar 2026 auf der Berlinale seine Weltpremiere in der Sektion Generation.
Auszeichnungen und Nominierungen
- 2026: Lobende Erwähnung beim Gläserner Bär für den Besten Film (Generation Kplus)[2]