Nova Laranjeiras

Gemeinde im Bundesstaat Paraná, Brasilien From Wikipedia, the free encyclopedia

Nova Laranjeiras ist ein brasilianisches Munizip im Süden des Bundesstaats Paraná. Es hat 12.074 Einwohner (2022), die sich Nova-Laranjeirenser nennen. Seine Fläche beträgt 1.210 km². Es liegt 688 Meter über dem Meeresspiegel.

Gründung1. Januar 1993Vorlage:Infobox Ort in Brasilien/Wartung
Schnelle Fakten Município de Nova Laranjeiras, Symbole ...
Município de Nova Laranjeiras
Nova Laranjeiras
Nova Laranjeiras (Brasilien)
Nova Laranjeiras (Brasilien)
Nova Laranjeiras
Koordinaten 25° 18′ S, 52° 33′ W
Lage des Munizips im Bundesstaat Paraná
Symbole
Wappen
Flagge
Gründung 1. Januar 1993Vorlage:Infobox Ort in Brasilien/Wartung
Basisdaten
Staat Brasilien
Bundesstaat Paraná
Região intermediária Cascavel (seit 2017)
Região imediata Laranjeiras do Sul - Quedas do Iguaçu (seit 2017)
Mesoregion Centro-Sul Paranaense (1989–2017)
Mikroregion Guarapuava (1989–2017)
Höhe 688 m
Klima gemäßigt warm (Cfa)
Fläche 1210 km²
Einwohner 12.074 (Volkszählung 2022)
Dichte 10 Ew./km²
Gemeindecode IBGE: 4117057
Politik
Stadtpräfekt Fabio Roberto dos Santos (2021–2024)
Partei PSDB
HDI 0,642 (mittel) (2010)
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Etymologie

Der erste Name des Ortes war Rio das Cobras, in Anlehnung an einen Fluss, der in der Nähe der Stadt vorbeifließt. Der Volksmund erzählt, dass es einen Ort mit vielen Schlangen (Kobras) gab, die sogar geflogen seien. Bei der Ausgründung als Munizip wurde der Name des Muttermunizips übernommen und um den Zusatz Nova (deutsch: Neu) erweitert.[1]

Geschichte

Besiedlung

Das erste Gebäude war im Jahr 1947 ein Hotel an der BR-277, in dem Händler und Fahrer übernachteten, die das Holz für den Bau der Brücke zwischen Brasilien und Paraguay transportierten. Besitzer und erster Kaufmann im Ort war João Karpinski. Es zogen Familien aus dem Norden von Rio Grande do Sul meist italienischer Herkunft zu. Der Erste, der Land erwarb, war Avelino Badotti. Die neuen Siedler brachten fast immer einige finanzielle Mittel für ihre Einrichtung mit, bauten Getreide an und züchteten Schweine und Rinder. Der Anbau wurde auf kleinen Flächen von der Familie selbst durchgeführt.

Das meist angebaute Produkt war in den 1950er Jahren Weizen. Er diente nicht nur dem Eigenverbrauch, sondern wurde auch vermarktet. Auch Mais, Reis und Bohnen wurden zu dieser Zeit zur Selbstversorgung angebaut. Als Transportmittel dienten Pferde und Ochsenkarren, die Gesellschaft war handwerklich geprägt.

Im Jahr 1955 wurde die erste Kapelle gebaut. Das erste Gewerbe wurde 1957 von Avelino Badotti und Virgílio Macarini errichtet, um die für die Bepflanzung gefällten Araukarien zu verarbeiten. Wegen des Mangels an Arbeitskräften für die Industrie kamen auch die ersten Arbeiter nach Nova Laranjeiras (damals noch Rio das Cobras).

Sobald sie sich niedergelassen hatten, wurden die Einwanderer beim Bau von Straßen in ihren jeweiligen Siedlungen eingesetzt.

Zwischen 1955 und 1972 wurde Strom mit Dieselgeneratoren erzeugt. Traditionell wurden noch Lampen mit Schweinefett in einem Behälter mit einem Docht und Petroleumlampen benutzt.

Im Jahr 1973 wurde das erste Stromnetz in Betrieb genommen.

Sieben Jahre nach seiner Gründung litt das Munizip unter den Folgen eines starken Sturms, der die Stadt am 13. Juni 1997 verwüstete. Gemäß dem Dekret Nr. 078/97 wurde der Zustand der öffentlichen Katastrophe ausgelöst. Insgesamt wurden 200 Häuser ebenso wie die Geschäftshäuser und öffentlichen Einrichtungen zerstört.[2]

Erhebung zum Munizip

Nova Laranjeiras wurde durch das Staatsgesetz Nr. 9249 vom 16. Mai 1990 aus Laranjeiras do Sul ausgegliedert und in den Rang eines Munizips erhoben. Es wurde am 1. Januar 1993 als Munizip installiert.[1]

Geografie

Fläche und Lage

Nova Laranjeiras liegt auf dem Terceiro Planalto Paranaense (der Dritten oder Guarapuava-Hochebene von Paraná).[3] Seine Fläche beträgt 1210 km².[4] Es liegt auf einer Höhe von 688 Metern.[5]

Vegetation

Das Biom von Nova Laranjeiras ist Mata Atlântica.[4]

Klima

Das Klima ist gemäßigt warm. Es werden hohe Niederschlagsmengen verzeichnet (2084 mm pro Jahr). Im Jahresdurchschnitt liegt die Temperatur bei 18,9 °C. Die Klimaklassifikation nach Köppen und Geiger lautet Cfa.[6]

Gewässer

Nova Laranjeiras liegt je hälftig in den Einzugsgebieten von Iguaçú und von Piquirí. Der Piquirí begrenzt das Munizip im Norden, sein linker Nebenfluss Rio do Cobre bildet eine kurze Strecke bis zu seiner Mündung in den Piquirí die östliche Grenze. Im Norden des Munizips fließt der Rio Bandeira ebenfalls zum Piquiri. Der Rio Cascudo bildet die Grenze zu Diamante do Sul im Nordwesten.

Der rechte Iguaçú-Nebenfluss Rio Chagu bildet die östliche Grenze des Munizips. Etwa 6 km nordwestlich des Hauptorts entspringt der Rio das Cobras und fließt zunächst entlang der Grenze der Terra Indígena Rio das Cobras nach Südwesten in Richtung Rio Iguaçú.

Straßen

Nova Laranjeiras liegt an der BR-277 von Foz do Iguaçu zum Hafen Paranaguá zwischen den Großstädten Cascavel und Guarapuava.

Terras Indígenas

Im Gebiet des Munizips liegt die Terra Indígena Rio das Cobras zu zwei Dritteln (die restlichen 38 % gehören zum Nachbarmunizip Espigão Alto do Iguaçu). Gemäß der Datenbank der indigenen Territorien des Instituto Socioambiental leben hier 3250 Menschen von den Völkern der Guarani (Mbya) und der Kaingang (Stand: 2014).[7]

Weitere Informationen Terra indígena, Völker ...
Terra indígena Völker Bewohner Fläche (km²) Bewohner pro km² Kategorie
Rio das Cobras Guarani Mbya, Kaingang 3.250 190 17 Terra Indígena
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Nachbarmunizipien

Diamante do Sul Laranjal Marquinho
Guaraniaçu Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt
Espigão Alto do Iguaçu Rio Bonito do Iguaçu Laranjeiras do Sul

Stadtverwaltung

Bürgermeister: Fabio Roberto dos Santos, PSDB (2021–2024)

Vizebürgermeister: Celso Pedro Sampietro, REP (2021–2024)[8]

Demografie

Bevölkerungsentwicklung

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr Einwohner Stadt Land
2000 11.699 15 % 85 %
2010 11.241 21 % 79 %
2022 12.074
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Quelle: IBGE (2011)[9] und Volkszählung 2022

Ethnische Zusammensetzung

Weitere Informationen Gruppe *, wer sich als … ...
Gruppe * 2000 2010 wer sich als …
Weiße 65,1 % 55,3 % weiß bezeichnet
Schwarze 2,0 % 2,9 % schwarz bezeichnet
Gelbe 0,2 % 0,5 % von fernöstlicher Herkunft wie japanisch, chinesisch, koreanisch etc. bezeichnet
Braune 23,0 % 22,2 % braun oder als Mischung aus mehreren Gruppen bezeichnet
Indigene 9,4 % 19,1 % Ureinwohner oder Indio bezeichnet
ohne Angabe 0,3 % 0,0 %
Gesamt 100,0 % 100,0 %
*) Das IBGE verwendet für Volkszählungen ausschließlich diese fünf Gruppen. Es verzichtet bewusst auf Erläuterungen. Die Zugehörigkeit wird vom Einwohner selbst festgelegt.[10]
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Quelle: IBGE (Stand: 1991, 2000 und 2010)[11]

Commons: Nova Laranjeiras – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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