Novobiocin

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Novobiocin (auch Albamycin oder Streptonivicin) ist ein natürliches bakterielles Antibiotikum. Strukturell handelt es sich um ein Coumarin.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Novobiocin
Allgemeines
Name Novobiocin
Andere Namen
  • N-{7-[(3-O-Carbamoyl-6-deoxy-5-methyl-4-O-methyl-β-D-gulopyranosyl)oxy]-4-hydroxy-8-methyl-2-oxo-2H-chromen-3-yl}-4-hydroxy-3-(3-methylbut-2-en-1-yl)benzamid
  • (3R,4S,5R,6R)-5-Hydroxy-6-[(4-hydroxy-3-{[4-hydroxy-3-(3-methyl-2-buten-1-yl)benzoyl]amino}-8-methyl-2-oxo-2H-chromen-7-yl)oxy]-3-methoxy-2,2-dimethyltetrahydro-2H-pyran-4-ylcarbamat
Summenformel C31H36N2O11
Kurzbeschreibung

weißer bis gelber Feststoff[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
EG-Nummer 206-146-3
ECHA-InfoCard 100.005.589
PubChem 54675769
ChemSpider 10226117
DrugBank DB01051
Wikidata Q1639291
Eigenschaften
Molare Masse 612,6 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[1]

Dichte

1,3448 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

154 °C[1]

Löslichkeit
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung
keine Einstufung verfügbar[2]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Vorkommen

Novobiocin wird von Streptomyces niveus gebildet, aus dem es 1955 zum ersten Mal gewonnen wurde.[3]

Biosynthese

Ein Schlüsselintermediat in der Biosynthese des Novobiocins ist die Novobiocinsäure.[S 1] Diese wird mit dem Zucker Noviose[S 2] glycosyliert. In den letzten Schritten der Biosynthese wird die Methylgruppe an der Zuckereinheit mittels S-Adenosylmethionin eingeführt sowie die Carbamat-Gruppe aufgebaut.[4] Die Coumarineinheit wird aus Tyrosin gebildet.[5]

Pharmakologische Wirkung

Novobiocin ist ein Antibiotikum, das als Inhibitor der bakteriellen Gyrase wirkt. Die Gyrase ist für die Bildung von DNA-Supercoils verantwortlich, wofür Adenosintriphosphat (ATP) hydrolysiert werden muss. Novobiocin hemmt die Interaktion der Gyrase mit ATP und damit indirekt das Supercoiling.[6]

Verwandte Verbindungen

Clorobiocin[S 3] und Coumermycin A1[S 4] sind strukturell verwandte Verbindungen, die ebenfalls von Streptomyces gebildet werden und als Gyrase-Inhibitoren wirken.[4][5]

Einzelnachweise

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