Nuestra Tierra – Landmarks
Dokumentarfilm von Lucrecia Martel
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Nuestra Tierra – Landmarks (Originaltitel: Nuestra tierra) ist der erste Dokumentarfilm der argentinischen Filmemacherin Lucrecia Martel. Die internationale Produktion thematisiert den Mord am Diaguita-Häuptling Javier Chocobar durch weiße Landbesitzer im Jahr 2009.
Vereinigte Staaten,
Mexiko,
Frankreich,
Niederlande,
Dänemark
| Film | |
| Titel | Nuestra Tierra – Landmarks |
|---|---|
| Originaltitel | Nuestra tierra |
| Produktionsland | Argentinien, Vereinigte Staaten, Mexiko, Frankreich, Niederlande, Dänemark |
| Originalsprache | Spanisch |
| Erscheinungsjahr | 2025 |
| Länge | 119 Minuten |
| Stab | |
| Regie | Lucrecia Martel |
| Drehbuch | María Alché, Lucrecia Martel |
| Musik | Alfonso Olguín |
| Kamera | Ernesto de Carvalho, Federico Lastra |
| Schnitt | Jerónimo Pérez Rioja, Miguel Schverdfinger |
Nuestra Tierra feierte auf den Filmfestspielen von Venedig 2025 internationale Premiere. Der Verleihstart in Deutschland ist noch unbekannt.
Handlung
Der Film beginnt mit einer Satellitenansicht der Erde, während eine Stimme von „nuestra tierra“, also „unserem Land“ oder „unserer Erde“ singt. Danach wird mithilfe von Drohnenaufnahmen die Landschaft der Gemeinde Chuschagasta im Norden Argentiniens gezeigt.
Zentraler Bestandteil der Handlung ist die Ermordung von Javier Chocobar, Diaguita-Häuptling der Gemeinde Chuschagasta, im Jahr 2009. Drei bewaffnete Weiße behaupteten, Eigentümer des Grundes zu sein, auf dem Chuschagasta liegt. Ihre Familienangehörigen hätten das Land bei einer Auktion erstanden. Beim anschließend ausbrechenden Streit wurde der 68-jährige[1] Chocobar von einem der Männer, Darío Amín, erschossen, zwei weitere Einwohner wurden verletzt. Die Tat wurde mit Handyvideo festgehalten. Trotzdem dauerte es neun Jahre, bis es zu einem Prozess kam. Die Verdächtigen blieben während dieser Zeit auf freiem Fuß.
Martel zeigt für den Prozess angefertigte Videorekonstruktionen, Zeugenaussagen, sowie die Handyaufnahmen vom Mord an Chocobar. Daneben berichten Angehörige der indigenen Gemeinschaft von Chuschagasta in langen Interviewszenen von ihrem Leben und ihrer jahrhundertealten Kultur. Diese Aufnahmen werden durch Archivfotos ergänzt.
Rezeption
Variety beschreibt Nuestra Tierra als sich langsam entwickelnde Aufarbeitung des Mordes an Javier Chocobar. Der Film verlange den Zuschauern Geduld ab, belohne sie jedoch mit einem tiefen Einblick in die lateinamerikanische Geschichte. Auswirkungen des Kolonialismus und Vorurteile Indigenen gegenüber würden sichtbar gemacht. Im Vergleich zu Martels älteren Filmen sei das Werk, ihr erster Dokumentarfilm, geradlinig konstruiert.[2]
Für den Rolling Stone gehörte Nuestra Tierra zu den zehn besten Filmen auf dem Toronto Film Festival 2025. Martels Ansatz, die Handlung nicht chronologisch zu erzählen, gleiche der Technik eines Murals. Viel Zeit werde verwendet, um die Lebensumstände und die Geschichte der indigenen Bevölkerung zu beleuchten. Der fesselnde Film rege zum Nachdenken an.[3]
Indiewire geht auf die von Martel und ihrem Team kreierten Klanglandschaften ein: Die Szenen im Gerichtssaal würden durch die Verwendung von Nebengeräuschen wie Rascheln, Schlurfen und Tippen in akustischer Hinsicht surreal und horrorfilmartig. Archivaufnahmen aus Chuschagasta würden durch die Unterlegung mit Schaufel- und Arbeitsgeräuschen mit „Arbeit und Ausbeutung“ verknüpft. Auf der visuellen Ebene sei der Einsatz von Drohnenaufnahmen bemerkenswert: Diese Art von Bildmaterial werde in Netflix-Dokus viel zu oft eingesetzt, funktioniere bei Nuestra Tierra jedoch gut, es entstehe ein beängstigender und voyeuristischer Eindruck.[4] Auch der Hollywood Reporter erwähnt den Einsatz der Drohnen für die Kameraarbeit, betont jedoch die Schönheit der dadurch entstandenen Landschaftsaufnahmen.[5] Lucrecia Martel erläuterte in einem Interview, dass sie durch die Drohnenaufnahmen der Polizei inspiriert wurde, mit denen das Reenactment des Verbrechens für den Gerichtsprozess gefilmt wurde. Durch die Aufnahmen von oben begreife man den Aufbau der Landschaft, auch ihre Schönheit vermittle sich so besser.[6]
Produktion
Auszeichnungen
- Bereits 2020 erhielt Martel einen Pardo des Filmfestivals von Locarno für „das beste internationale Projekt“. Der Film hatte damals noch den Arbeitstitel Chocobar.[8]