Nürnberg – Im Namen der Menschlichkeit

Film von Yves Simoneau (2000) From Wikipedia, the free encyclopedia

Nürnberg – Im Namen der Menschlichkeit ist ein zweiteiliger US-amerikanisch-kanadischer Fernsehfilm aus dem Jahr 2000, der wie bereits Stanley Kramers Urteil von Nürnberg die Nürnberger Prozesse aufarbeitet, hier aber den ersten Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher behandelt, anders als Kramer, welcher den späteren Prozess gegen führende Juristen des Dritten Reiches thematisiert. Regie führte Yves Simoneau.

TitelNürnberg – Im Namen der Menschlichkeit
OriginaltitelNuremberg
ProduktionslandUSA, Kanada
OriginalspracheEnglisch
Schnelle Fakten Titel, Originaltitel ...
Film
Titel Nürnberg – Im Namen der Menschlichkeit
Originaltitel Nuremberg
Produktionsland USA, Kanada
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2000
Länge 180 Minuten
Altersfreigabe
Stab
Regie Yves Simoneau
Drehbuch David W. Rintels,
Joseph E. Perisco (Roman)
Produktion Mychéle Boudrias,
Ian McDougall
Musik Richard Grégoire
Kamera Alain Dostie
Schnitt Yves Langlois
Besetzung
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Handlung

Der Film beginnt damit, dass sich Hermann Göring freiwillig in die Gefangenschaft der Amerikaner begibt. Wesentlicher Teil der Handlung sind die Bestrebungen der Alliierten, einen Prozess auf die Beine zu stellen. Der Film zeigt und rekonstruiert (dank der 1945/46 aufgenommenen Tonband- und Filmaufnahmen) wortwörtlich den Gerichtsverlauf. Dabei wird Göring als jemand gezeigt, der keinerlei Reue zeigt und den Prozess geschickt als Bühne nutzt. Der Film dokumentiert das Entsetzen der Ankläger, als nach und nach die Verbrechen Deutschlands während des Krieges im Prozess erörtert werden. Zum Schluss werden etliche Kriegsverbrecher zum Tode verurteilt und hingerichtet.

Hintergrund

Ein großer Teil des alten Justizpalastes wurde detailgetreu errichtet, und die Schauspieler dem Aussehen ihrer historischen „Vorbilder“ nach gecastet. In einigen Punkten erlaubt sich der Film jedoch dramaturgische Freiheiten. So waren es tatsächlich nicht vier Richter, sondern acht (je zwei von vier Siegermächten). Im Film sind am Tag, an dem sich die Angeklagten unschuldig oder schuldig bekennen sollen, alle Angeklagten gleichzeitig anwesend. In Wirklichkeit waren an diesem Tag nicht alle dort, nicht zum Beispiel Ernst Kaltenbrunner. Ebenso bekannten sich die Angeklagten nicht von ihrem Sitzplatz aus zu den Schuldvorwürfen, sondern gingen zu einem Mikrofon in der Mitte der Angeklagtenbank. Den Generalen Keitl und Jodl wurden an den Hosen außerdem in Wirklichkeit die roten Galonstreifen entfernt. Die Admiräle Raeder und Dönitz nahmen nicht in Uniform bzw. Uniformteilen an der Verhandlung teil.

Zudem wirft das Drehbuch den Angeklagten nur den Völkermord an den Juden vor. Weder die Verschwörung noch die Verbrechen an der Ostfront, noch die Schlacht von Stalingrad kommen im Film zur Sprache, obwohl dies auch 1945/46 Themen in Nürnberg waren. Auch die Machtergreifung Adolf Hitlers, an der einige der Angeklagten beteiligt waren, kommt bestenfalls am Rande vor. Auch der Hinrichtungsort, der historisch eine simple Turnhalle in Nürnberg war, ist im Film als große, geheimnisvolle Halle dramatisiert und entspricht somit nicht den Tatsachen.

Die im Film gezeigte Liebesbeziehung zwischen Chefankläger Robert H. Jackson und seiner Sekretärin Elsie Douglas ist fiktiv. Andrus war bei den Hinrichtungen nicht zugegen.

Kritiken

„Eine beeindruckende Inszenierung, getragen von einer guten, international renommierten Darstellerriege“, befand der Filmdienst.[1] Cinema bezeichnete den Film als „filmisches Mahnmal der NS-Gräuel“.

Auszeichnungen

Unter anderem erhielt Nürnberg – Im Namen der Menschlichkeit 2001 vier Emmy-Nominierungen und erhielt zwei der begehrten Preise.

Ausgezeichnet:

  • Bester Ton
  • Bester Männlicher Nebendarsteller: Brian Cox

Nominiert für:

  • Bester Film
  • Bester Tonschnitt

Darsteller

Weitere Informationen Rolle, Darsteller ...
Rolle Darsteller Synchronsprecher
Alliierte
Robert H. JacksonAlec BaldwinErich Räuker
David Maxwell FyfeChristopher PlummerChristian Rode
Elsie DouglasJill HennessyHeidrun Bartholomäus
Francis A. BiddleLen CariouGerhard Paul
Sir Geoffrey LawrenceDavid FrancisFriedrich Georg Beckhaus
General Iona NikittschenkoLen DoncheffKarl Sturm
Henri Donnedieu de VabresPaul HébertGerd Holtenau
Captain Gustave M. GilbertMatt CravenPeter Flechtner
Colonel Burton C. AndrusMichael IronsideEngelbert von Nordhausen
Thomas J. DoddHrothgar MathewsHelmut Gauß
Colonel John AmenDavid McIlwraithJan Spitzer
Colonel Robert G. StoreyRoger DunnThomas Kästner
Lt. Tex WheelisScott GibsonRobin Kahnmeyer
Carl SpaatzMark WalkerEberhard Prüter
Samuel RosenmannMax von SydowJürgen Thormann
Capt. KileyPaul HopkinsMatthias Klages
General Lucius ClaySteve AdamsKaspar Eichel
Major Airey NeaveGeoffrey PounsettMichael Iwannek
Angeklagte
Hermann GöringBrian CoxJürgen Kluckert
Albert SpeerHerbert KnaupHerbert Knaup
Julius StreicherSam StoneFrank Ciazynski
Generalfeldmarschall Wilhelm KeitelFrank FontaineHasso Zorn
Großadmiral Karl DönitzRaymond CloutierViktor Deiß
Generaloberst Alfred JodlBill CordayWilfried Herbst
Ernst KaltenbrunnerChristopher HeyerdahlMartin Keßler
Fritz SauckelKen KramerWinfried Wagner
Reichsjugendführer Baldur von SchirachDouglas O’KeeffeDetlef Bierstedt
Reichsaußenminister Joachim von RibbentropBenoit GirardHans Nitschke
Hjalmar SchachtJames BradfordEckhard Bilz
Walther FunkErwin PotittHorst Lampe
Rudolf HeßRoc LaFortune
Hans FrankFrank R. Moore
Dr. Robert LeyJulien Poulin
Wilhelm FrickFrank Burns
Hans FritzscheTom Rack
Franz von PapenDennis St John
Konstantin von NeurathGriffith Brewer
Großadmiral Erich RaederGabriel Gascon
Reichsminister Alfred RosenbergAlain Fournier
Reichsminister Arthur Seyß-InquartRené Gagnon
Sonstige
Rudolf HößColm FeoreUdo Schenk
Anton PacheloggRobert JoyGerald Schaale
Emmy GöringSusan GloverCornelia Meinhardt
Marie-Claude Vaillant-CouturierCharlotte Gainsbourg
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Einzelnachweise

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