Niederkrüchten

Gemeinde in Nordrhein-Westfalen From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Gemeinde Niederkrüchten liegt am linken Niederrhein im Westen des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen und ist eine kreisangehörige Gemeinde des Kreises Viersen im Regierungsbezirk Düsseldorf.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Niederkrüchten
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Niederkrüchten hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 51° 12′ N,  13′ O
Bundesland:Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Düsseldorf
Kreis: Viersen
Höhe: 68 m ü. NHN
Fläche: 67,07 km²
Einwohner: 14.601 (31. Dez. 2025)[1]
Bevölkerungsdichte: 218 Einwohner je km²
Postleitzahl: 41372
Vorwahl: 02163
Kfz-Kennzeichen: VIE, KK
Gemeindeschlüssel: 05 1 66 020
Gemeindegliederung: 16 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Laurentiusstraße 19
41372 Niederkrüchten
Website: www.niederkruechten.de
Bürgermeister: Thomas Ricker (CDU)
Lage der Gemeinde Niederkrüchten im Kreis Viersen
KarteKreis ViersenNordrhein-WestfalenKreis KleveKreis WeselDuisburgKrefeldRhein-Kreis NeussMönchengladbachKreis HeinsbergNiederlandeNettetalTönisvorstGrefrathNiederkrüchtenBrüggenViersenWillichKempenSchwalmtal
Karte
Schließen
Kirche in Niederkrüchten

Geschichte

Ab September 1944[2] wurde die Zivilbevölkerung genötigt, Elmpt zu verlassen. Viele Niederkrüchtener wurden nach Borghorst (Münsterland), Lindhorst, Steinhude, Amt Rahden oder nach Authausen (in Sachsen) evakuiert.[3] Ende Februar 1945, einige Tage nach dem Beginn der Operation Grenade, räumten deutsche Truppen die Maas-Rur-Stellung; am 1. März rückten US-Soldaten über Niederkrüchten, Brüggen, Bracht und Kaldenkirchen nach Venlo vor.[4]

Seit dem 1. Januar 1972 sind die vormals selbstständigen Gemeinden Niederkrüchten und Elmpt per Gesetz zur Neugliederung der Gemeinden und Kreise des Neugliederungsraumes Aachen (vom 14. Dezember 1971) zusammengeschlossen. Gehörten beide Kommunen ursprünglich zum ehemaligen Kreis Erkelenz und nach kommunaler Neugliederung zum Kreis Heinsberg, so wurden sie 1975 dem Kreis Viersen zugeordnet, wobei aber die Orte Merbeck, Schwaam, Tetelrath, Venn und Venheyde der Stadt Wegberg zugeordnet wurden und somit weiter zum Kreis Heinsberg gehören.

Aus dem Ortsteil Elmpt stammt das barocke Gnadenbild „Maria Schutz zu Pfeddersheim“, in der katholischen Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt, Worms-Pfeddersheim, Rheinland-Pfalz. Es überstand 1869 unversehrt einen Brand in Elmpt und kam 1927 als Geschenk an seinen jetzigen Standort.[5]

2020 wurden im Bönnesohl vier Windkraftanlagen in Betrieb genommen. Sie versorgen rechnerisch mehr als 10.000 Haushalte.[6] In Niederkrüchten-Boscherhausen werden 2026 zwei Windkraftanlagen mit je 5,7 MW Nennleistung gebaut.[7]

Ortsteile der Gemeinde

Birth, Blonderath, Boscherhausen, Brempt, Dam, Elmpt, Gützenrath, Heyen, Laar, Niederkrüchten, Oberkrüchten, Overhetfeld, Ryth, Silverbeek, Varbrook, Venekoten.

Politik

Gemeinderat

Die Kommunalwahlen seit 2014 führten zu folgendem Ergebnissen:

Weitere Informationen Partei / Liste, Sitze ...
Partei / Liste 2025[8] 2020[9] 2014[10]
Sitze %Sitze%Sitze%
Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) 16 37,4 1337,31441,8
Bündnis 90/Die Grünen 10 21,6928,2413,2
Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) 7 16,2618,41028,0
Niederkrüchtener Wählergemeinschaft 4 9,3
Alternative für Deutschland (AfD) 4 8,8
Freie Demokratische Partei (FDP) 3 6,837,526,3
Schließen

Bürgermeister

Thomas Ricker (CDU) wurde im September 2025 zum Bürgermeister gewählt. Er setzte sich in der Stichwahl mit 56,2 Prozent der Stimmen gegen den Konkurrenten Dirk Zilz (Bündnis 90/Die Grünen) durch. Zuvor hatte Karl-Heinz „Kalle“ Wassong (parteilos) zehn Jahre lang das Amt inne und trat 2025 nicht mehr zur Wahl an.[11]

Liste der Bürgermeister seit 1972:

1972–1979: Gerd Wallrafen (ehrenamtlich)

1979–1982: Karl Schmidt (ehrenamtlich; er legte das Amt am 23. Oktober 1982 nieder)

1982–1989: Gerd Wallrafen (ehrenamtlich)

1989–1999: Karl-Heinz Kreder (ehrenamtlich)

1999–2004: Siegfried Wilms (erster hauptamtlicher Bürgermeister; zuvor war er von 1989 bis 1999 Gemeindedirektor)

2004–2015: Herbert Winzen (hauptamtlich)

2015–2025: Karl-Heinz Wassong (hauptamtlich)

2025 – lfd. Thomas Ricker

Wappen und Banner

Blasonierung: „Gespalten; vorne in Gold (Gelb) eine halbe rote Lilie, auf deren Kelchblatt ein linksgekehrter grüner Sittich sitzend; hinten in Silber (Weiß) drei blaue Balken.“ Bedeutung: Das Wappen der Gemeinde Niederkrüchten entstammt dem Wappen der Grundherren von Elmpt. Die drei blauen Balken auf silbernem Grund weisen auf das Emblem der Edelherren von Brempt hin, die im 13. Jahrhundert in Niederkrüchten Grundherrenrechte ausübten.

Beschreibung des Banners: „Unter weißem Bannerhaupt, darin der Wappenschild der Gemeinde, Blau - Gelb im Verhältnis 1:1 längsgestreift.“[12]

Sehenswürdigkeiten

Sport und Freizeit

Die Sportarten Fußball, Reiten, Schwimmen, Rehasport, Tennis, Karate, Judo, Paddeln, Segeln und Angeln werden von verschiedenen Vereinen in der Gemeinde betrieben.[13]

Zu den größten Sportstätten der Gemeinde gehören das Bürgerhaus Elmpt (Mehrzweckhalle), die Doppelturnhalle Niederkrüchten, die Reitanlagen in den Ortsteilen Gützenrath, Overhetfeld und Venekoten sowie die Sportplätze in Niederkrüchten, Elmpt und Oberkrüchten.[14] Sie werden von den beiden größten Vereinen, dem SC Niederkrüchten[15] und Schwarz-Weiß 1926 Elmpt[16] und auch von kleineren Vereinen genutzt.

Die DLRG Niederkrüchten ist der größte Schwimmverein in der Gemeinde.[17] Das im Ortsteil Elmpt gelegene Hallenbad wird vor allem für den Schul- und Vereinssport genutzt, das Freibad Niederkrüchten ist seit 2018 wegen des akuten Renovierungsbedarfs nicht mehr geöffnet worden.[18][19]

Persönlichkeiten

In Niederkrüchten geboren

Mit Niederkrüchten verbunden

Varia

Niederkrüchten war sporadisch Bestandteil einer Motorrad-Rennstrecke, die von 1922 bis 1925 über eine Länge von 48,5 km die Orte Waldniel, Niederkrüchten, Brüggen, Bracht, Kaldenkirchen, Breyell, Boisheim und Dülken miteinander verband.[21] Die an Niederkrüchtens Ortsrand gelegene Kartsport-Strecke „Kuka-Kartbahn“ am Raderberg dagegen ist noch in Betrieb, dort werden heutzutage aber keine wichtigen Rennen mehr ausgefahren und war Austragungsort der Europameisterschaft im Kamellezielwerfen 2007.

Der Gemeinde wurde in den 2020er-Jahren durch Markus Orths und seine Romane „Ewig währt am längsten – Tante Ernas letzter Tanz“ und „Ewig währt am längsten – Der Pastor und das letzte Hemd“ ein literarisches Denkmal gesetzt.[22]

Literatur

  • Hermann Böken: Niederkrüchten in alten Ansichten. Band II. Niederkrüchten 1990
  • Ulrich Coenen: Zwischen den Grenzen – Eine Lebensgeschichte, Verlag Mainz, Aachen 1993. ISBN 3-925714-94-4 (siehe auch Haus Brühl)
  • Jochen Hild: Das Naturschutzgebiet Elmpter Bruch. In: Heimatbuch des Kreises Viersen, 27. Folge/1976, S. 252–259.
  • Ludwig Hügen: Elmpt und Niederkrüchten. Zwischen Schwalm und Grenzwald. Willich 1993
  • Manfred A. Jülicher: Niederkrüchten 1985. Bildband zur Darstellung des Ortes in 1985. Niederkrüchten 1985
  • Manfred A. Jülicher: Niederkrüchtener Mundart, Léewe en Krööchte, Landwirtschaft und Brauchtum vor 1945. Niederkrüchten 1975
  • Rolf Nagel: Niederkrüchtens Wappen. In: Heimatbuch des Kreises Viersen, 39. Folge/1988, S. 185–189.
  • Matthias Siegers, Klaus Blech: Ein neues Rathaus für die Gemeinde Niederkrüchten. In: Heimatbuch des Kreises Viersen, 38. Folge/1987, S. 244–248.
  • Edmund Weeger: Geschichte der Pfarrei Niederkrüchten im Dekanat Erkelenz. Kempen 1913
  • Dieter Jötten und Heidemarie Jötten geb. von Elmpt, Zur Geschichte des niederrheinischen Adelsgeschlechtes von Elmpt. Verlag Ph.C.W. Schmidt, Neustadt an der Aisch 2023.

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI