Oberleitungsbus Tallinn

Oberleitungsbus-Betrieb in Tallinn From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Oberleitungsbus Tallinn ist der einzige Oberleitungsbus-Betrieb in Estland. Der O-Bus-Verkehr in der Hauptstadt Tallinn wurde am 6. Juli 1965 eröffnet und ergänzt seitdem die seit 1888 bestehende Straßenbahn Tallinn. Die Stadt war damals die letzte Hauptstadt einer Sowjetrepublik, die mit einem O-Bus-System ausgestattet wurde.

Das Oberleitungsbus-Depot

Die Oberleitungsbusse in Tallinn werden, wie die Straßenbahnen und die städtischen Autobusse, vom kommunalen Verkehrsunternehmen Tallinna Linnatranspordi AS (TLT) betrieben. Dieses ging am 19. Juli 2012 aus der Vorgängergesellschaft Tallinna Trammi- ja Trollibussikoondise AS (TTTK) hervor.

Der komplette Obusverkehr in Tallinn wurde am 31. Oktober 2024 vorübergehend eingestellt. Nach der Erneuerung der Fahrleitungen sollen 2026 die bis dahin zu beschaffenden 40 Neufahrzeuge (22 Gelenk- und 18 Solo-Obusse) den Betrieb wieder aufnehmen.

Linien

Vor der vorübergehenden Betriebseinstellung verkehrten folgende vier Linien:

1Mustamäe – Kaubamaja15,9 km
3Mustamäe – Kaubamaja15,9 km
4Keskuse – Balti jaam14,3 km
5Mustamäe – Balti jaam13,9 km

Die ehemalige Linie 8, die von Väike-Õismäe bis zum Vabaduse väljak führte, wurde 2000 aufgegeben. Die frühere Linie 2, die auf der Strecke Mustamäe–Estonia verkehrte und 15,2 Kilometer lang war, wurde zum 1. Dezember 2012 durch die Autobuslinie 24 ersetzt.[1] Zum 1. Januar 2016 wurden auch die Linien 6 und 7 auf Hybridbusse umgestellt, die Linie 9 folgte zum 2. Mai 2017. Der Rückbau der Fahrleitungen erfolgte zeitnah. Der Fuhrpark für den Regelbetrieb wurde dadurch und durch das Abschreiben von alten Fahrzeugen der Typen 14Tr, 15Tr und 412T auf weniger als 50 Fahrzeuge reduziert,[2] sodass planmäßig nur noch Niederflurwagen zum Einsatz kommen. Die zeitweise beabsichtigte komplette Einstellung des Oberleitungsbusbetriebs wird nicht weiter verfolgt. Stattdessen sollen vorhandene Fahrleitungen teilweise von Batterie-Oberleitungsbussen weiter genutzt werden.

Fahrzeuge

Weitere Informationen Nummern, Stück beschafft ...
NummernStück beschafftStück in BetriebHerstellerTypArtniederflurigBaujahre
001–9009keine mehr, abgestellt 1970–1973Sawod imeni UrizkogoSiU-5Solowagennein1965
010–209, 1"–9", 24"210keine mehr, abgestellt bis 2000Škoda9Tr, teils zweitürige, teils dreitürige VersionSolowagennein1966–1983
210–308099keine mehr, abgestellt 2017Škoda14TrSolowagennein1982–1989
309001keine mehr, abgestellt 2005Ikarus / Ganz415TSolowagennein1992
310–314005keine mehr, abgestellt 2015Ikarus / Ganz412TSolowagennein1999
315–34603228SolarisTrollino 12Solowagenja2002–2010
400–424025keine mehr, abgestellt 2017Škoda15TrGelenkwagennein1989–1990
425001keine mehr, abgestellt 2001JuMZT1Gelenkwagennein1994
426–431006keine mehr, abgestellt 2004Ikarus / Ganz280TGelenkwagennein1989
432–45001918SolarisTrollino 18Gelenkwagenja2003–2009
18Škoda/SORŠkoda 32TrSolowagenja2026–
22Škoda/SORŠkoda 33TrGelenkwagenja2026–
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Die Gelenkwagen des Typs Ikarus/Ganz 280T wurden dabei 1995 gebraucht vom Oberleitungsbus Hoyerswerda aus Deutschland übernommenen, der im Jahr zuvor eingestellt worden war. Aus insgesamt 60 Obussen des Typs Škoda 9Tr wurden ferner in den Jahren 1981 bis 1984 zusammen 30 Oberleitungsbusdoppeltraktionen gebildet.

Im Januar 2025 wurde die Bestellung von zunächst 40 Batterie-Oberleitungsbussen verkündet, welche sich in 18 Solowagen vom Typ Škoda 32Tr und 22 Gelenkwagen vom Typ 33Tr aufteilen, wobei eine Option auf insgesamt 30 weitere Oberleitungsbusse besteht. Die Fahrzeuge können mit ihren Akkus bis zu 25 Kilometer ohne Oberleitungen verkehren. Sie sollen in der ersten Hälfte des Jahres 2026 ausgeliefert werden.[3][4]

Einzelnachweise

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