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Odiléa Toscano

brasilianische Künstlerin, Architektin und Hochschullehrerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Odiléa Helena Setti Toscano (geboren am 1. Dezember 1934 in São Bernardo do Campo; gestorben am 7. April 2015 in São Paulo) war eine brasilianische Künstlerin, Architektin und Hochschullehrerin. Sie ist insbesondere für ihre grafischen Arbeiten, Buchillustrationen sowie für ihre Kunstwerke im öffentlichen Raum bekannt.

Leben

Odiléa Toscano wurde 1934 als Tochter des Ehepaars Orlando Setti und Hilda Tabet Setti geboren. Von 1953 bis 1958 studierte sie Architektur und Urbanismus an der Fakultät für Architektur und Städtebau (FAU) der Universidade de São Paulo. Unter anderem war sie Schülerin von Vilanova Artigas, Rino Levi, Abelardo de Souza, Carlos Lemos und Renina Katz.[1]

Anfang der 1960er Jahre hielt sie sich mit Stipendien der Fundação Calouste Gulbenkian und der französischen Regierung in Europa auf. Nach ihrer Rückkehr nach Brasilien wurde sie 1974 Professorin im Bereich Visuelle Kommunikation an der FAU sowie an der Fakultät für Architektur und Städtebau in Santos.[2] Ihren Mestrado schloss sie 1981 unter Betreuung von Júlio Roberto Katinsky ab, 1989 ihr Doutorado beim gleichen Betreuer.[3]

Toscano unterrichtete an der FAU bis zu ihrer Pensionierung im Juli 2000.[1][3]

Sie war mit dem Architekten João Toscano verheiratet; mit diesem hatte sie vier Kinder.[4] Toscano verstarb am 7. April 2025 im Alter von 80 Jahren. Sie wurden auf dem Cemitério Redentor in São Paulo beerdigt.[4]

Künstlerische Tätigkeit

Bereits während ihres Studiums veröffentlichte Toscano Zeichnungen im Literaturbeiblatt der Zeitung O Estado de S. Paulo. In der Folge arbeitete sie regelmäßig als Illustratorin und Grafikdesignerin für verschiedene Medien.[2]

Zu ihren frühen Arbeiten zählen unter anderem die Buchumschläge der Reihe Jovens do mundo todo des Verlags Brasiliense, die 1961 auf der 1. Internationalen Biennale für Buch- und Grafikdesign in São Paulo ausgezeichnet wurden. Außerdem gestaltete sie Titelblätter für die Zeitschrift Visão.

In den 1970er Jahren setzte sie ihre grafische Arbeit unter anderem in der Serie Nossas Crianças (Editora Abril), in der Zeitschrift Bondinho sowie in der Buchreihe Criatividade fort.

Werke im öffentlichen Raum

1988 rief die Betreibergesellschaft der Metrô von São Paulo (Companhia do Metropolitano de São Paulo) das Programm „Arte no Metrô“ (Kunst in der Metrô) ins Leben. Mit Unterstützung einer Beratungskommission, der Vertreter verschiedener Kunstinstitutionen São Paulos angehörten, wurden Künstlerinnen und Künstler beauftragt, Werke zu schaffen, die dauerhaft in den U-Bahnhöfen der Stadt ausgestellt werden sollten. Odiléa Toscano wurde beauftragt Werke für vier U-Bahnhöfe zu schaffen (6 Kunstwerke im U-Bahnhof Paraíso, 2 Kunstwerke im U-Bahnhof São Bento, 2 Kunstwerke im U-Bahnhof Jabaquara, 2 Kunstwerke im U-Bahnhof Santana), die alle im Jahr 1990 ausgestellt wurden und bis heute in den Bahnhöfen zu sehen sind.[2]

Sie entwarf und begleitete die Ausführung von Wandbildern und Paneelen, die sich thematisch mit Geometrie, Naturmotiven, Architektur und abstrakten Landschaften befassen. Dabei legte sie besonderen Wert auf die Wirkung von Licht, Farbe und Material im Zusammenspiel mit der Betonarchitektur der Stationen.[2]

Über ihre Arbeit an den Metrostationen äußerte Toscano, dass sie den kreativen Prozess als eine intensive Auseinandersetzung mit Raum, Licht und Farbe verstand und die Projekte als besonders prägende Erfahrung betrachtete.[2]

Weitere Informationen Bild, Titel ...
Bild Titel Jahr Typ Material Maße Bahnhof
Sem título[2] 1990 Wandbild Acrylfarbe auf Beton 30 m² U-Bahnhof Santana (Zwischengeschoss)
Sem título[2] 1990 Wandbild Acrylfarbe 2,1 m (Höhe), 18 m (Breite) U-Bahnhof Santana (Zugangstunnel zum Bahnsteig)
Sem título[2] 1990 Wandpaneele Acrylfarbe, Synthetische Farbe, Metallplatten 350 m² U-Bahnhof São Bento (Bahnsteighinterwand, Fahrtrichtung Tucuruvi)
Sem título [2] 1990 Wandpaneele Acrylfarbe, Synthetische Farbe, Metallplatten 350 m² U-Bahnhof São Bento (Bahnsteighinterwand, Fahrtrichtung Jabaquara)
Raios de Sol (Mural 1)[2] 1990–1991 Wandbild Acrylfarbe auf Beton 4,4 m (Höhe), 4 m (Breite) U-Bahnhof Paraíso (Bahnsteigzugang)
Sem Título (Mural 2)[2] 1990–1991 Wandbild Acrylfarbe auf Beton 2,5 m (Höhe), 11,7 m (Breite) U-Bahnhof Paraíso (Bahnhofszugang Orthodoxe Kathedrale)
Sem Título (Mural 3)[2] 1990–1991 Wandbild Acrylfarbe auf Beton 2,3 m (Höhe), 9,3 m (Breite) U-Bahnhof Paraíso (Bahnhofszugang CCSP)
Sem Título (Mural 4)[2] 1990–1991 Wandbild Acrylfarbe auf Beton 5,85 m (Höhe), 6,6 m (Breite) U-Bahnhof Paraíso (Bahnhofszugang Viaduto Santa Generosa)
Sem Título (Mural 5)[2] 1990–1991 Wandbild Acrylfarbe auf Beton 3,2 m (Höhe), 33 m (Breite) U-Bahnhof Paraíso (Zugang zum Bahnsteig)
Sem Título (Mural 6)[2] 1990–1991 Wandbild Acrylfarbe auf Beton 9,9 m (Breite) U-Bahnhof Paraíso (Zwischengeschoss)
Sem título[2] 1990 Wandbild Acrylfarbe auf Beton 2,96 m (Höhe), 4,85 m (Breite) Estação Jabaquara (Bahnsteig)
Sem título[2] 1990 Wandbild Acrylfarbe auf Beton 2,96 m (Höhe), 4,85 m (Breite) Estação Jabaquara (Bahnsteig)
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Bibliografie

Signatur von Odiléa Toscano am Kunstwerk Sem Título im U-Bahnhof Santana
  • Sara Miriam Goldchmit: Odiléa Setti Toscano – do desenho ao design. Dissertation. Universidade de São Paulo, São Paulo 2008 (usp.br [PDF]).
  • Sara Miriam Goldchmit, Maria Cecília Loschiavo dos Santos, Luciene Ribeiro dos Santos: Odiléa Toscano: design visual, espaços públicos e ensino. In: PosFAUUSP. Band 22, Nr. 38, 18. Dezember 2015, ISSN 2317-2762, S. 38–57, doi:10.11606/issn.2317-2762.v22i38p38-57 (usp.br).
Commons: Odiléa Toscano – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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