Odin (Spiel)
Kartenspiel
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Odin ist ein strategisches Kartenspiel der in der Schweiz lebenden Spieleautoren Yohan Goh, Hope S. Hwang und Gary Kim für zwei bis sechs Spieler aus dem Jahr 2024. Thematisch treten in dem Spiel Wikinger gegeneinander an, wobei abgeworfene Karten gefallene Krieger symbolisieren, die nach Valhalla kommen.
| Odin | |
|---|---|
| Daten zum Spiel | |
| Autor | Yohan Goh, Hope S. Hwang, Gary Kim |
| Grafik | Crovotame |
| Verlag | Helvetiq |
| Erscheinungsjahr | 2024 |
| Art | Kartenspiel |
| Spieler | 2–6 |
| Dauer | 15 Minuten |
| Alter | ab 7 Jahren |
| Auszeichnungen | |
| |
Das Spiel wurde 2024 für den Swiss Gamers Award Kids / Family nominiert und in die Top 10 des À-la-carte-Kartenspielpreises aufgenommen. 2025 wurde es mit dem französischen Spielepreis As d’Or – Jeu de l’Année ausgezeichnet.
Thema und Ausstattung
Bei dem Spiel handelt es sich um ein abstarktes Kartenspiel, bei dem die Spieler mit ihren Handkarten gegeneinander antreten. Die Spieler versuchen dabei möglichst schnell alle ihre Karten abzulegen und am Ende der Partie die wenigsten Punkte zu haben.[1] Das Spielmaterial besteht neben der Spielanleitung aus 54 Spielkarten in sechs Farben, die jeweils von e1 bis 9 durchnummeriert sind.[1]
Spielweise
Zu Beginn des Spiels werden alle Karten durchgemischt und jeder Spieler bekommt verdeckt neun Karten als Handkarten. Danach wird ein Startspieler bestimmt, gespielt wird im Uhrzeigersinn.[1]
Eine Partie des Spiels besteht aus mehreren Durchgängen. Der jeweils aktive Spieler muss eine Karte von seiner Kartenhand offen ausspielen. Die nachfolgenden Spieler können nun entweder ebenfalls Karten spielen oder passen. Spielen sie Karten aus, muss sie einen höheren Kartenwert haben als die bereits gespielten Karte; der Kartenwert ergibt sich als maximal mögliche Zahl, die aus den Ziffern der Karten gebildet werden kann, nicht aus ihrer Summe. Dabei darf der Spieler ebenso viele Karten oder eine Karte mehr ausspielen, wie bereits in der Tischmitte liegen. Möchte ein Spieler mehr als eine Karte ausspielen, müssen sie allerdings die gleiche Spielkartenfarbe oder denselben Kartenwert haben. Danach nimmt der Spieler eine bereits ausliegende Karte auf die Hand, wober er keine gerade selbst ausgespielte wählen darf. Alternativ kann ein Spieler passen und damit den Zug an den nächsten Spieler weitergeben.[1]
Sobald alle Spieler gepasst haben, endet die Runde. Alle Spieler behalten ihre Handkarten, die ausliegenden Karten werden abgeworfen und der Spieler, der die letzten Karten gespielt hat beginnt die nächste Runde.[1] Beginnt ein Spieler, dessen Handkarten alle die gleiche Farbe oder die gleichen Zahlwerte haben, löst er eine Zwischenwertung aus. Er darf alle Karten zusammen ausspielen und danach wird sofort gewertet. Spielt ein Spieler in der Runde seine letzten Karten aus, nimmt er keine neuen auf die Hand und löst ebenfalls eine Zwischenwertung aus. Bei der Zwischenwertung erhält jeder Spieler je einen Punkt pro Handkarte. Nach einer Zwischenwertung werden alle Karten erneut gemischt, verteilt und die nächste Runde gespielt.[1]
Ein Spiel endet, wenn ein Spieler mindestens 15 Punkte erreicht hat. Gewinner des Spiel ist der Spieler, der am Ende am wenigsten Punkte hat. Bei einem Gleichstand gewinnen alle daran Beteiligten.[1]
Veröffentlichung und Rezeption
Das Spiel Odin wurde in der Schweiz lebenden Spieleautoren Yohan Goh, Hope S. Hwang und Gary Kim entwickelt und erschien 2024 bei dem Schweizer Verlag Helvetiq in einer multilingualen Ausgabe auf Deutsch, Englisch, Französisch, Niederländisch, Italienisch und Spanisch. Im gleichen Jahr wurde es international in Versionen auf Polnisch, Russisch, Ungarisch, Tschechisch, Koreanisch und Chinesisch sowie nochmals auf Französisch/Englisch, Spanisch, Italienisch und veröffentlicht. 2025 folgten Versionen auf Serbisch, Portugiesisch und erneut auf Spanisch.[2]
Der Spielekritiker Christwart Conrad schrieb zu Odin in der Zeitschrift spielbox, es mache „regelrecht süchtig“ und „kaum eine Runde wollte es bei einer einzige Runde […] belassen.“ Er bewertete es mit 8 von 10 möglichen Punkten und findet es „erstaunlich in wie wenig Regeldetails sich manche Überbietspiele unterscheiden“ und trotzdem eigenständige Spiele sind. Er vergleicht es mit FTW?!, bei dem es ebenfalls darum gehe, möglichst viele Karten loszuwerden, und Velomino, bei dem es ebenfalls darum gehe, seine Karten geschickt nach Farben und Kartenwerten zu sortieren, oder Karrierepoker, weil man auch hier möglich hoffen muss, nach dem Ausspielen und Aufnehmen möglichst nochmal an die Reihe zu kommen.[3]
Stefan Duksch rezensierte das Spiel gemeinsam mit mehreren weiteren neu erschienen Kartenspielen des Jahrgangs auf seinem Blog. Er bezeichnete es als „verkapptes Stichspiel“, bei dem es bereits „nach nur wenigen Zügen [kribbelt]“. Nach seiner Ansicht liegt das an der Mechanik, dass die Spieler „mit jedem Ausspielen weniger Karten auf der Hand haben, aber auch eine aus dem Ausspiel des vorherigen Spielers aufnehmen müssen.“ Die Spielidee ist nach seiner Meinung „so minimalistisch wie die kleine Verpackung, aber in dem tollen „Odin“ steckt genug Potential für zahllose Wiederholungen“ und er bewertete sie mit fünf von sechs Punkten.[4] Auch Tobias Franke besprach das Spiel gemeinsam mit anderen Spielen. Er schreibt, dass „man [Odin] als kleinen Bruder von Scout bezeichnen“ könne. Nach ihm „können auch jüngere Kinder schon sehr gut Odin mitspielen. Es muss lediglich ein grundsätzliches Zahlenverständnis vorhanden sein.“ Er resümiert, dass „Odin eine Lücke [fülle], da es gut für Menschen als Einstieg dienen kann, die dann in der weiteren Entwicklung zu Scout oder Krass Kariert greifen können.“[5]