Oiltanking

Logistikdienstleister von Tanklägern für Mineralölprodukte, Chemikalien und Gase mit Sitz in Hamburg From Wikipedia, the free encyclopedia

Oiltanking war eine Unternehmenssparte der Marquard & Bahls AG für den Geschäftsbereich Raffinerie, Vertrieb und Lagerung von Pflanzen- und Mineralölprodukten, Chemikalien sowie Gasen. Oiltanking umfasste mehrere Unternehmen in unterschiedlichen Ländern; und betrieb 45 Tanklager in 20 Ländern in Amerika, Europa, dem Nahen Osten, Afrika und dem asiatisch-pazifischen Raum einschließlich China und Indien.

Dieser Geschäftsbereich wurde unter dem Begriff Tanklagerlogistik zusammengefasst, in diesem Bereich gehörte das Unternehmen zu den größten seiner Branche.[1] Jedes Tanklager war laut Unternehmensangaben eine eigenständige juristische Einheit, die in Deutschland unter der Oiltanking GmbH als Muttergesellschaft zusammengefasst wurden.

Unternehmensgeschichte

Das im Jahr 1972 in Hamburg gegründete Unternehmen entstand laut Unternehmensangaben aus dem Zusammenschluss unabhängiger Tanklagerbetreiber und agiert weltweit.[2] In Deutschland betrieb es unter anderem ein Tanklager am Hamburger Hafen, wo vor allem Mineralölprodukte und Biokraftstoffe vorgehalten und umgeschlagen wurden.[3]

Anfang 1994 organisierte Marquard & Bahls einen Teil von Oiltanking als Zwischenholding für internationale Aktivitäten – das Deutschlandgeschäft blieb in der Oiltanking Deutschland GmbH – und baute seine geschäftlichen Aktivitäten seit 2001 sukzessive durch den Bau und Zukauf weiterer Chemie- und Öltanklager aus, unter anderem in Singapur und Hongkong.[4][5][6][7]

2007: Tanks auf der Hohen Schaar, Hamburg-Wilhelmsburg

Im Jahr 2002 schloss sich das Unternehmen mit Star Energy, einem im Jahr 1993 in Dubai gegründeten Unternehmen zusammen, um weitere Geschäftsmöglichkeiten auszukunden. Oiltanking gründete laut eigenen Angaben ein Joint Venture zu gleichen Anteilen und erwarb im Jahr 2004 einen Anteil von 25 % an dem Unternehmen.[8][9]

Im Sommer 2011 erfolgte an der New York Stock Exchange der Teilbörsengang von Oiltanking Partners, L.P., einer amerikanischen Tochtergesellschaft mit Sitz in Houston.[10] Im Jahr 2014 schloss sich Oil Tanking Partners im Rahmen einer Fusion mit einer Tochter von Enterprise Products Partners zusammen.[11] Über die Lager des Unternehmens werden in Deutschland jährlich 1,6 Millionen Tonnen Heizöl und 2,1 Mio. Tonnen Kraftstoff verteilt.[1]

Mit zwei weiteren Investoren war Oiltanking an einer Projektgesellschaft für das German LNG Terminal beteiligt, deren Ziel die Errichtung eines Erdgas-Terminals in Brunsbüttel war.[12] Das Terminal ist seit 2023 in Betrieb.

In Singapur soll ein weiteres Terminal durch ein dafür gegründetes Joint Venture zwischen Oiltanking und Jurong Port, an dem Oiltanking einen Anteil von 40 % hält, errichtet werden.[13]

Umbenennung

2025 gab die Mabanaft Gruppe bekannt, Umbenennungen und Umstrunkturierungen durchzuführen. Die Gruppe soll künftig als MB Energy Holding GmbH & Co. KG auftreten. Die Marken Oiltanking Deutschland, Ungarn und Dänemark sowie einige kleinere Unternehmen der Gruppe sollen künftig unter dem Namen enport GmbH & Co. KG firmieren.[14]

Cyberangriff

Ein Cyberangriff auf Oiltanking und andere Unternehmen in Deutschland, Belgien und den Niederlanden löste im Februar 2022 staatsanwaltliche Ermittlungen aus.[15] Die Angriffe zogen sich über mehrere Wochen.[16] Federführend bei den Ermittlungen war laut „Spiegel“ die Generalstaatsanwaltschaft in Hamburg, die tätig wurde, als eines der betroffenen Unternehmen Strafanzeige stellte, auch das zuständige Landeskriminalamt sei an den Ermittlungen beteiligt;[17] diese bezögen sich auf den Straftatbestand der Erpressung, ermittelt würde gegen Unbekannt.[18]

Der Angriff wurde an einem Samstagmorgen festgestellt, erfolgte mit einer Erpressersoftware und zielte auf die Dispositionssysteme des Unternehmens ab. Davon seien 233 Tankstellen, vor allem im norddeutschen Raum betroffen gewesen, dies entspreche 1,7 Prozent aller Tankstellen in Deutschland, sagte der Präsident des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik Arne Schönbohm; er hielte den Angriff für „ernst, aber nicht gravierend“. Während dieser Zeit, so Schönbohm weiter, sei es den Tankstellen teilweise nicht möglich gewesen, Kartenzahlungen anzunehmen oder die Preise anzupassen. Durch die Verteilung des Geschäfts auf insgesamt 26 Unternehmen habe jedoch nie die Gefahr eines flächendeckenden Ausfalls bestanden.[1]

Für den Angriff soll die Ransomware Black Cat verwendet worden sein.[19] Dem Spiegel zufolge gab es nach dem auf Oiltanking erfolgten Cyberangriff einen Angriff auf das niederländische Unternehmen Riverlake, wodurch die Entladung von Öltankern zeitweise nicht mehr möglich gewesen sei. Da vor allem der Hafen von Antwerpen betroffen war, ermitteln dort die belgischen Behörden.[17] Eine Sprecherin von Europol bot den Deutschen Behörden eine Zusammenarbeit an.[18] Die „Welt“ berichtete ebenfalls über den Vorfall. Laut einem Experten ist der Schadcode von „BlackCat“ schon seit November bekannt gewesen, hinter dem Angriff stünde eine Gruppe von Hackern mit dem Namen „ALPHV“.[20]

Commons: Oiltanking – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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