Oleksij Sarantschin

ukrainischer Jazzmusiker From Wikipedia, the free encyclopedia

Oleksij Tarassowytsch Sarantschin (ukrainisch Олексій Тарасович Саранчін; * 13. Februar 1972 in Charkiw, Ukrainische SSR, Sowjetunion; † 20. Mai 2026 in Kiew) war ein ukrainischer Jazzmusiker (Piano, Komposition).

Leben und Wirken

Sarantschin begann bereits in früher Kindheit mit dem Musikstudium, bevor er seine Ausbildung am Musik-Berufskolleg „Borys Ljatoschynskyj“ und später am Kunstinstitut Charkiw fortsetzte. Außerdem absolvierte er eine juristische Ausbildung und erwarb einen Abschluss an der Staatlichen Jaroslaw-der-Weise-Universität Nowgorod für Rechtswissenschaften.[1]

Seit den 1990er Jahren war Sarantschin maßgeblich an der Entstehung der modernen ukrainischen Jazzszene beteiligt. Im Laufe der Jahre wurde er dafür bekannt, klassische Technik mit moderner Jazzimprovisation zu verbinden, wodurch er einen unverwechselbaren Klang schuf, der in der gesamten ukrainischen Musikszene Anerkennung fand. Sarantschin war langjähriger Pianist des einflussreichen ukrainischen Jazzkollektivs „S’chid-Side“, das oft als eine der wegweisenden Modern-Jazz-Gruppen in der unabhängigen Ukraine beschrieben wird.[2] Des Weiteren spielte er mit Jazz-Kolo,[3] in der Kiewer Big Band, der Big Band von Dennis Adu, dem Quintett von Denys Dudko sowie mit vielen ukrainischen und ausländischen Musikern zusammen. Er arbeitete zudem genreübergreifend und kooperierte mit führenden ukrainischen Musikern und Projekten, die von experimentellen Jazzensembles bis hin zu Rock- und Popmusikkünstlern reichten.[2]

Über seine künstlerische Tätigkeit hinaus spielte er eine wichtige Rolle in der Musikpädagogik. Sarantschin lehrte an der renommierten MusikakademieReinhold Glière“ der Stadt Kiew und bildete eine neue Generation ukrainischer Jazzmusiker und -komponisten aus.[2] In ukrainischen Kulturkreisen verkörperte Sarantschin eine Generation von Musikern, die nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion dazu beitrug, eine eigenständige nationale Jazzidentität aufzubauen. Sein Schaffen verband ukrainische Jazztraditionen mit europäischen und amerikanischen Einflüssen, bewahrte dabei jedoch eine unverwechselbare lokale künstlerische Stimme.[2]

In einer auf Instagram veröffentlichten Geschichte würdigte Omar Harfouch Oleksij Sarantschin, den er als seinen „… musikalischen Freund“ bezeichnet. Der Komponist würdigte den Mut und die Würde des ukrainischen Pianisten und erinnerte an dessen Selbstaufopferung während der Leitung und Aufnahme des „Konzerts für den Frieden“ in Kiew, mitten im Russischen Überfall auf die Ukraine und unter Bombardements.[1] Sarantschin starb am 20. Mai 2026.[2]

Diskographische Hinweise

  • Aleksander Murenko: Back to the Fusion (2004)
  • Млада: Ой Весна, Весна … (2005)
  • Dudko Quintet: Sofia (2010)
  • Океан Ельзи: Dolce Vita (2010)
  • Танок На Майданi Конґо: С.П.А.М. (2010)
  • ТНМК: Дзеркало (2014)

Einzelnachweise

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