Olimpija Liepāja

lettischer Fußballverein From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Sporta Biedrība Olimpija Liepāja kurz Olimpija Liepāja auch Liepājas Olimpija (deutsch: Sportverein Olympia Liepāja, bzw. Sportverein Olympia Libau) war ein lettischer Sportverein aus Liepāja, welcher mit einer Unterbrechung im Zweiten Weltkrieg von 1909 bis 1944 existierte. Die 1922 gegründete Fußballabteilung des Vereins spielte insgesamt fünfzehn Jahre ununterbrochen in der Virslīga, der höchsten lettischen Spielklasse. Der Verein war neben dem RFK Riga in den 1920er- und 1930er-Jahren einer der erfolgreichsten Fußballvereine Lettlands und bildete in den Anfangsjahren häufig die Basis der Nationalmannschaft von Lettland. Insgesamt wurde der Verein siebenmal lettischer Meister und stand einmal im Pokalfinale.

Schnelle Fakten
Olimpija Liepāja
Voller NameSporta Biedrība Olimpija Liepāja
OrtLiepāja, Lettland
Gegründet1909
(als Riteņbraucēju biedrība Liepāja)
Aufgelöst1944
Vereinsfarbenunbekannt
StadionOlimpija stadions
Höchste LigaVirslīga
Erfolge 7× Lettischer Meister
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Geschichte

Olimpija Liepāja wurde 1909 als „Riteņbraucēju biedrība Liepāja“ (deutsch: Radfahrverein Liepāja) gegründet und entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einem Sportverein, der unter anderem Bandysport, Eishockey und weitere Sportarten förderte.[1]

Die Fußballmannschaft von Olimpija Liepāja wurde 1922 gegründet und stand einige Jahre im Schatten des LNJS Liepāja. Schon bald änderten sich jedoch die Kräfteverhältnisse, und Olimpija entwickelte sich zur dominierenden Fußballmannschaft in Liepāja. 1924 gewann die Mannschaft die Meisterschaft von Kurland und erreichte das Finale der Provinzmeisterschaft, wo sie allerdings überraschend Cēsu unterlag. Bereits ein Jahr später nahm Olimpija jedoch Revanche an Cēsu und erreichte gegen den RFK Riga das Endspiel um die lettische Meisterschaft. Anders als in den Vorjahren, als die Teams aus Riga die Provinzvereine meist ohne größere Schwierigkeiten besiegt hatten, erwies sich Olimpija für die erfahrenen Rigaer als äußerst harter Gegner. Zwar erzielte RFK durch Arnolds Tauriņš das erste Tor, doch bereits eine Minute später glich der beste Torjäger der frühen Olimpija-Jahre, Fricis Dambrēvics aus. Danach brachte Ādolfs Blūzmanis Olimpija in Führung, ehe Edvīns Bārda für die Rigaer ausglich. Anschließend brachte Harijs Pikols Olimpija per Elfmeter erneut in Führung. Danach traf Tauriņš nochmals für Riga, sodass die reguläre Spielzeit mit 3:3 endete. In der Verlängerung hielt Olimpijas Torwart Rūdolfs Lērums einen von Alberts Šeibelis geschossenen Elfmeter. Der daraus gewonnene moralische Auftrieb reichte jedoch nicht aus, und schließlich entschied ein Treffer von Edvīns Bārda das Spiel zugunsten von RFK. Im folgenden Jahr wurde Olimpija erneut Meister von Kurland.

Als 1927 die Virslīga gegründet wurde, begann die erste goldene Ära von Olimpija. Die Mannschaft aus Liepāja gewann die Liga ersten drei Spielzeiten in Folge, wobei alle Titel sehr souverän errungen wurden. Ebenso gewann Olimpija von 1928 bis 1930 dreimal hintereinander den Riga-Pokal und durfte die Trophäe beim letzten Erfolg dauerhaft behalten. Die wichtigsten Spieler dieser Dreifach-Meisterära waren Fricis Dambrēvics, Ludvigs Dudaņecs, Vladimirs Žins, Fricis Laumanis, Kārlis Tīls und Harijs Pikols. In dieser Zeit wurde Harijs Lazdiņš zum Stammtorhüter von Liepāja. Zwar war er damals noch kein Nationalspieler Lettlands, doch näherte er sich allmählich diesem Niveau an. Generell wurden Spieler von Olimpija bereits ab 1926 in die lettische Nationalmannschaft berufen, und Ende der 1920er Jahre bildete der Verein zeitweise sogar das Grundgerüst der Nationalelf. Ein weiterer wichtiger Faktor für Olimpijas Aufstieg zur führenden Mannschaft Lettlands war der aus Wien verpflichtete Trainer Wilhelm „Willy“ Malousek (lettisch: Vilijs Malošeks), der zuvor bereits mit RFK Riga und der lettischen Nationalmannschaft gearbeitet hatte.

Die erste Hälfte der 1930er Jahre verlief für Olimpija nicht mehr so erfolgreich. Nachdem anstelle von Malouseks sein Österreichischer Landsmann Franz Hieringer (lettisch: Francis Hieringers) das Traineramt übernommen hatte und die alten Führungsspieler der Mannschaft nicht mehr ihre frühere Form erreichten, fiel es schwer, ihr bisheriges Niveau zu halten. Zwei Jahre in Folge belegte die Mannschaft in der Virslīga den zweiten Platz hinter den Erzrivalen von RFK Riga. 1932 kam Olimpija mit Platz vier in der Virslīga – zum ersten Mal seit der Gründung des Wettbewerbs nicht unter die besten drei Teams. Das Olimpija ein Jahr später erneut den Titel des lettischen Meisters gewann, war überraschend. Von allen Meistermannschaften Olimpijas in der Virslīga war das Team von 1933 das am wenigsten überzeugende. Daher war es kaum überraschend, dass die Mannschaft in der folgenden Saison wieder nur den vierten Platz belegte. Etwas besser verlief das Jahr 1935, doch die zweite goldene Ära von Olimpija begann erst 1936, als erneut mit Otto Fischer ein Österreicher Traineramt übernahm.

Unter der Leitung von Otto Fischer begann Olimpija deutlich moderneren Fußball zu spielen. Gleichzeitig rückten immer mehr junge Spieler in die erste Mannschaft auf, und Fischers Spielsystem war so angelegt, dass ein Wechsel im Kader die Ergebnisse kaum beeinflusste. In dieser Phase gewann Olimpija drei Spielzeiten in Folge die Virslīga. Dabei störte es nicht, dass viele Leistungsträger den Verein in Richtung Riga verließen oder ihre Karriere beendeten. Bereits Mitte der 1930er Jahre machten sich Spieler wie Voldemārs Ziņģis einen Namen. Später kamen unter anderem Vladimirs Apsēns, Pēteris Jurčenko, Roberts Heibliha, Ernests Ziņģis, Voldemārs Dzērvēns, Voldemārs Jēgers und Eduards Freimanis hinzu. Aus Kuldīga kamen zudem wichtige Verstärkungen: Žanis Krišjānovs und Jūlijs Bērziņš, die beide zu den besten Torschützen der Virslīga zählten. Einzig im Jahr 1940 blieb Olimpija in der Fischer-Ära ohne Titel. Allerdings war diese letzte Saison der Virslīga ohnehin stark von Unruhe geprägt, noch bevor es zur sowjetischen Besetzung Lettlands kam. Mit der Besetzung wurde Olimpija Liepāja aufgelöst und die Sportler in die Mannschaft von Dinamo Liepāja integriert. Während der deutschen Besatzungszeit wurde Olimpija 1941 neu gegründet, doch stand sie nicht mehr unter der Leitung von Otto Fischer, der beim Massaker in Liepāja ermordet wurde. Auch Harijs Lēvenšteins war zu diesem Zeitpunkt bereits ums Leben gekommen. Ein Meistertitel in der Virslīga war in dieser Phase nicht mehr erreichbar. In den ersten Nachkriegsjahren bildeten ehemalige Olimpija-Spieler den Kern der Teams von Daugava Liepāja (1945–1947) und später Sarkanais Metalurgs (1949–1961) und hielten so die Fußballtradition von Liepāja trotz der Besatzungszeit aufrecht.

Bilanz

Die Tabelle zeigt das sportliche Abschneiden von Olimpija Liepāja in der Virslīga.

Weitere Informationen Saison, Liga (Ebene) ...
Saison Liga (Ebene) Platz Spiele S U N Tore Diff. Punkte Bemerkung
1927 Virslīga (I) 1. 6 5 0 1 12:5 0+7 10 Meister
1928 Virslīga (I) 1. 8 6 1 1 22:10 +12 13 Meister
1929 Virslīga (I) 1. 8 6 2 0 27:9 +18 14 Meister
1930 Virslīga (I) 2. 12 8 1 3 29:12 +17 17
1931 Virslīga (I) 2. 14 9 2 3 38:14 +24 20
1932 Virslīga (I) 4. 14 8 1 5 38:16 +22 17
1933 Virslīga (I) 1. 14 10 2 2 37:17 +20 22 Meister
1934 Virslīga (I) 4. 7 2 5 1 31:7 +24 16
1935 Virslīga (I) 2. 14 7 4 3 29:20 0+9 18
1936 Virslīga (I) 1. 14 12 2 0 37:10 +27 26 Meister
1937/38 Virslīga (I) 1. 12 10 1 1 41:9 +32 21 Meister
1938/39 Virslīga (I) 1. 14 11 1 2 48:12 +36 23 Meister
1939/40 Virslīga (I) 2. 14 9 3 2 42:21 +21 21
1942 Virslīga (I) 2. 5 2 2 1 12:7 0+5 06
1943 Virslīga (I) 2. 6 4 2 0 20:11 0+9 10
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Erfolge

Ehemalige Trainer

  • OsterreichÖsterreich Otto Fischer
  • OsterreichÖsterreich Franz Hieringer
  • OsterreichÖsterreich Willy Malousek

Ehemalige Spieler

  • Lettland Vladimirs Apsēns
  • Lettland Arnolds Bendorfs
  • Lettland Žanis Bisenieks
  • Lettland Roberts Blūmentāls
  • Lettland Ādolfs Blūzmanis
  • Lettland Žanis Būmeisters
  • Lettland Alfrēds Cimmers
  • Lettland Fricis Dambrēvics
  • Lettland Jānis Dobelis
  • Lettland Ludvigs Dudaņecs
  • Lettland Voldemārs Dzērvēns
  • Lettland Voldemārs Elmuts
  • Lettland Egons Feldbergs
  • Lettland Jūliuss Feldmanis
  • Lettland Eduards Freimanis
  • Lettland Voldemārs Gaušis
  • Lettland Roberts Heiblihs
  • Lettland Edvīns Hollmans
  • Lettland Oskars Īlens
  • Lettland Eduards Jēgers
  • Lettland Haralds Jēgers
  • Lettland Pēteris Jurčenko
  • Lettland Fricis Kaņeps
  • Lettland Vitolds Kārkliņš
  • Lettland Alfrēds Ķikuts
  • Lettland Arturs Ķikuts
  • Lettland Konstantīns Kolkovskis
  • Lettland Rūdolfs Kronlaks
  • Lettland Aleksandrs Krūms
  • Lettland Oskars Kļavenieks
  • Lettland Žanis Krišjānovs
  • Lettland Leopolds Kuļikovskis
  • Lettland Voldemārs Lagzdenbergs
  • Lettland Voldemārs Lakučis
  • Lettland Ernests Laumanis
  • Lettland Fricis Laumanis
  • Lettland Harijs Lazdiņš
  • Lettland Harijs Lēvenšteins
  • Lettland Alfrēds Matisons
  • Lettland Jānis Matjušenoks
  • Lettland Voldemārs Miezītis
  • Lettland Kārlis Minsterjānis
  • Lettland Harijs Pikols
  • Lettland Ernests Ragels
  • Lettland Pāvels Rečinskis
  • Lettland Edgars Rūja
  • Lettland Jānis Skinčs
  • Lettland Aleksandrs Stankus
  • Lettland Kārlis Tīls
  • Lettland Nikolajs Voskoboiņikovs
  • Lettland Arnolds Zeics
  • Lettland Ernests Ziņģis
  • Lettland Voldemārs Ziņģis
  • Lettland Voldemārs Žins

Einzelnachweise

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