Oliver Baumann
deutscher Fußballtorhüter
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Oliver Baumann (* 2. Juni 1990 in Breisach am Rhein) ist ein deutscher Fußballtorhüter, der seit 2014 bei der TSG 1899 Hoffenheim unter Vertrag steht.
| Oliver Baumann | ||
Oliver Baumann (2026) | ||
| Personalia | ||
|---|---|---|
| Geburtstag | 2. Juni 1990 | |
| Geburtsort | Breisach am Rhein, Deutschland | |
| Größe | 187 cm | |
| Position | Tor | |
| Junioren | ||
| Jahre | Station | |
| 1996–2000 | FC Bad Krozingen | |
| 2000–2009 | SC Freiburg | |
| Herren | ||
| Jahre | Station | Spiele (Tore)1 |
| 2009–2010 | SC Freiburg II | 22 (0) |
| 2009–2014 | SC Freiburg | 131 (0) |
| 2014– | TSG 1899 Hoffenheim | 392 (0) |
| Nationalmannschaft | ||
| Jahre | Auswahl | Spiele (Tore)2 |
| 2007 | Deutschland U18 | 1 (0) |
| 2008–2009 | Deutschland U19 | 7 (0) |
| 2010 | Deutschland U20 | 2 (0) |
| 2010–2013 | Deutschland U21 | 10 (0) |
| 2024– | Deutschland | 13 (0) |
| 1 Angegeben sind nur Ligaspiele. Stand: Saisonende 2025/26 2 Stand: 6. Juni 2026 | ||
Karriere
Vereine
1996–2009: Junioren-Stationen in Bad Krozingen und Freiburg
Oliver Baumann spielte von der F-Jugend bis zum ersten D-Jugendjahr beim FC Bad Krozingen.[1] Danach wechselte er 2002 in die Jugend des SC Freiburg.[2] Dort erreichte er in der Saison 2007/08 die Endrunde der A-Junioren-Meisterschaft. Nachdem man sich im Halbfinale gegen die U19 des 1. FC Köln durchgesetzt hatte, gewann der SC auch gegen den VfL Wolfsburg mit 2:0 und wurde deutscher A-Jugendmeister. In der folgenden Saison gewann Baumann mit der Mannschaft den DFB-Junioren-Vereinspokal mit einem Endspielsieg über Borussia Dortmund, einen Monat später trafen sie im Halbfinale der Endrunde um die A-Junioren-Meisterschaft erneut auf Dortmund; diesmal scheiterten sie jedoch.

2009–2014: Durchbruch beim SC Freiburg
Am 8. August 2009 absolvierte Baumann seine Premiere beim 0:0 der Amateure des SC Freiburg in der Regionalliga Süd gegen die Stuttgarter Kickers;[3] es sollten noch 19 Saisonspiele folgen. Im August 2009 saß er ebenfalls erstmals bei der ersten Mannschaft in der Bundesliga und im DFB-Pokal auf der Bank. Am 8. Mai 2010, dem letzten Spieltag der Saison 2009/10, gab er sein Profidebüt in der Startelf beim 3:1-Erfolg gegen Borussia Dortmund.[4] Danach war er vier Jahre lang Stammtorhüter des SC Freiburg. In der Saison 2013/14 unterliefen Baumann drei Fehler gegen den HSV, der 3:0 gewann; Trainer Streich hielt dennoch an ihm als Stammtorwart fest. Direkt am folgenden Spieltag zahlte sich das Vertrauen aus: Baumann wehrte beim 3:0-Auswärtssieg in Nürnberg zwölf Torschüsse (bis dahin Ligarekord) ab und wurde zum Spieler des Tages gewählt. Am 10. Juni 2010 verlängerte er seinen Vertrag beim SC Freiburg bis zum Jahr 2014,[5] im Sommer 2011 um ein weiteres Jahr.
Seit 2014: TSG 1899 Hoffenheim

Zur Saison 2014/15 wechselte Baumann zur TSG 1899 Hoffenheim.[6] Bei seinem neuen Verein wurde Baumann auf Anhieb Stammtorhüter und stand bis zu einer Meniskusverletzung im Januar 2020, bei 185 von 187 Bundesliga-Spielen in der Startelf der TSG 1899 Hoffenheim. Unter Trainer Julian Nagelsmann nahm Baumann mit Hoffenheim in der Spielzeit 2017/18 an der UEFA Europa League und in der Spielzeit 2018/2019 an der UEFA Champions League teil, beides Mal scheiterte man allerdings schon in der Gruppenphase. Der Torwart lief oft als Kapitän der Mannschaft auf und wurde Führungsspieler der Mannschaft. In der Saison 2020/2021 wurde Baumann als „Elfmeterkiller“ bekannt, indem er 5/9 Elfmeter halten konnte. Am 18. September 2022 absolvierte er beim 0:0 gegen den SC Freiburg sein 400. Bundesligaspiel, zugleich sein 100. ohne Gegentor.[7] Nach dem Karriereende von Benjamin Hübner im Dezember 2022 wurde Baumann der neue Kapitän der TSG.[8] Für die Spielzeit 2022/23 wurde Oliver Baumann von den Fans der TSG Hoffenheim zum Spieler der Saison gewählt.[9] Außerdem überholte er in dieser Saison Sebastian Rudy, den bisherigen Rekordspieler mit den meisten Einsätzen für die TSG.[10] Mitte September 2023 absolvierte Baumann gegen den 1. FC Köln sein 300. Bundesligaspiel für die Hoffenheimer.[11] Für diesen Meilenstein wurde er mit einem Wandbild im Umlauf der Südkurve der PreZero Arena geehrt.[12]
Sein Vertrag in Hoffenheim läuft bis Sommer 2028 mit Option für eine zusätzliche Saison.[13]
Nationalmannschaft
2007–2013: Junioren
Baumann spielte schon in der deutschen U18 und U19. In der U18 hatte er 2007 einen Einsatz, in der U19 absolvierte er von 2008 bis 2009 sieben Spiele. 2010 spielte er in der deutschen U20-Nationalmannschaft und bestritt dort zwei Spiele. Am 3. September 2010 gab er sein Debüt in der deutschen U21 gegen Tschechien im Rahmen der EM-Qualifikation.[14] Am 28. Mai 2013 wurde Baumann von Trainer Rainer Adrion in das endgültige Aufgebot für die U21-Europameisterschaft 2013 in Israel berufen.[15] Am dritten Spieltag absolvierte er beim 2:1-Sieg gegen Russland sein einziges Spiel bei diesem Turnier. Nach zuvor zwei Niederlagen gegen die Niederlande und Spanien schied die Auswahlmannschaft bei der Europameisterschaft bereits in der Gruppenphase aus. Für Baumann war es zugleich der letzte Einsatz in einer deutschen Junioren-Nationalmannschaft.
Seit 2020: A-Nationalmannschaft
Im September 2020 wurde Baumann von Bundestrainer Joachim Löw erstmals für zwei Spiele in der UEFA Nations League in den Kader der deutschen Nationalmannschaft berufen, blieb jedoch ohne Einsatz.[16] Im November erfolgte eine erneute Nominierung Baumanns. Jedoch musste er sich aufgrund mehrerer positiver COVID-19-Tests bei seinem Verein TSG 1899 Hoffenheim auf behördliche Anordnung in häusliche Isolation begeben und die Nationalmannschaft verlassen.[17] Nach zwei weiteren Nominierungen im Juni und September 2022 gehörte Baumann ab September 2023 zunächst unter Nationaltrainer Hansi Flick und später unter Julian Nagelsmann zum festen Kreis der Nationalmannschaft. Im Sommer 2024 war er Teil des deutschen Aufgebots für die Europameisterschaft im eigenen Land.[18] Bei dem Turnier kam er nicht zum Einsatz und Deutschland schied im Viertelfinale gegen den späteren Europameister Spanien aus.
Am 14. Oktober 2024 feierte Baumann als Vertreter des für längere Zeit verletzten Stammkeepers Marc-André ter Stegen im Nations-League-Rückspiel gegen die Niederlande in München (1:0) sein Debüt für die DFB-Elf.[19] Mit einem Alter von 34 Jahren und 134 Tagen war der Torhüter zu diesem Zeitpunkt der drittälteste Debütant der deutschen Nationalmannschaft. Nur Matthias Mauritz (34 Jahre/189 Tage) und Karl Sesta (35 Jahre/89 Tage) waren bei ihrem Debüt älter.[20] Zuvor stand Baumann bei 26 Länderspielen ohne Einsatz im Kader der Nationalmannschaft. Bis zur Rückkehr von ter Stegen im Juni 2025 kam er insgesamt auf vier Länderspiele, darunter das Viertelfinale der Nations League gegen Italien. Nachdem sich ter Stegen im Sommer 2025 erneut verletzt hatte, bestritt Baumann alle sechs WM-Qualifikationsspiele und sollte als Stammtorhüter in die Weltmeisterschaft 2026 gehen.[21][22] Kurz vor Beginn des Turniers holte Trainer Nagelsmann den 40-jährigen Manuel Neuer als Stammtorhüter in die DFB-Elf zurück.[23] Baumann gehörte dennoch zum Kader für die Weltmeisterschaft, kam beim Turnier in den USA, Mexiko und Kanada jedoch nicht zum Einsatz.[24] Die deutsche Nationalmannschaft schied im Sechzehntelfinale gegen Paraguay aus.
Titel
Persönliches
Baumann gründete im Februar 2023 den gemeinnützigen Verein Olis Kinderwelt e. V., welcher hauptsächlich Kinder unterstützen möchte. Dazu gehören beispielsweise Projekte für Kinder mit geistigen und/oder körperlichen Beeinträchtigungen.[25]
Weblinks
- Oliver Baumann in der Datenbank von weltfussball.de
- Oliver Baumann in der Datenbank von fussballdaten.de
- Oliver Baumann in der Datenbank von transfermarkt.de
- Oliver Baumann in der Datenbank des Deutschen Fußball-Bundes