Olivier Nora

französischer Verleger From Wikipedia, the free encyclopedia

Olivier Nora (* 27. Februar 1960 in Neuilly-sur-Seine)[1] ist ein französischer Verleger. Von 2000 bis 2026 war er Präsident und Generaldirektor (Président-directeur général) des Verlagshauses Éditions Grasset & Fasquelle.[2]

Biografie

Herkunft und Ausbildung

Olivier Nora ist der Sohn des Beamten Simon Nora und der Neffe des Historikers Pierre Nora. Er besuchte das Lycée Henri-IV und studierte ab 1979 an der École normale supérieure de Saint-Cloud. Er ist diplomierter Absolvent des Institut d’études politiques de Paris (Sciences Po) und besitzt ein Staatsexamen (Agrégation) in moderner Literatur.

Karriere im Verlagswesen

Nora begann seine Karriere 1984 beim Verlag Calmann-Lévy, in dem er zunächst als Lektor und später als literarischer Leiter tätig war. Von 1996 bis 2000 fungierte er als Président-directeur général. 2000 wurde er zum Leiter der Éditions Grasset ernannt; er trat die Nachfolge des langjährigen Leiters Jean-Claude Fasquelle an.

Die Ankündigung seines Rücktritts am 14. April 2026, beschlossen vom rechtskonservativen Medienmogul Vincent Bolloré, führte in der Verlagsbranche zu großem Aufsehen.[3] Sein Nachfolger wurde Jean-Christophe Thiery de Bercegol du Moulin, ein enger Vertrauter des Milliardärs. Laut der Journalistin Sophie des Déserts habe Vincent Bolloré seinen Mitarbeitern über Nora gesagt: „Ich kann diesen Kerl nicht mehr ertragen, feuert ihn!“[4]

Noras Ausscheiden aus dem Verlag löste heftige Reaktionen bei vielen langjährigen Autoren des Verlags aus und führte zwei Tage später zur gemeinsamen Bekanntgabe des Ausscheidens von über 100 Autoren.[3] Den 115 Erstunterzeichnern schlossen sich 25 weitere Autoren an, darunter Vanessa Springora, Bernard-Henri Lévy, Laurent Binet und Virginie Despentes. Sie protestierten in einem offenen Brief gegen die Einflussnahme des Milliardärs, der in seinem Mischkonzern auch Bücher des Parteichefs des Rassemblement National sowie Nicolas Sarkozy publizierte und in seinen Relay-Bahnhofskiosken verkauft. Die Autoren kündigten an, den Verlag verlassen und die Rechte an bereits veröffentlichten Büchern zurückfordern zu wollen.[5][6]

Einzelnachweise

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