Olo (Farbe)
Farbe
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Olo ist eine imaginäre Farbe, die sichtbar wird, wenn Laserstrahlen auf die Netzhaut geschossen werden, um die Reaktion der M-Zapfenzellen zu isolieren.

Unter normalen Sichtbedingungen ist es unmöglich, Olo zu sehen, da sich die Empfindlichkeiten der S-, M-, und L-Zapfenzellen in allen Wellenlängen des sichtbaren Lichts, die sie hervorrufen, überschneiden. Mit anderen Worten: Es gibt keinen monochromatischen Licht-Reiz (die reinste Art von Reiz, die Menschen wahrnehmen können), der nur die M-Zapfen (Medium wavelength receptor bei ca. 534 nm) aktiviert. Das bedeutet, dass Olo außerhalb des sichtbaren Farbspektrums liegt. Um dieses Problem zu umgehen, kartierten die Forscher einen Teil der Netzhaut und identifizierten jede Zapfenzelle einzeln als S-, M- oder L-Zapfen. Anschließend setzten sie Laser ein, um winzige Lichtdosen abzugeben, idealerweise ausschließlich an die M-Zapfenzellen.[1][2]
Die Forscher sagen, dass innerhalb des Standard-RGB-Farbraums die Farbe mit dem Hexadezimalcode #00FFCC der Farbe Olo am nächsten kommt.[2]
Entdeckung
Olo wurde am 18. April 2025 von Wissenschaftlern der University of California, Berkeley entdeckt.[1][3] Die Farbe wurde nach ihren theoretischen LMS-Farbraumkoordinaten (0, 1, 0) benannt, was in Leetspeak „olo“ ergibt.[3][4] Nur die fünf Probanden des Berkeley-Experiments haben Olo offiziell gesehen.[1][5] Professor Ren Ng, Mitautor der Studie, beschrieb Olo als „sättiger als jede Farbe, die man in der realen Welt sehen kann“;[5] die fünf Probanden des Experiments beschrieben die Farbe ebenfalls als „Blau-Grün von beispielloser Sättigung“.[1] Ng und sein Team untersuchten, ob die zur Erzeugung von Olo verwendete Technologie angepasst werden könnte, um die Farbwahrnehmung bei Menschen mit Farbenblindheit zu verbessern und so die Symptome der Farbenblindheit zu lindern. Er wies außerdem darauf hin, dass dieser Ansatz sogar zu einer Form der verbesserten Sehkraft führen könnte, die als Tetrachromasie bekannt ist und bei der Menschen ein breiteres Farbspektrum wahrnehmen könnten.[6]
Experten auf diesem Gebiet haben die zur Erzeugung von Olo verwendete Technik als bedeutende technische Errungenschaft bezeichnet. Das Team aus Berkeley erzeugte die Farbe, indem es einzelne Zapfenzellen in der Netzhaut mit Lasern präzise stimulierte und so eine Farbe erzeugte, die außerhalb des für den Menschen sichtbaren Spektrums liegt.[7]
Einige Wissenschaftler, darunter Professor John Barbur von der City St George's, University of London, haben jedoch in Frage gestellt, ob Olo wirklich eine „neue“ Farbe darstellt, und darauf hingewiesen, dass ihre Existenz „umstritten“ ist.[5] In der wissenschaftlichen Gemeinschaft herrscht Skepsis hinsichtlich der Einstufung von Olo als wirklich neue Farbe.[3][8]
Das Konzept von Olo hat über die wissenschaftliche Gemeinschaft hinaus Aufmerksamkeit erregt, und Künstler haben Interesse daran bekundet, von dieser Farbe inspirierte Farben zu entwickeln. Das Forschungsteam in Berkeley hat ebenfalls weltweites Interesse geweckt, und Reporter haben angefragt, um dieses Phänomen selbst erleben zu können.[9]