Olomučany

Gemeinde in Tschechien From Wikipedia, the free encyclopedia

Olomučany (deutsch Olomutschan, früher Ollomutschan) ist eine Gemeinde in Tschechien. Sie liegt fünf Kilometer südöstlich von Blansko und gehört zum Okres Blansko.

Schnelle Fakten Basisdaten, Verkehr ...
Olomučany
Wappen von Olomučany
Olomučany (Tschechien)
Olomučany (Tschechien)
Basisdaten
Staat: Tschechien Tschechien
Region: Jihomoravský kraj
Bezirk: Blansko
Fläche: 1513[1] ha
Geographische Lage: 49° 20′ N, 16° 40′ O
Höhe: 358 m n.m.
Einwohner: 1.073 (1. Jan. 2023)[2]
Postleitzahl: 679 03
Kfz-Kennzeichen: B
Verkehr
Straße: BlanskoKřtiny
Struktur
Status: Gemeinde
Ortsteile: 1
Verwaltung
Bürgermeister: Josef Smíšek (Stand: 2018)
Adresse: Olomučany 123
679 03 Olomučany
Gemeindenummer: 582166
Website: www.olomucany.cz
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Geographie

Olomucany, Ortsansicht

Olomučany befindet sich auf einer Waldlichtung im Drahaner Bergland am Rande des Landschaftsschutzgebietes ChKO Moravský kras. Das Dorf erstreckt sich in der Talmulde des Baches Olomučanský potok. Gegen Westen liegt das tief eingeschnittene Durchbruchstal der Svitava, südlich das Josephstal (Josefské údolí) des Křtinský potok. Nördlich erhebt sich der Polom (469 m), im Nordosten die Pokojná (501 m), südöstlich der Košův žlíbek (510 m), im Süden der U Máchova pomníku (505 m), westlich der Dlouhý vrch (447 m). Gegen Norden befindet sich die Wüstung Polom.

Nachbarorte sind Arnoštov, Starohraběcí Huť und Márovky im Norden, Lažánky im Nordosten, Rudice im Osten, Habrůvka und Josefov im Südosten, Huť Františka und Adamov im Süden, Vranov im Südwesten, Svatá Kateřina und Olešná im Westen sowie Klepačov im Nordwesten.

Geschichte

Archäologische Funde belegen eine Besiedlung des Gemeindegebietes seit dem 8. und 9. Jahrhundert. Zu dieser Zeit wurde der hier vorkommende Limonit metallurgisch aufbereitet. Später wurden die Gruben und Hütten wieder aufgegeben.

Das heutige Dorf wurde vermutlich vom Bistum Olmütz als Siedlung für Köhler und Holzfäller angelegt, die das obere Tal des Olomučanský potok rodeten und urbar machten. Die erste urkundliche Erwähnung des Dorfes datiert auf 1353 und steht im Zusammenhang mit einem Grenzstreit zwischen den Herrschaften Pozořice und Blansko. Olomučany gehörte damals zu Pozořice, Blansko besaß jedoch ebenfalls Anteile an den Gütern. 1371 ließ wahrscheinlich Markgraf Jobst von Mähren über dem Tal der Svitava die Burg Nový hrad errichten. Nachdem die Burg um 1470 von Matthias Corvinus eingenommen und im böhmisch-ungarischen Krieg verwüstet worden war, bauten die Brüder Dobeš und Beneš von Boskowitz und Černohora südöstlich eine neue Burg, die wiederum den Namen Nový hrad erhielt. Die ältere, wüste Anlage wurde fortan als Starý hrad bezeichnet. 1562 überließ Kaiser Ferdinand I. die Herrschaft Nový hrad samt allem Zubehör, darunter auch Olomučany, als erbliches Gut an Albrecht von Boskowitz und Černahora. Ab 1580 ist der Eisenerzbergbau um Olomučany schriftlich belegt. 1604 ließ Katharina von Boskowitz und Černahora ihren Ehemann Maximilian von Liechtenstein als Teilhaber ihrer Besitzungen in die mährische Landtafel eintragen. Mit ihrem Tod 1637 fiel das Dorf vollständig an das Haus Liechtenstein. 1645 eroberten die Schweden Nový hrad und setzten die Burg in Brand. Überlieferungen führen die Tat auf den Verrat des Bauern Vokoun aus Olomučany zurück. Aus dieser Zeit stammt auch die erste Erwähnung der Höhle Vokounka bei Habrůvka. Beim Brand gingen sämtliche Urkunden der Herrschaft verloren. Anschließend wurde Olomučany der Herrschaft Pozořice angeschlossen. Zwischen 1645 und 1648 wütete in der Gegend eine schwere Pestepidemie. Nach dem Dreißigjährigen Krieg waren in Olomučany nur noch 16 Anwesen bewirtschaftet. 1660 gründeten die Liechtensteiner in Olomučany eine Glashütte. Als erster Glasmeister ist Johann Streck überliefert. Die Glashütte war zunächst wenig erfolgreich, weshalb die Herrschaft 1672 Glasmacher aus Spanien holte. Die verfallene Glashütte wurde instand gesetzt und die Produktion von Kristallglas aufgenommen. Nachfolgend wurden auch französische Glasmacher beschäftigt. Ab 1690 wirkte der Glasmaler Franz Baldermann in Olomučany. 1704 wurde das Forstrevier Nový hrad in die Reviere Vranov, Olomučany und Habrůvka aufgeteilt. Das älteste Ortssiegel stammt aus dem 18. Jahrhundert und trägt die Inschrift Secrit Wes Olomuzsan. 1712 nahm eine neue Glashütte den Betrieb auf. Nach der Einführung der Hausnummern im Jahr 1770 bestand das Dorf aus 58 Häusern, die Nr. 59 erhielt die Burg Nový hrad. 1792 wurde in Olomučany der Schulunterricht aufgenommen, zuvor war Blansko Schulort. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts blieb Olomučany der Herrschaft Pozořice untertänig.

Nach der Aufhebung der Patrimonialherrschaften bildete Olomúčany/Ollomutschan ab 1850 eine politische Gemeinde in der Bezirkshauptmannschaft Brünn. 1871 zerstörte ein großer Waldbrand während der Erntezeit 26 Häuser. Auch die Ernte auf zahlreichen Feldern wurde vernichtet. 1886 gründete sich die Freiwillige Feuerwehr. Zu dieser Zeit bestand Olomúčany aus 160 Häusern. Bis 1871 wurde der Limonitbergbau fortgeführt, danach erfolgte die Herstellung von Steingut, Herdsteinen und Steinwaren. Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts ist der heutige Ortsname Olomučany gebräuchlich. Die Majolikafabrikation gewann zum Ende des 19. Jahrhunderts zunehmende Bedeutung. Im slowenischen Liboj wurde nachfolgend ein Zweigwerk errichtet, das jedoch 1909 verpfändet und nicht wieder ausgelöst wurde. 1946 erlosch das traditionelle Handwerk. Seit 1948 gehört Olomučany zum Okres Blansko.

Gemeindegliederung

Für die Gemeinde Olomučany sind keine Ortsteile ausgewiesen.

Sehenswürdigkeiten

Kirche Herz Jesu
  • Filialkirche Herz Jesu
  • Keramikmuseum
  • Reste der Burg Čertův hrádek, nordwestlich des Ortes über der Svitava, sie entstand am Übergang vom 13. zum 14. Jahrhundert und erlosch während der Hussitenkriege
  • Reste der Burg Starý hrad, westlich über der Svitava, die seit 1371 nachweisbare Burg fiel während des böhmisch-ungarischen Krieges nach 1470 wüst
  • ungarische Befestigungsanlagen unterhalb von Starý hrad über der Svitava, errichtet um 1470
  • Burg Nový hrad, westlich über der Svitava, sie wurde in den 1470er Jahren erbaut und 1645 von den Schweden niedergebrannt. Ab 1655 wurde sie teilweise wiederaufgebaut. Seit 1990 gehört sie dem ČSOP.
  • wüste Burg Hrádek u Babic, über dem Křtinské údolí, südlich des Dorfes
  • Karsthöhlen Býčí skála, Jáchymka, Barová, Kostelík und Tři kotle, südlich im Tal des Křtinský potok
  • Alte Eisenhütte in Huť Františka im Josefovské údolí, Außenstelle des Technischen Museums in Brünn
  • Aussichtsturm Alexandrovka, südlich von Olomučany
  • vier Eisenbahntunnel der Bahnstrecke Česká Třebová–Brno, sie durchqueren die Flussschleifen der Svitava gegenüber der Burg Čertův hrádek, unter der Burg Nový hrad und bei Vranov
  • Výrova skála, 70 m hoher Granodioritfelsen über der Svitava, westlich von Olomučany
  • Naturdenkmal Habrůvecká Bučina, südöstlich des Ortes
  • ehemalige Eisensteingruben östlich und südlich des Dorfes
Commons: Olomučany – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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