Oluf Høst
dänischer Maler
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Leben
Høst war ein Sohn des Anwalts Niels Peter Nielsen Høst und dessen Frau Augusta Thomine Anthon.[1] Nach seiner Konfirmation fuhr er für einige Zeit zur See. Nach seiner Rückkehr nach Svaneke begann er eine Malerlehre. Im Sommer 1905 leistete er bei der Marine seinen Wehrdienst ab und ab Winter 1905 besuchte er bis 1909 die Malschule von Gustav Vermehren. Im Herbst 1909 begann er ein Studium an der Königlich Dänischen Kunstakademie in Kopenhagen. Von 1910 bis 1912 setzte er seine Ausbildung unter der Leitung von Johan Rohde an der Künstlerschule und später von 1915 bis 1917 an der Schule von Harald Giersing fort.
Seit 1909 beschickte er in unregelmäßigen Abständen Künstlerherbstausstellungen mit seinen Werken. In den Jahren von 1911 bis 1915 waren Bilder von ihm in den Frühjahrsausstellungen im Schloss Charlottenborg zu sehen und von 1922 bis 1953 zeigte er seine Werke als Mitglied in der Freien Ausstellung und nahm auch an zahlreichen Gruppenausstellungen im In- und Ausland teil, so beispielsweise im Brooklyn Museum in New York 1927, in Stockholm 1927, Oslo 1928, Kopenhagen 1931, Berlin 1932, auf der Biennale von Venedig 1934, in Amsterdam 1934 und bei der Weltausstellung 1935 in Brüssel. Høst begann erst spät mit dem Malen und fand erst an Giersings Schule seinen eigenen Stil. Dort war er mit dem deutschen Expressionismus in Berührung gekommen, der seinem Temperament entgegenkam. Seine frühen Gemälde zeichnen sich durch einen bewussten Primitivismus und einen schematischen, auf Kontraste und formale Mittel konzentrierten Farbgebrauch aus. Entscheidend für seine künstlerische Entwicklung waren seine Aufenthalte bei dem dänisch-schwedischen Maler Karl Oscar Isakson (1878–1922)[2] und 1921 auf Christiansø.[3]
Auf Empfehlung von Isakson reiste er im Sommer 1921 nach Berlin und Köln, um sich dort zwei Ausstellungen der Werke von Paul Cézanne und Vincent van Gogh anzuschauen. Das Studium ihrer Werke und sein Interesse an dem schwedischen Tiermaler Bruno Liljefors bildeten die Grundlage für sein späteres Schaffen. Er war eng Edvard Weie befreundet der ihn seinem Wunsch näherbrachte, seine Faszination für die Natur im Bild auszudrücken. Høst arbeitete zeitlebens an der Verfeinerung seiner persönlichen poetischen Bildsprache, die sich oft in einfachsten Formen ausdrückte. 1929 ließ er sich in Gudhjem nieder, wo er ein namens „Norresân“ erbeuten ließ. Bis zu seinem Tod 1966 bildeten dieses Haus und seine unmittelbare Umgebung den Mittelpunkt seiner Motivwelt. Seine Malerei war stark mit der Landschaft Bornholms verbunden, insbesondere mit dem Motiv der Bucht von Nørresand. Høst verfasste zudem Tagebücher, in denen er seine Erlebnisse und Farbeindrücke in der Natur festhielt. Diese Einträge nutzte er teilweise auch für die spätere Verwendung in seinen Gemälden. Einige seiner Tagebucheinträge wurden später in Buchform veröffentlicht. Gemälde befinden sich in Malmö, im Nationalmuseum Stockholm, im Kunstmuseum Göteborg, in der Nationalgalerie Oslo, in der Faste Galleri Trondheim, im Dänischen Kunstmuseum Kopenhagen, im Kunstmuseum Aarhus, im Bornholm Museum in Rønne sowie weiteren Museen.[3]
Høst war seit dem 5. April 1913 Hedvig (geborene Wiedemann, 7. April 1887 bis 24. Januar 1973) verheiratet.[3]
Ehrungen (Auswahl)
- 1923: Anckerske-Legaten
- 1933: Eckersberg-Medaille
- 1939: Hartmannske-Legaten
- 1943: Thorvaldsens-Medaille
- 1943: Schwedischen Prinz-Eugen-Medaille
- 1955: Ehrenbürger von Svaneke
- 1998 wurde in seinem ehemaligen Wohnhaus das Oluf-Høst-Museum eröffnet, das seinem Leben und Werk gewidmet ist. Neben Gemälden werden dort auch persönliche Erinnerungsstücke des Künstlers gezeigt.
Literatur
- Jørn Otto Hansen: Oluf Høst, Oluf Kristian Alexander Høst. In: Svend Cedergreen Bech, Svend Dahl (Hrsg.): Dansk biografisk leksikon. Begründet von Carl Frederik Bricka, fortgesetzt von Povl Engelstoft. 3. Auflage. Band 16: Woldbye–Aastrup, Supplement, Register. Gyldendal, Kopenhagen 1984, ISBN 87-01-77522-7, S. 71 (dänisch, biografiskleksikon.lex.dk).