Olympisches Dorf (Turin)
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Bei den Olympischen Winterspielen 2006 in Turin gab es erstmals drei Olympische Dörfer, welche für insgesamt 5000 Personen Platz boten.

Beschreibung
Das Hauptdorf befand sich in der Stadt Turin selbst, ein weiteres in Melezet und das letzte in Sestriere. Ein Vorteil dieser dezentralen Organisation bestand in den kürzeren Reisezeiten zwischen der Unterkunft und den Austragungsorten. Außerdem konnten sich die Athleten bereits an das jeweilige Klima gewöhnen, in welchem sie die Wettkämpfe bestreiten mussten. Grundsätzlich bestand die Möglichkeit, die Unterkunft in einem der drei Orte frei zu wählen, was von den Athleten und Verbänden sehr begrüßt wurde.[1]
| Fläche | Turin: über 10 ha |
| Kapazität | insgesamt 5.000 Personen |
| Baukosten | EUR 20 Millionen[2] |
| vorherige Nutzung |
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| Nachnutzung | Nutzung durch die Stadt sowie für wissenschaftliche und sportliche Zwecke angestrebt[4] |
Architektur
2002 gewann das Münchner Nachfolgerbüro von Otto Steidle, Steidle Architekten[5], den Wettbewerb für den städtebaulichen Masterplan des Olympischen Dorfs. Neben Steidle Architekten errichteten unter anderem Adolf Krischanitz, Diener & Diener[6][7], Hilmer & Sattler, Ortner & Ortner und Albert Constantin[8] Wohngebäude auf dem Areal. Das Farbkonzept stammt von dem Berliner Künstler Erich Wiesner.[9]
Kritik und Nachnutzung
Die langfristige Nachnutzung von Bauwerken rund um die Olympischen Winterspiele 2006 wurde in Medienberichten teils kritisch bewertet. Insbesondere in den Bergorten errichtete Wettkampfstätten wie die Bobbahn in Cesana Torinese sowie die Skisprungschanzen in Pragelato galten wegen hoher laufender Kosten als schwer nachnutzbar und wurden teils geschlossen, dem Verfall überlassen und sind heute Lost Places.[10][11]
Auch Teile des Turiner Olympischen Dorfs blieben zeitweise ungenutzt. Ab März 2013 gab es Hausbesetzungen von mehreren leerstehenden Gebäuden durch Geflüchtete und Migranten, wodurch die Objekte zeitweise von über 1.000 Personen unter prekären Verhältnissen bewohnt waren.[12][13] In den Folgejahren wurden Räumungen und Umquartierungen schrittweise eingeleitet.[14] Reuters berichtet, dass Teile des als Ex-MOI bekannt gewordenen Areals inzwischen als Studierenden- und Sozialwohnungen genutzt werden.[15]