Ontong-Java-Flughund

Art der Gattung Eigentliche Flughunde (Pteropus) From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Ontong-Java-Flughund (Pteropus howensis) ist ein auf den nordöstlichen Salomonen endemisches Fledertier in der Familie der Flughunde. Die Art ist nah mit dem Admiralinseln-Flughund (Pteropus admiralitatum) verwandt. Der Atoll Ontong Java, auf dem das Typusexemplar gefunden wurde, war auch als Lord-Howe-Atoll bekannt, worauf sich der Artzusatz im wissenschaftlichen Namen bezieht.[1][2]

Schnelle Fakten Systematik, Wissenschaftlicher Name ...
Ontong-Java-Flughund
Systematik
Ordnung: Fledertiere (Chiroptera)
Familie: Flughunde (Pteropodidae)
Unterfamilie: Pteropodinae
Tribus: Pteropodini
Gattung: Pteropus
Art: Ontong-Java-Flughund
Wissenschaftlicher Name
Pteropus howensis
Troughton, 1931
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Verbreitung
Lage von Ontong Java nordöstlich der Hauptinseln der Salomonen

Merkmale

Dieser schwanzlose Flughund ist mit einer Kopf-Rumpf-Länge von 176 bis 196 mm und einer Unterarmlänge von 118 bis 122 mm ein kleiner Vertreter der Gattung Pteropus. Die Hinterfüße sind 33 bis 36 mm lang und die Länge der Ohren liegt bei 21 bis 23 mm. Der Kopf ist durch eine schmale Schnauze mit wenigen Haaren und kurzen rohrförmigen Nasenöffnungen gekennzeichnet. Die Regenbogenhaut in den Augen ist braun und die braunen runden Ohren sind breit. Ein Mantel aus längeren Haaren umgibt die Schultern. Seine Haare sind an der Wurzel dunkelbraun und an den Spitzen zimtfarben bis ocker mit goldgelben Tönungen. Die restliche Oberseite trägt rotbraunes kurzes Fell mit wenigen silbrigen Haaren eingemischt, wobei das Hinterteil etwas dunkler ist. Unterseits hat die Brust eine braune Farbe und der Bauch trägt dunkelbraunes bis dunkel olivbraunes Fell. Auch hier können in der Mitte silbrige Haare vorhanden sein. Der Ontong-Java-Flughund hat nackte Schienbeine und die Schwanzflughaut trägt wenige Haare. Sie ist, wie die Flügel, braun gefärbt.[1] Beim Erreichen der Geschlechtsreife liegt das Gewicht bei 310 g.[3]

Verbreitung und Lebensweise

Neben Ontong Java könnten auch Funde von Nikunau zur Art zählen. Auf den Atollen ist die für Koralleninseln typische Vegetation vorhanden. Sie liegen nur bis zu 4 Meter über dem Meer. Der Abstand zwischen den Atollen beträgt 38 km. Auch zwischen den großen Inseln von Ontong Java liegen etwa 70 km. Der Abstand zu Santa Isabel beträgt etwa 250 km.[3]

Die Tiere ruhen meist in Baumgruppen der Schachtelhalmblättrigen Kasuarine. Manchmal werden Kokospalmen oder Schraubenbäume (Pandanus) als Versteck genutzt. Der Flughund bildet kleine bis mittelgroße Kolonien mit 5 bis 95 Mitgliedern. Die Art hatte vermutlich bis in die 1950er Jahre einheimische Früchte als Nahrung. Diese wurden jedoch vollständig entfernt. Der Flughund ist zu unreifen Kokosnüssen, Nektar von Kokosblüten, Früchten von Schraubenbäumen, des Brotfruchtbaumes, der Art Barringtonia edulis und Papayas übergegangen. Ob auch Früchte von Rosenapfelbäumen gefressen werden, muss überprüft werden. Der Flughund geht meist nachts auf Nahrungssuche.[3][1]

Im August wurden Weibchen mit je einem Embryo registriert, die 20 und 29 g wogen.[1] Bei einer anderen Studie im September gefundene Weibchen waren weder trächtig, noch hatten sie aktive Zitzen.[3]

Gefährdung

Durch den Anstieg des Meeresspiegels infolge der globalen Erwärmung können die Atolle verschwinden. Taifune und andere Katastrophen können den Bestand der Art innerhalb kurzer Zeit dezimieren. Da sich die Anbaubedingungen für die Bewohner der Atolle verschlechtern, könnten sie dazu übergehen, den Ontong-Java-Flughund als Fleischquelle oder als Obstschädling zu jagen. Der Verlust von Kokosnüssen könnte sich erhöhen, wenn der Käfer Oryctes rhinoceros aus Versehen eingeführt wird. Der Flughund konkurriert mit der eingeschleppten Hausratte um Früchte des Brotfruchtbaums. Um das Jahr 2020 wurde die Population an erwachsenen Exemplaren auf 125 bis 280 Tiere geschätzt. Das sind etwa 70 Prozent der Gesamtpopulation. Die IUCN listet die Art als vom Aussterben bedroht (critically endangered).[3]

Einzelnachweise

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