Onur Güntürkün
deutsch-türkischer Psychologe, Professor für Psychologie
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Onur Güntürkün (* 18. Juli 1958 in Izmir, Türkei) ist ein deutscher Psychologe und Hirnforscher. Er ist Professor für Biopsychologie an der Ruhr-Universität Bochum.
Leben und Leistungen
Im Alter von vier Jahren erkrankte er an Kinderlähmung. Zur Therapie wurde er nach Deutschland zu seinem Onkel geschickt. Nachdem die Bild-Zeitung eine Kampagne gegen die Klinik machte, die sich weigerte, die Therapie ohne eine Krankenversicherung seiner türkischen Eltern zu beginnen, wurde Güntürkün behandelt.[1] Die Therapie war nur teilweise erfolgreich: Er sitzt seitdem im Rollstuhl, kann aber Arme und Hände benutzen.[2]
Güntürkün studierte von 1975 bis 1980 an der Ruhr-Universität Bochum Psychologie, schloss das Studium mit dem Diplom ab und promovierte 1984. Im Anschluss an die Promotion war er als Postgraduierter an der Université Pierre et Marie Curie in Paris und an der University of California, San Diego beschäftigt. 1988 wurde er an der Universität Konstanz wissenschaftlicher Assistent und blieb dies bis 1993. Er habilitierte 1992. 1993 erreichte ihn, als einen der jüngsten Professoren in Deutschland,[3] der Ruf an die Fakultät für Psychologie der Ruhr-Universität Bochum. 2006 wurde Onur Güntürkün Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina.
Am 27. November 2013 war Güntürkün einer der Vertreter Izmirs bei deren Nominierungspräsentation für die Expo 2020 in Paris.[4]
Auszeichnungen
- 1993: Gerhard-Hess-Preis der DFG
- 1995: Alfried-Krupp-Förderpreis für junge Hochschullehrer[5]
- 2000: Ehrendoktorwürde der Universität Istanbul
- 2006: Wilhelm-Wundt-Medaille
- 2007: Großer Spezialpreis des TÜBITAK
- 2008: Ehrendoktorwürde der Dokuz Eylül Üniversitesi
- 2009: Große Verdienstauszeichnung des Türkischen Parlaments[6]
- 2011: Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen[7]
- 2013: Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis[8]
- 2014: Communicator-Preis der DFG
- 2015: Mitglied der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste
- 2016: Im Sommersemester 2016 Inhaber der 17. Johannes Gutenberg-Stiftungsprofessur an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz[9]
- 2021: Aufnahme in die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften[10]
- 2025: Professor des Jahres (Unicum-Stiftung)[11]
Schriften (Auswahl)
Bücher
- Biologische Psychologie. Hogrefe Verlag, Göttingen 2012, ISBN 978-3-8017-2123-7.
Aufsätze
- Jarvis, E. D., Güntürkün, O., Bruce, L., Csillag, A., Karten, H., Kuenzel, W., ... & Butler, A. B. (2005): Avian brains and a new understanding of vertebrate brain evolution. Nature Reviews Neuroscience, 6(2), 151–159.
- Pusch, R., Clark, W., Rose, J., & Güntürkün, O. (2023): Visual categories and concepts in the avian brain. Animal cognition, 26(1), 153–173.
- Güntürkün, O., Pusch, R., & Rose, J. (2024): Why birds are smart. Trends in cognitive sciences, 28(3), 197–209.
- Maldarelli, G., & Güntürkün, O. (2025): Conscious birds. Philosophical Transactions of the Royal Society B: Biological Sciences, 380(1939).
Siehe auch
Weblinks
- Onur Güntürkün auf der Website der Deutschen Gesellschaft für Psychologie
- Biografie auf der Website der Ruhr-Universität Bochum (englisch)
- Eintrag in der Bochumer Hochschulbibliographie
- Interview in der Fachzeitschrift Current Biology. Band 25, Nr. 20, 2015, S. 970–R971, doi:10.1016/j.cub.2015.08.010.