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Oosterscheldekering

Sturmflutwehr in den Niederlanden From Wikipedia, the free encyclopedia

Oosterscheldekering (deutsch Oosterschelde-Sperrwerk) ist eine neun Kilometer lange Flutwehranlage zwischen den niederländischen Inseln Schouwen-Duiveland und Noord-Beveland in der südlichen Provinz Zeeland. Die Oosterschelde-Sperranlage schützt den gleichnamigen Meeresarm Oosterschelde vor Sturmfluten aus der Nordsee und ist das größte Bauwerk der Deltawerke und gleichzeitig weltweit das größte dieser Art. Diese Wehranlage wurde von 1976 bis 1986 als Reaktion auf die Flutkatastrophe von 1953 errichtet. Die Oosterscheldekering dient auch als Verkehrsverbindung, als Teil des Rijksweg 57, zwischen Schouwen-Duiveland und Noord-Beveland und führt über die zwei künstlich geschaffenen Inseln Roggenplaat und Neeltje Jans. Letztere teilt die Sturmflutwehrbauwerke in zwei etwa gleich lange Hälften auf. Neben einem Windpark mit 32 Windkraftanlagen, die sich entlang des Sperrwerks verteilen, war in die Oosterscheldekering von 2016 bis 2023 ein Gezeitenströmungskraftwerk integriert.

Schnelle Fakten Daten, Besonderheiten ...
Oosterscheldekering
Die geschlossene Oosterscheldekering während eines Sturms

Die geschlossene Oosterscheldekering während eines Sturms

Daten
Ort Zwischen den Inseln Schouwen-Duiveland und Noord-Beveland
Baumeister DOSbouw
Architekt Wim Gerhard Quist[1] für Pfeiler und Kontrollzentrum,
West 8 für die Landschaftsarchitektur[2]
Bauherr Rijkswaterstaat
Baustil Brutalismus, Funktionalismus
Baujahr 1976–1986
Baukosten 5,7–7,8 Mrd. NLG
Grundfläche 81.250 m²
Koordinaten 51° 38′ 1″ N, 3° 42′ 16″ O
Besonderheiten
Sturmflutwehr und Teil des Rijksweg 57
Karte der Oosterscheldekering und der Insel Neeltje Jans

Karte der Oosterscheldekering und der Insel Neeltje Jans

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Die Oosterscheldekering als Einzelbauwerk ist innerhalb des Deltaprojekts das mit Abstand teuerste. Mit initialen Baukosten zwischen 5,7 und 7,8 Milliarden Niederländischen Gulden (NLG) – inflationsbereinigter Wert im Jahr 2026 zwischen 5,5 und 7,5 Milliarden Euro – beanspruchte es zwischen 50 % und 60 % der Kosten für den gesamten Deltaplan. Wegen seiner außergewöhnlichen Dimensionen, technologischen Innovationen und weltweiten Einzigartigkeit hält das Bauwerk mehrere Rekorde und renommierte Auszeichnungen, die seinen Ruf als ingenieurtechnisches Großbauwerk begründen. Das nach zehnjähriger Bauzeit im Oktober 1986 eröffnete Bauwerk gewährleistet seither nicht nur den Hochwasserschutz der Region, sondern hat auch nachhaltig und signifikant die Ökologie, Landschaft, Wirtschaft und den Tourismus der gesamten Provinz verändert.

Geschichte

Vorgeschichte und Planung

Über mehrere Jahrhunderte lässt sich in den Niederlanden, deren Landesfläche teilweise knapp über, teilweise knapp unter dem Meeresspiegel liegt, der Kampf gegen Hochwasser und Sturmfluten von der Nordsee nachvollziehen. In den 1920er Jahren begann der Bau verschiedener Bauwerke und Maßnahmen in den sogenannten Zuiderzeewerken, die vor allem den nördlichen Teil des Landes schützen. Neben dem Küstenschutz wurden durch das Zuiderzee-Projekt auch etwa 1.600 Quadratkilometer Neuland gewonnen,[3] was über 60 % des Staatsgebietes von Luxemburg entspricht.

Luftaufnahme vom 5. Februar 1953 von Schouwen-Duiveland, Zeeland

Die Flutkatastrophe von 1953, die auch in Großbritannien und Belgien katastrophale Auswirkungen hatte, verwüstete in den Niederlanden insbesondere das Rhein-Maas-Deltagebiet in der Provinz Zeeland. Neben 1.835 menschlichen Todesopfern und über 1.000 zerstörten Häusern ertranken auch über 200.000 Rinder, Schafe und Schweine in den Fluten. Als Folge davon wurde das umfangreichste Schutzprogramm des Landes am 8. Mai 1958 durch das niederländische Parlament verabschiedet. Die sogenannten Delta-Gesetze sahen eine Abriegelung der Meeresarme vor. Ausgenommen von der Abriegelung waren lediglich der Nieuwe Waterweg und die Westerschelde, welche als Schifffahrtswege nach Rotterdam und Antwerpen genutzt werden.[4]

Das umfangreiche Projekt wurde in mehrere Teilprojekte untergliedert, deren Reihenfolge sich nach dem Schwierigkeitsgrad richtete.[4] Damit wurden im Zeitraum von 1956 bis 1972 alle kleineren und weniger aufwendigen Teilprojekte des Delta-Plans umgesetzt. Als erstes Projekt des Delta-Plans wurde 1958 das Sperrwerk Holländische IJssel bei Rotterdam umgesetzt. Das ursprüngliche Vorhaben für die Oosterscheldekering sah noch ein geschlossenes Dammsystem vor. Gegen dieses Vorhaben bildete sich in den 1970er Jahren allerdings vor allem aus Umweltschutzgründen Widerstand.[5] Die Oosterschelde ist aufgrund ihres vergleichsweise großen Tidenhubs zu einem wichtigen Habitat für Flora und Fauna geworden. Durch einen verschlossenen Meeresarm wäre diese Vielfalt bedroht. So wurde der Entwurf derart angepasst, dass die Barrieren nur während der Fluten geschlossen sein würden. Aufgrund einer Machbarkeitsstudie entschied die Regierung im Juni 1976, die Oosterscheldekering durchlässig zu gestalten.[6]

Damit wurde am 1. September 1976 das Konsortium DOSbouw, eine Abkürzung für „De Oosterschelde Stormvloedkering Bouwcombinatie“, gegründet. Es handelte sich um einen Zusammenschluss der damals führenden niederländischen Wasserbau- und Infrastrukturkonzerne.[7] Unter Berücksichtigung der ökologischen Gründe und der daraus erwachsenen unkalkulierbaren Risiken musste die ursprünglich angedachte Arbeitsgemeinschaft in das Konsortium mit der Rechtsform einer „Vennootschap onder firma“ (VOF) – in Deutschland vergleichbar mit einer Offenen Handelsgesellschaft (OHG) – umgewandelt werden. Die Gesamtkosten des von DOSbouw koordinierten Bauwerks beliefen sich letztlich auf umgerechnet rund 2,5 Milliarden Euro.[8] An DOSbouw waren elf Bau- und Baggerunternehmen beteiligt, und dessen operativer Hauptsitz befand sich am Havenplateau im zeeländischen Burghsluis in direkter Sichtweite zur Großbaustelle.[9]

Bau

Aufgrund der Entscheidung gegen einen geschlossenen Damm musste das Wehr direkt in den drei tiefen Gezeitenrinnen – Hammen, Schaar und Roompot – errichtet werden. Da auf die Errichtung einer herkömmlichen Baugrube direkt in den Strömungsrinnen verzichtet wurde, um die Gezeitenströmung während der Bauphase nicht zu unterbrechen, kamen neuartige Konstruktionsmethoden zum Einsatz.[10] Die Vorbereitung des Meeresbodens begann mit dem Aushub der obersten Sedimentschicht, die durch groben Sand ersetzt wurde. Mit dem speziell konstruierten Verdichtungsschiff Mytilus wurde dieser Sandboden anschließend tiefenverdichtet, um eine stabile Basis für die tonnenschweren Bauteile zu schaffen.[11] Zum Schutz gegen Ausspülungen wurde der Boden mit großen, vorgefertigten Fundamentmatten bedeckt, die durch das Ponton Cardium präzise verlegt wurden.[12]

Um die Energieversorgung für die Grundwasserabsenkung und die Baukräne sicherzustellen, wurde kurz nach Baubeginn auf der Insel Neeltje Jans ein Kraftwerk mit einer Leistung von 12.000 kVA errichtet, womit eine Stadt mit rund 45.000 Einwohnern hätte versorgt werden können. Der Strom wurde von 15 Dieselgeneratoren geliefert, zehn davon wurden nach einer Überholung am Dienstgebäude Ir. J.W. Topshuis aufgestellt.[13]

Pfeiler für das Sturmflutwehr in der Baugrube auf Neeltje Jans (März 1983)

Das statische Rückgrat des Wehrs bilden 65 massive Betonpfeiler, die in einem Abstand von jeweils 45 Metern positioniert wurden. Diese bis zu 40 Meter hohen und im Sockel 25 × 50 Meter messenden Monolithe wurden auf der künstlichen Insel Neeltje Jans vorgefertigt – der Bau eines einzelnen Pfeilers dauerte etwa anderthalb Jahre – mit Hilfe des Spezialschiffs Ostrea wurden diese in den Jahren 1983 bis 1984 an ihre endgültigen Positionen transportiert und abgesenkt.[14] Nach dem Setzen der Pfeiler erfolgte deren Sicherung durch eine schwere Steinschüttung, die sogenannte Rubble Sill. Diese wurde schichtweise aufgebaut, wobei die oberste Schicht so dimensioniert ist, dass sie selbst extremen Strömungsgeschwindigkeiten standhält, wie sie bei einem potenziellen Versagen eines Wehrtors auftreten könnten.[15] Da die Pfeiler in den natürlichen Strömungsrinnen standen, stieg die Fließgeschwindigkeit des Wassers durch die Verengung der Querschnitte deutlich an, was umfangreiche Boden- und Erosionsschutzmaßnahmen im direkten Umfeld des Bauwerks erforderlich machte.[16]

Die abschließende Phase umfasste die Installation der funktionalen Stahlelemente und der Infrastruktur. Zwischen den Pfeilern wurden Schwellenbalken aus Beton am Boden sowie Oberbalken im oberen Bereich montiert, die den Rahmen für die beweglichen Stahltore bilden.[17] Die Positionierung der tonnenschweren Schwellenbalken galt als kritischster Teil der Montage, da diese Arbeiten nur in den kurzen Zeitfenstern des Stillwassers (Stauwasser) zwischen den Gezeiten durchgeführt werden konnten. Über den Toren wurden Betonbrückenelemente für den Straßenverkehr installiert, während die Tore selbst über hydraulische Zylinder gesteuert werden, die auf den Pfeilerköpfen montiert sind. Nach einer Bauzeit von rund zehn Jahren wurde das Sturmflutwehr am 4. Oktober 1986 von Königin Beatrix eingeweiht.[18] Die finale Konstruktion gewährleistet ein effektives Durchlassprofil von 14.000 Quadratmetern, wodurch der mittlere Gezeitenhub bei Yerseke auf einem ökologisch verträglichen Niveau von etwa 3,3 Metern gehalten wird was gegenüber dem Naturzustand einen Rückgang von knapp 20 % darstellt.[19]

Etwa 60 % aller bei dem Projekt eingesetzten Arbeitskräfte kamen aus der Provinz Zeeland; während der Rest aus allen anderen Landesteilen stammte. Für die Arbeitskräfte, deren Arbeitsweg zum Pendeln zu weit gewesen wäre, wurde auf dem Landgut Moermond bei Renesse eine provisorische Unterkunft für 260 Personen mit Küche, Kantine und Freizeiträumen errichtet. Das Schloss auf dem Landgut wurde vom Staatlichen Wasserwirtschaftsamt und der DOSbouw für Tagungen und Versammlungen genutzt.[20] Während der intensiven Bauphase der Oosterscheldekering, insbesondere zwischen 1979 und 1986, arbeiteten in Spitzenzeiten rund 2.500 bis 3.000 Arbeitskräfte gleichzeitig direkt auf der Großbaustelle und der dazugehörigen künstlichen Insel Neeltje Jans.[8] Zu größeren Unfällen kam es während der Bauzeit nicht. Trotzdem gab es insgesamt sechs Bauarbeiter, die bei tödlichen Arbeitsunfällen ums Leben kamen.[21]

Spezialschiffe und Logistikflotte

Technische Daten der Schiffstypen

Die Cardium im Februar 1982

Für den Bau der Oosterscheldekering standen auf dem Markt keine Bestandsschiffe zur Verfügung, welche die bautechnischen Anforderungen unter den herrschenden Strömungsverhältnissen der Oosterschelde erfüllen oder die schweren Bauteile mit der nötigen Präzision positionieren konnten. Die niederländische Regierung und das Konsortium „DOSbouw“ mussten daher die benötigten Spezialschiffe eigens für dieses Projekt entwickeln. Dies trieb die Entwicklungskosten für die Schiffe um geschätzte 350 Millionen Gulden in die Höhe.[22]

Das Herzstück dieser Flotte bildeten vier wegweisende Spezialschiffe, die sogenannten Kernschiffe. Die Kernschiffe wurden nach lokalen Muschelarten benannt, um einen Bezug zum geschützten maritimen Ökosystem herzustellen: Mytilus (Miesmuschel), Cardium (Herzmuschel), Ostrea (Auster) und Macoma (Rote Bohrmuschel). Jedes dieser Spezialschiffe übernahm als technologisches Glied einer lückenlosen Kette eine spezialisierte bautechnische Aufgabe – vom Verdichten des Meeresbodens über das Verlegen riesiger Textilmatten bis hin zum Transport der 18.000 Tonnen schweren Betonpfeiler.

Mit der Fertigstellung des Sperrwerks im Jahr 1986 verloren die Schiffe schlagartig ihren primären Einsatzzweck. Da ein Rückbau oder direkter Verkauf der hochspezialisierten Einheiten unwirtschaftlich war, wurden sie später modifiziert in der zivilen Offshore-Industrie sowie im Spezialschiffbau weiterverwendet.

Die Tabelle zeigt die technischen Spezifikationen und die individuellen Aufgaben dieser Schiffe:

Technische Details zu den Kernschiffen beim Bau der Oosterscheldekering
Weitere Informationen Leistung / Eigenschaft, Ostrea (Auster) (*) ...
Leistung / Eigenschaft Ostrea (Auster) (*) Mytilus (Miesmuschel) (*) Cardium (Herzmuschel) (*) Macoma (Rote Bohrmuschel)
Primärfunktion Pfeilertransport und -positionierung: Transport der Fundamentpfeiler vom Baudock zum Standort. Baugrundverdichtung: Stabilisierung des lockeren Meeresbodens zur Traglastsicherung. Mattenverlegung: Ausrollen große Filter- und Schutzmatten gegen Unterspülung. Reinigung und Andocken: Absaugen von Feinsand direkt vor dem Absetzen; Koppelstation.
Bauwerft und Indienststellung Rotterdamsche Droogdok Maatschappij (RDM),
1982
Boele's Scheepswerven,
1979
Howaldtswerke-Deutsche Werft (HDW),
1982
Machinefabriek „De Merwede“,
1983
Abmessungen
gerundet (L × B)
87 m × 47 m 68 m × 33 m 61 m × 34 m 45 m × 48 m
Antrieb und Motorleistung 8.000 PS Gesamtleistung; U-Form mit 4 Steuerschrauben. Unmotorisierter Arbeitsponton (Verholung über Mehrpunkt-Winden). Unmotorisierter Arbeitsponton; präzise Eigenverholung via Windensteuerung. Unmotorisierter Arbeitsponton; Festmachestation.
Technisches Hauptorgan Zwei 50 m hohe Portalkräne mit 315-kW-Winden. Vier Vibrationsnadeln (Rüttler) mit 60 m Aufbauhöhe. Integrierte, große Abrolltrommel für Verlegematten. Dustpan-Saugkopf (Spezialstaubsauger) und 600-t-Koppelmechanismus.
Max. Arbeitsleistung 10.000 t Hubkraft im Wasser (Pfeiler-Eigengewicht bis zu 18.000 t). Verdichtung des Sandbogens bis 15–50 m Tiefe. Präzise Verlegung von 42 m breiten Sand- und Kiesmatten. Absaugen von Feinsand Sekunden vor dem Absenken; 600 t Haltekraft für die Ostrea.
Schicksal und Verbleib 1989 in Rotterdam verschrottet, nachdem kein internationaler Käufer gefunden wurde. Nach Projektabschluss zum Kabelleger umgebaut; später in der Offshore-Industrie aktiv. 1984 außer Dienst; die Spezialausrüstung wurde demontiert, Ponton wurde teilzerlegt. 1985 außer Dienst; anschließend Rückbau und Verwertung als See-Ponton.
Abbildung
Quellen [23][24][25][26] [25][27] [25][28] [25][29]
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(*) In der niederländischen Fachliteratur werden die Ostrea, die Mytilus und die Cardium offiziell als die drei technologischen „Hauptschiffe“ (Hoofdschepen) oder schlicht als „Die Großen Drei“ (De Grote Drie) zusammengefasst. Für diese Einheiten mussten völlig neuartige, wegweisende Ingenieursprinzipien entwickelt werden. Die Macoma nimmt in dieser Flotte eine Sonderstellung ein: Obwohl sie bautechnisch auf einem bestehenden Pontonprinzip basiert und daher der Unterstützungsflotte zugerechnet wird, war sie als hochspezialisiertes Reinigungsschiff für den Erfolg der Kernschiffe absolut unverzichtbar und wird daher in dieser Tabelle ausführlich behandelt.

   
Taklift 4 im Hafen Rotterdam

Die Schiffe Taklift 4, Donax I, Donax II und Sepia waren als Unterstützungseinheiten entscheidend für die Fundamentierung und Stahltormontage beim Bau der Oosterscheldekering. Mit dem Schwimmkran Taklift 4 – seit Dezember 2022 zu HEBO-Lift 10 gehörig, 2010–2022 zu Boskalis, 1981–2010 zu Smit Tak – wurden tonnenschwere Betonteile und Tore gehoben. Die 1984 indienstgestellte Taklift 4 mit einer 30-Mann-Besatzung weist eine maximale Hubkapazität von 2.200 Tonnen auf, hat einen minimalen Tiefgang von 3 Metern und hat die Ausmaße 82,5 Meter Länge, 28 Meter Breite und 66 Meter Höhe.[30] Mit dem Mattentransportschiff Sepia und den Mattenverlegeschiffen Donax I und Donax II wurden im Verbund mit der Macoma Deckelmatten und Ausgleichsmatten verlegt.[31]

Nach Projektabschluss wurden die Einheiten umgerüstet oder für weltweite maritime Projekte weiterverwendet.[32]

Über die zehnjährige Bauzeit hinweg befand sich in den Spitzenphasen des Fundament- und Pfeilerbaus eine Flotte von schätzungsweise 30 bis 50 Schiffen und schwimmende Plattformen gleichzeitig im direkten Baustelleneinsatz im Mündungsarm der Oosterschelde.

Logistische Kette und Verbundarbeit

Der Schiffsverbund von Sepia, Donax I und Macoma rollt die Deckelmatten ab und verlegt sie auf dem Meeresboden.

Die Schiffe arbeiteten in einer strikt vorgegebenen, logistischen Kette, bei der ein Arbeitsschritt nahtlos in den nächsten überging. Dieses Verbundsystem wird am Beispiel der Fundamentierung deutlich: Kein Schiff konnte autark agieren, da die Stabilität der gesamten Konstruktion von der präzisen technischen Verzahnung der schwimmenden Einheiten abhing. Zunächst verdichtete das Verdichtungsschiff Mytilus den sandigen Untergrund, um die Tragfähigkeit für die tonnenschweren Pfeiler zu gewährleisten. Unmittelbar darauf abgestimmt operierte das Verlegeschiff Cardium, welches die großen, vorgefertigten Filtermatten – manchmal auch als Gründungsmatten bezeichnet – im selben Arbeitsschritt präzise auf dem präparierten Boden ausrollte. Erst diese Vorarbeit ermöglichte den Einsatz des Hubschiffs Ostrea, das die 18.000 Tonnen schweren Betonpfeiler auf den verlegten Matten absetzte. Um eine exakte Platzierung zu garantieren und ein Unterspülen zu verhindern, griff das Positionier- und Saugeschiff Macoma in die Kette ein: Es dockte direkt an die Ostrea an, um störenden Feinsand Sekunden vor dem Absenken des Pfeilers vom Mattenbett abzusaugen. Die anschließende dauerhafte Fixierung des Pfeilerfußes gegen die permanente Strömung wurde danach durch spezialisierte Steinschüttschiffe übernommen. Den Abschluss dieser Kette bildete das Verlegen von sogenannten Deckelmatten durch den Verbund aus Sepia, Donax I und Macoma, welche die stützenden Schotterfugen zwischen den einzelnen Pfeilergründungen dauerhaft versiegelten. Diese hochgradig synchronisierte Flotte funktionierte wie eine schwimmende Fabrikstraße, in der Verzögerungen oder Abweichungen eines einzelnen Schiffes sofort die gesamte maritime Logistikkette zum Stillstand gebracht hätten.[33]

Seit der Eröffnung

Das Oosterschelde-Sturmflutwehr wurde am 4. Oktober 1986 durch Königin Beatrix mit einem symbolischen Knopfdruck in Betrieb genommen. Dabei wurden zeitgleich 17 der insgesamt 62 massiven Stahltore des Pfeilerdamms kontrolliert geschlossen.[34] Bei der Inbetriebnahme sprach die Königin die bis heute berühmten Worte:

Eröffnungsfeier am 4. Oktober 1986

“De stormvloedkering is gesloten. De Deltawerken zijn voltooid. Zeeland is veilig.”

„Das Sturmflutwehr ist geschlossen. Die Deltawerke sind vollendet. Zeeland ist sicher.“

– Königin Beatrix[9]

Neben der niederländischen Königin waren rund 2.500 Ehrengäste geladen, die auf provisorischen Tribünen auf der Arbeitsinsel Neeltje Jans Platz fanden. Insgesamt gab es hochrangige Delegationen aus über 30 Ländern, darunter auch Richard von Weizsäcker und François Mitterrand. Tausende Bürger nahmen an den Feierlichkeiten von den angrenzenden Deichen aus teil oder verfolgten die mehrstündige Live-Übertragung im niederländischen Fernsehen.[35] Am Rande der Feier wurde ein Denkmal mit der Inschrift „Hier gaan over het tij, de maan, de wind en wij.“ (deutsch: „Hier bestimmen über die Gezeiten der Mond, der Wind und wir.“) eröffnet. Damit galt das regulierbare Sperrwerk als betriebsbereit. Die als reine Zweckgemeinschaft gegründete DOSbouw wurde satzungsgetreu am 30. Oktober 1986 aufgelöst und liquidiert.[8]

Bauwerke des Deltaprojekts

Zum Zeitpunkt der Eröffnung war das Gesamtprojekt im Mündungsgebiet der Oosterschelde jedoch noch nicht vollständig abgeschlossen. Der Bau der direkt angeschlossenen Sekundärdämme im Hinterland dauerte an. Der Oesterdam wurde ebenfalls 1986 fertiggestellt, gefolgt vom Philipsdam im Jahr 1987. Die über die Pfeilerkonstruktion des Wehrs verlaufende vierspurige Straße (heutige Nationalstraße N57) wurde im November 1987 finalisiert. Am 5. November 1987 eröffnete Prinzessin Juliana die Straßenverbindung, die seitdem die Inseln Schouwen-Duiveland und Noord-Beveland verbindet.[36][8]

Seit 2003[37] findet jährlich der Kustmarathon („Küstenmarathon“) statt, der von Schouwen-Duiveland über die Oosterscheldekering nach Noord-Beveland führt.[38]

Seit 2006 wurden die Freiflächen des Sturmflutsperrwerks sukzessive zum gleichnamigen Windpark Oosterscheldekering ausgebaut.

Am 4. Juli verlief die 1. Etappe der Tour de France 2010 mit Start in Rotterdam und Ziel in Brüssel durch die Provinz Zeeland und führte auch über das Oosterschelde-Sturmflutwehr. Am 5. Juli 2015 endete die 2. Etappe der Tour de France nach 166 Kilometern von Utrecht über Rotterdam auf der Arbeitsinsel Neeltje Jans am Oosterschelde-Sturmflutwehr.[39] Etappensieger wurde der deutsche Sprinter André Greipel vor Peter Sagan und Fabian Cancellara.[40]

Seit 2013 finden auf der Oosterscheldekering die Dutch Headwind Cycling Championships (Niederländische Meisterschaft im Gegenwindradeln) statt. Die wetterabhängige Meisterschaft wird erst drei Tage vor einem angekündigten Sturm mit mindestens Stärke 7 auf der Beaufortskala ausgerufen. Das exakt 8,5 Kilometer lange Einzelzeitfahren auf der exponierten Straße über die Oosterschelde wird mit traditionellen Hollandrädern ohne Gangschaltung abgehalten. Die ursprüngliche lokale Idee hat sich zu einem internationalen Kult-Event entwickelt. Der Veranstaltung, die auf rund 300 bis 325 Teilnehmer begrenzt ist, stehen über 11.000 Interessenten entgegen.[41][42]

Ende 2015 wurde für einen achtjährigen Testzyklus ein Gezeitenströmungskraftwerk in die Anlage integriert, das nach dessen erfolgreichem Abschluss im Spätsommer 2023 planmäßig zurückgebaut wurde.

Beschreibung

Grundsätzlicher Aufbau und Dimension

Längsschnitt durch den Strömungskanal des Oosterscheldekering am Beispiel des Pfeilers „Roompot 12“,
Hinweis: vertikale und horizontale Ausdehnungen sind nicht maßstäblich zueinander

Die Oosterscheldekering erstreckt sich über neun Kilometer in Nord-Süd-Richtung und verbindet in seiner zweiten Funktion als Verkehrsweg die beiden Inseln Schouwen-Duiveland und Noord-Beveland miteinander. Die teilweise durchlässige und steuerbare Flutwehranlage verfügt über drei Durchlassöffnungen.

Von Norden nach Süden sind das:

Weitere Informationen Durchlassöffnung, Breite des Stromkanals(*) ...
Technische Daten der Durchlassöffnungen der Oosterscheldekering
Durchlassöffnung Breite des Stromkanals(*) Maximale Wassertiefe(*) Anzahl der Pfeiler Anzahl der Schütze
Hammen 1.800 m 30 m[43] 16[44] 15[45]
Schaar van Roggenplaat 1.200 m 25 m[43] 13[44] 12[45]
Roompot 2.500 m 30–35 m[43] 36[44] 35[45]
Gesamt 5.500 m (reine Stromrinnen) — 65[44] 62[45]
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(*) gerundete Werte

   

Zwischen den Durchlassöffnungen wird die Oosterscheldekering von zwei künstlich aufgeschütteten Inseln (Roggenplaat und Neeltje Jans) unterbrochen. An den Durchlassöffnungen können insgesamt 62 Schützen – auch Tafelschütze oder Stahltoren bezeichnet – die Oosterschelde von der Nordsee abschotten. Die Tore sind jeweils 42 Meter breit.[46] Die Durchlassöffnungen folgen den natürlichen Gezeitenkanälen, die von der Nordsee in die Oosterschelde münden.[47]

Aufgrund der linearen Natur eines küstennahen Sperrwerks wird die Dimension der Oosterscheldekering primär durch ihre Gesamtlänge von 9 Kilometer charakterisiert. Die Länge der beweglichen Barriere mit den 62 Schützen beträgt 3 Kilometer. Die durchschnittliche Breite der Straßen- und Pfeilerkrone beträgt 30 Meter, woraus eine überbaute Fläche und die damit sichtbare Projektionsfläche von rund 270.000 Quadratmetern resultiert. Der physische Fußabdruck der 65 brutalistischen Betonpfeiler nimmt auf dem Meeresgrund eine reine Standfläche von rund 81.250 Quadratmetern ein. Die gesamte, konstruktiv bearbeitete Unterwasser-Grundfläche einschließlich der geotextilen Bodenschutzmatten gegen Erosion umfasst im tiefen Gezeitenstrom jedoch eine Fläche von 4,5 Quadratkilometern, was in etwa der Größe von 630 Fußballfeldern entspricht.[48]

Die Ausmaße des Sicherungsbauwerks sind so gestaltet, dass seine Belastungsgrenze einer extremen Jahrhundertflut standhält, die eine statistische Eintrittswahrscheinlichkeit von 0,025 % hat oder anders ausgedrückt im Mittel nur einmal pro 4000 Jahre stattfindet.[49]

Sturmflutsperrwerk

Das Herzstück der Funktion der Oosterscheldekering bilden die beweglichen Stahltore der Sperröffnungen beziehungsweise Schütze. Im Gegensatz zu massiven Deichen ist die Oosterscheldekering ein „offenes“ System: Im Normalzustand sind die Tore vollständig hochgefahren. Das Nordseewasser kann nahezu ungehindert in das Becken ein- und ausströmen, was den Erhalt des Salzgehalts und des Gezeitenhubs im Ästuar garantiert.

Bei einem prognostizierten Wasserstand von mehr als drei Metern über dem Amsterdamer Pegel (NAP) werden die Tore abgesenkt. Dieser Vorgang erfolgt elektromechanisch über hydraulische Zylinder, die paarweise an den Köpfen der Pfeiler befestigt sind. Die Zylinder bewegen die tonnenschweren Stahlschotten vertikal in Führungsschienen an den Pfeilerseiten.

Im geschlossenen Zustand bilden die Tore eine durchgehende Wand, die den Wellenschlag und den hydrostatischen Druck der Sturmflut auf die Pfeiler und damit in den tiefverdichteten Meeresboden ableitet.

Auf den Oberbalken des Wehrs verläuft ein durchgehender Brückenträger. Dieser dient nicht nur als öffentliche Verkehrsverbindung (N57) zwischen den Inseln Schouwen-Duiveland und Noord-Beveland, sondern beherbergt auch die Versorgungsleitungen und die Steuerungstechnik für die Hydrauliksysteme. Zudem ermöglicht die Brückenkonstruktion den Zugang für schwere Wartungsgeräte, die für die regelmäßige Prüfung der Tore und der beweglichen Mechanik unter den extremen Bedingungen des Salzwassers erforderlich sind.

Durch die Kombination aus massivem Betonbau und flexibler Stahlmechanik erreicht das Wehr eine prognostizierte Lebensdauer von über 200 Jahren, wobei die geometrische Brutto-Querschnittsfläche von 17.600 Quadratmetern sicherstellt, dass das Ökosystem der Oosterschelde trotz des Küstenschutzes funktionsfähig bleibt.[50][51]

Fundament

Blick in die trockengelegte Baugrube (1983). Die massiven Betonpfeiler wurden an Land vorgefertigt, bevor die Baugrube geflutet und die Pfeiler auf den vorbereiteten Gesteinsfundamenten im Meeresboden versenkt wurden.

Das Fundament der Oosterscheldekering wurde direkt auf dem ursprünglichen Meeresbett der Gezeitenkanäle ohne den Einsatz einer umschlossenen Baugrube errichtet.[52]

Das Fundament setzt sich aus einem mehrschichtigen, direkt auf dem Meeresboden errichteten Verbundsystem zusammen. Die Basis bildet ein künstlich eingebrachtes Bett aus grobem Sand, das die ausgehobene, instabile obere Schicht des Meeresbodens ersetzt und mechanisch tiefenverdichtet ist. Direkt auf diesem verdichteten Sandbett lagern großflächige, 41 Meter breite und 200 Meter lange Schutzmatten, die als direkte Unterlage für die Bauwerkspfeiler dienen. Auf den Matten stehen die massiven, monolithischen Betonpfeiler, deren rechteckige Grundflächen jeweils Abmessungen von 25 mal 50 Metern aufweisen. Die Unterseiten und Sockel der 65 Pfeiler sind vollständig von einer schweren Schutzschwelle umschlossen. Diese besteht aus verschiedenen, präzise abgestuften Gesteinslagen – beginnend bei kleinerem Kies (40–250 mm) über schwere Bruchsteine mehrerer Gewichtsklassen (zwischen 6 und 10 Tonnen) bis hin zu tonnenschweren monolithischen Betonblöcken mit einem Volumen von jeweils bis zu zwei Kubikmetern an den exponierten Außenbereichen.[53]

Der Bau des Fundaments auf dem instabilen Meeresboden der Oosterschelde stellte eine der größten logistischen und technischen Herausforderungen des Projekts dar. Um den extremen Strömungskräften standzuhalten, kam es am Meeresgrund zu einem enormen Materialeinsatz: Insgesamt wurden rund fünf Millionen Tonnen Stein- und Schüttgut verbaut, um das Fundament zu stabilisieren und den Boden gegen Unterspülung zu sichern. Diese gewaltige Menge macht die Oosterscheldekering bis heute zur materialintensivsten Küstenschutzbarriere der Erde und unterstreicht die enormen Dimensionen ihrer Unterwasserstruktur.[9]

Pfeiler

Für das Bauwerk wurden insgesamt 66 Pfeiler für die drei großen Gezeitenkanäle gegossen, wovon 65 direkt im Wehr verbaut sind und einer als Reserve diente. Dieser steht heute ungenutzt im Arbeitshafen bei Neeltje Jans (Lage) und kann besichtigt werden. Die Pfeiler variieren je nach Wassertiefe der jeweiligen Gezeitenkanäle zwischen 30 und 40 Meter. Damit haben die Pfeiler eine Masse zwischen 14.000 und 18.000 Tonnen. Die höchsten Pfeiler erreichten nach dem Baukastenprinzip mit zusätzlichen Aufbauten in der finalen Montage eine Gesamthöhe von bis zu 53 Metern. Die als Hohlkörper vorgefertigten Pfeiler wurden nach ihrem Absinken auf die Fundamentmatten im Inneren vollständig mit Sand und Steinen befüllt, um ihr finales Standgewicht zu erreichen.

Reservepfeiler 66

Um die Pfeiler extrem widerstandsfähig zu machen, wurde eine speziell konzipierte Betonrezeptur mit extrem hohem Hochofenzement-Anteil gewählt, um eine garantierte Mindestlebensdauer von 200 Jahren im aggressiven Nordseewasser zu gewährleisten. Dieser Hochofenzement besitzt einen sehr geringen Anteil an Portlandzementklinker. Das verhindert, dass die im Meerwasser gelösten Sulfate chemisch mit dem Beton reagieren und ihn von innen heraus sprengen (Sulfide- und Sulfatresistenz). Zudem entwickelt dieser Zement beim Aushärten während der Errichtungszeit weniger Eigenwärme, was thermische Risse im massiven Bauteil verhinderte. Der Wasserzementwert (w/z-Wert) wurde strikt auf 0,40 festgesetzt. Ein so niedriger Wert sorgt für ein extrem dichtes Porenumfeld. Dadurch kann das salzhaltige Meerwasser nicht tief in den Beton eindringen. Um die innen liegende Bewehrung vor der korrosiven Wirkung von Chloriden (Salz) zu schützen, wurde eine außergewöhnlich dicke Betondeckung von mehreren Zentimetern um den Stahlmantel vorgeschrieben. Und schließlich hat neben der Materialwahl auch die Verfahrenstechnik einen Einfluss auf die Langlebigkeit der Betonpfeiler. Die wurden im trockenen Baudock der künstlichen Insel Neeltje Jans als Spannbeton-Konstruktionen gegossen. Da jeder Pfeiler bis zu 18.000 Tonnen wiegt und rund 7.000 Kubikmeter Beton verschlang, dauerte die kontrollierte Aushärtung eines einzigen Pfeilers knapp 1,5 Jahre.[54][55]

Schwelle

Die Schwelle (niederländisch „drempel“) bildet das fundamentale Bindeglied zwischen den tief im Meeresboden verankerten Fundamentmatten und den beweglichen Verschlussorganen des Stauwehrs. Sie hat sowohl eine hydraulisch abdichtende als auch eine statisch stabilisierende Funktion innerhalb der Gesamtkonstruktion. Technisch setzt sich die Schwelle aus zwei Hauptkomponenten zusammen: den vorgefertigten Schwellenbalken (niederländisch „dorpelbalken“) und einem massiven Steinschüttdamm.[56]

Die Schwellenbalken sind schwere Stahlbeton-Hohlkörper, die nach dem Versenken der Pfeiler horizontal auf dem Meeresboden zwischen den einzelnen Pfeilerkonstruktionen platziert wurden. Sie dienen als präziser, starrer Anschlag für die vertikal absenkbaren Schützen. Fahren die Schütze im Falle einer Sturmflut herab, setzen sie bündig auf der Oberseite der Schwellenbalken auf, wodurch die Durchflussöffnungen nach unten hin strömungsdicht verriegelt werden. Durch diese Trennung wird verhindert, dass die enormen Druckunterschiede bei auflaufendem Hochwasser den Untergrund im direkten Torbereich unterspülen.[57]

Um die Standsicherheit der Pfeiler gegen die enormen horizontalen Schubkräfte des Wassers zu gewährleisten und ein Kippen der Konstruktion zu verhindern, wurde die gesamte Schwellenstruktur in einen meterhohen Damm aus Wasserbausteinen eingebettet. Da die Niederlande nicht über ausreichende natürliche Vorkommen verfügen, mussten für diese Schüttung rund fünf Millionen Tonnen Naturstein aus Deutschland, Belgien und Skandinavien importiert werden.[58]

Der Damm ist als sorgfältig berechnetes Filtersystem aufgebaut: Direkt auf den Fundamentmatten liegen zunächst kleinere Gesteinskörnungen und schwerer Wasserbauasphalt, um feine Sandpartikel des Meeresbodens zu fixieren. Nach oben hin steigen die Steinmaße schrittweise an, bis die äußere Deckschicht von tonnenschweren Bruchsteinen und Betonblöcken abgeschlossen wird. Diese massive Steinschüttung bricht die kinetische Energie der Gezeitenströmung im Bereich der Schwellenbalken und verhindert Erosionserscheinungen (Kolkbildung) an den Fundamenten. Zusammen mit den Schwellenbalken bewirkt der Steindamm zudem eine künstliche Anhebung des Meeresbodens im Bereich des Sperrwerks, was die zu verschließende Querschnittsfläche und damit die erforderliche Höhe der beweglichen Stahltore signifikant reduzierte.

Oberbau

Der Oberbau mit den Teilen:
(1) Straßenhohlträger (2) Pfeileraufsatz
(3) Jochbalken (4) Schütz (5) Schwellenbalken

Der Oberbau der Oosterscheldekering stellt das funktionale und verkehrstechnische Bindeglied des gesamten Sturmflutbauwerks dar. Er umfasst zudem alle oberirdischen Komponenten, die für die mechanische Bewegung der Tore, die statische Aussteifung und die integrierte Infrastruktur verantwortlich sind.[56]

Die Hauptachse des Oberbaus wird durch großvolumige Hohlkastenträger aus Stahlbeton gebildet. Diese schachtartigen Träger spannen sich über die Pfeilerköpfe. Sie dienen auf ihrer Oberseite als Fahrbahndecke für die zweispurige Kraftfahrstraße N57 sowie für einen separaten kombinierten Rad- und Fußweg. Im geschützten Innenraum dieser Betonhohlträger verläuft ein durchgehender Tunnel. Dieser nimmt die gesamte elektrische Infrastruktur, Steuerungsleitungen sowie die Versorgungsmedien für das Gesamtsperrwerk auf. Auf den eigentlichen Flutpfeilern sitzen speziell geformte Pfeileraufsätze. Sie fungieren als statische Knotenpunkte, welche die Lasten der Brückenträger vertikal ableiten und gleichzeitig die mechanischen Verankerungen der Wehrtechnik aufnehmen. Der bewegliche Teil des Oberbaus ist für den aktiven Sturmflutschutz dimensioniert. Zwischen den Pfeilern sind 62 Stahltore (Schütze) aufgehängt, die im Normalzustand komplett geöffnet sind, um den ökologisch wichtigen Gezeitenstrom (Salzwasserdynamik) der Oosterschelde zu erhalten.[59] An den Flanken der Pfeileraufsätze sind massive, doppelt wirkende Hydraulikzylinder installiert. Pro Tor übernehmen zwei dieser Hydraulikstempel die vertikale Bewegung. Die Steuerung erfolgt vollautomatisch oder manuell über die zentralen Betriebsstationen. Der Oberbau beinhaltet schwere obere Querriegel (Jochbalken), an denen die Tore in geöffneter Position arretiert und stabilisiert werden. Sie bilden die obere Begrenzung der Durchlassöffnung. Sie fangen im geschlossenen Zustand zusammen mit den massiven seitlichen Führungsschienen die enormen horizontalen Druckkräfte der Nordseewellen auf und leiten diese in die Pfeiler ab. Diese sind als hohle, versteifte Kastenkonstruktionen aus Stahl ausgeführt. Sie besitzen eine Länge von ca. 42 Metern und eine Höhe zwischen 6 und 12 Metern. Ihr Eigengewicht variiert je nach Position in den Strömungsrinnen zwischen 260 und 480 Tonnen. Bei einer drohenden Sturmflut ab einem Pegel von 3 Metern über NAP wird der Oberbau aktiviert, sodass die Tore innerhalb von rund 90 Minuten komplett herabgelassen werden können.[9]

Roompot-Schleuse und -Kanal

Infotafel zum UKW-Radiokanalempfang an der Roompot-Schleuse

Im südlichen Abschnitt des Damms befindet sich im Deichstück Noordland die Roompot-Schleuse (Lage). Die Schleusenkammer misst 100 × 16,5 Meter, die Sohle liegt 6,5 Meter unter dem Meeresspiegel. Sie dient kleinen Handelsschiffen, Fischerei- und Wassersportfahrzeugen als Durchlass zwischen der Nordsee und der Oosterschelde. Die Schleuse verfügt an der Seite zur Oosterschelde einen Binnenhafen und einen Außenhafen auf der Meeresseite mit allen erforderlichen Leitwerken.[60]

Direkt angrenzend an diese Schleusenanlage verläuft der Roompot-Kanal, welcher mit einer maximalen Tiefe von 35 Metern die tiefste der insgesamt drei Hauptströmungsrinnen – neben Hammen und Schaar – im Mündungsgebiet der Oosterschelde bildet.[47] Zum Schutz vor den extremen Gezeitenkräften wurde das sandige Bett im gesamten Roompot-Kanal durch eine massive, mehrlagige Steinschüttung sowie durch großflächige Asphalt- und Gewebematten gegen Bodenerosion gesichert.[61] Durch das Oosterschelde-Sperrwerk verengt sich die freie Strömungsöffnung im Roompot-Kanal erheblich, weshalb dort unter normalen Gezeitenbedingungen sehr hohe Fliessgeschwindigkeiten von bis zu 5 m/s auftreten.[62] Für die sichere Funktion des Sperrwerks im Roompot-Bereich wurden im Vorfeld der Konstruktion hochkomplexe hydraulische Massstabsmodelle sowie numerische WAQUA-Strömungssimulationen eingesetzt, um die Strömungsbelastung, lokale Kolkbildungen am Kanalboden und den exakten Abflusskoeffizienten im direkten Umfeld der Schleusen- und Wehranlage zu berechnen.[63]

Ehemaliges Gezeitenströmungskraftwerk

Hochgeklappte Rotoren des Gezeitenkraftwerks (2016)

Das Gezeitenströmungskraftwerk Oosterscheldekering, installiert Ende 2015, nahm im Juni 2016 den Dauerbetrieb auf und wurde nach erfolgreichem achtjährigem Betrieb im Spätsommer 2023 planmäßig zurückgebaut. Mit einer Nennleistung von 1,25 MW (5 × 250 kW Tocardo T-2 Turbinen) erzielte die Anlage eine erwartete Jahresproduktion von ca. 1.400 MWh und stellte zeitweise über 50 % der operativen Gezeitenkraftkapazität der Europäischen Union. Der produzierte Strom reichte für etwa 1000 Haushalte.[64] Die 50 Meter lange und 500 Tonnen schwere Gesamtkonstruktion wurde im Pfeilerzwischenraum des Fluttores Nr. 8 in der Roompot-Rinne[64] des Sturmflutwehrs eingehängt, ohne die Statik des Wehrs durch Bohrungen zu beschädigen.[65] Das Projekt wurde vom niederländischen Hersteller Tocardo entwickelt. Nach einer Insolvenz und Umstrukturierung übernahm 2020 ein britisches Joint Venture von zwei Unternehmen die Anlage und startete sie im Februar 2021 neu.[66]

Die Genehmigungen und der technische Lebenszyklus der installierten T-2-Turbinen waren auf einen Zeitraum von rund acht Jahren ausgelegt. Nach Ablauf dieses Zeitraums im Jahr 2023 war die offizielle Testphase erfolgreich abgeschlossen. Grund für den nur vorübergehenden Einsatz sind auch die strengen Umweltauflagen und Schutz der Meeresfauna, da das Sturmflutwehr in dem ökologisch sensiblen Schutzgebiet Nationalpark Oosterschelde liegt.[67][68] Es galt zum Zeitpunkt des Betriebs als die weltweit längste kommerziell betriebene Gezeitenturbinen-Anlage und lief laut Hersteller ohne größere technische Ausfälle und galt damit als zuverlässig.[69]

Windpark Oosterscheldekering

Sicht auf den nördlichen Windpark

Die Windparks Oosterscheldekering (niederländisch Windparken Oosterscheldekering) bilden eine zusammenhängende Gruppe von Windkraftanlagen, die auf den ehemaligen Arbeitsinseln und Dämmen des Sturmflutwehrs errichtet wurden. Die Anfänge der Windenergienutzung an diesem Standort reichen bis in das Jahr 1980 zurück, als auf Neeltje Jans eine erste Versuchsanlage gebaut wurde;[70] ab 1990 folgte die systematische Errichtung kleinerer Windparks. Die heutigen 32 Windkraftanlagen (→ Liste von Windkraftanlagen in den Niederlanden) befinden sich auf den Inseln Roggenplaat und Neeltje Jans, rund um die Roompotschleuse sowie an weiteren exponierten Stellen entlang der unterschiedlichen Häfen der Anlage, darunter der Jacobahaven. Das weitläufige Areal gilt aufgrund der Kombination aus Küstenschutz, Energieerzeugung und Naturschutz als ein viel beachtetes Beispiel integrierter Raumplanung.[71]

Gemarkungstechnisch befinden sich die Windparks auf dem Gemeindegebiet der zeeländischen Gemeinde Veere (Insel Neeltje Jans), Noord-Beveland (Jacobahaven) und Schouwen-Duiveland (Roggenplaat). Die kaufmännische und technische Betriebsführung der verschiedenen Teilparks (wie Bouwdokken, Binnenhaven oder Roggeplaat-West) liegt zentral beim Unternehmen E-Connection.[72]

Das weitläufige Gebiet wurde in den Jahren 2006, 2012 und 2021 sukzessive mit Anlagen von Vestas und Enercon ausgerüstet. Mittlerweile wurden ältere Anlagen durch neuere und größere ersetzt. Weitere Umbaumaßnahmen sind bis 2027 vorgesehen. Die Nabenhöhe der größten Anlagen soll dann bis zu 140 Meter betragen. Mit dem Rotor beträgt die Spitzenhöhe bis zu 215 Meter.[73]

Die 32 Anlagen weisen eine Leistung von 120 MW auf und haben eine Jahresstromproduktion von rund 440 Millionen kWh, die damit rund 147.000 Haushalte mit Strom versorgen.[72] Der erzeugte Strom wird über ein eigenes Umspannwerk auf Neeltje Jans gebündelt und über eine 150-kV-Kabelverbindung in das nationale Hochspannungsnetz eingespeist. Da die Anlagen im Nationalpark Oosterschelde stehen, wurden begleitend ökologische Ausgleichsmaßnahmen umgesetzt, wie das Verankern von speziellen Brutflößen für Flussseeschwalben und das Einrichten von Hochwasservluchtplätzen für Seevögel.[74]

Der Windpark teilt sich in folgende sieben Bereiche auf:

Weitere Informationen Name Windpark, Anzahl Windturbinen ...
Name Windpark Anzahl
Windturbinen
Leistung (MW)
je Anlage
Versorgte
Haushalte
Typ (WKA) Höhe Nabe/Gesamt (m)
Binnenhaven 4 4,3 23.100 Vestas 103 / 204
Bouwdokken 9 4,2 48.200 Enercon E126 EP4 99 / 162,5
Jacobahaven 3 3,0 8.500 Vestas V90 80 / 125
Noordland Buitenhaven 4 2×3,0 und 2×4,3 18.400 Vestas V90, V136 80 / 125 bzw. 136 / 204
Poolvoet 2 4,0 8.400 Enercon E126 EP4 96 / 159,6
Roggenplaat (Oost, West) 6 4×2,3 und 2×4,3 19.400 Enercon E-82, V117 78 / 119 bzw. 91,5 / 150
Vluchthaven 4 1×3,0 und 3×4,3 20.600 V90, V136 80 / 125 bzw. 136 / 204
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Häfen der Oosterscheldekering

Der Bau der Oosterscheldekering und der zugehörigen Schutzdeiche zwischen 1969 und 1986 erforderte eine umfangreiche maritime Logistikinfrastruktur. Entlang der rund neun Kilometer langen Trasse wurden auf den künstlichen Arbeitsinseln sowie an den angrenzenden Festlandsküsten mehrere Häfen angelegt. Diese dienten während der Bauphase als Konstruktionsbecken, Materiallager und Schutzhäfen für die spezialisierte Flotte der Deltawerke. Nach der Fertigstellung des Bauwerks wurden die Hafenanlagen teilweise für die kommerzielle Nutzung (Fischerei und Muschelzucht) sowie für den Tourismus als Marinas freigegeben. Ein Teil der Häfen verbleibt jedoch im Staatsbesitz der Behörde Rijkswaterstaat und dient bis heute als gesperrte Logistikbasis für die Wartung der Wehranlagen und der lokalen Windparks. Die folgende Tabelle bietet eine Übersicht der Häfen in geografischer Reihenfolge von Norden nach Süden.

Weitere Informationen Hafenname, Lage / Abschnitt ...
Hafenname Lage / Abschnitt Primäre Funktion heute Zugang für die Öffentlichkeit
Werkhaven Schelphoek Schouwen-Duiveland (Nordküste)
(Lage)
Naturgebiet, lokale Liegeplätze Eingeschränkt (Lokale Liegeplätze vorhanden)
Roggenplaathaven Inselkern Roggenplaat
(Lage)
Wartung des Wehrs und der Windkraftanlagen Gesperrt (Nur Behörden/Techniker)
Noordlandhaven Neeltje Jans (Westseite / Nordsee)
(Lage)
Fischerei, Muschelzucht, Berufsschifffahrt Gesperrt (Reiner Gewerbehafen)
Vluchthaven Neeltje Jans Neeltje Jans (Ostseite / Oosterschelde)
(Lage)
Schutzhafen, Anleger für Rundfahrtschiffe Offen (Für Ausflugsschiffe und Notfälle)
Mattenhaven Neeltje Jans (Zentrum)
(Lage)
Historisches Baubecken (Deltapark-Areal) Offen (Teilweise touristisch zugänglich)
Roompotsluishaven Neeltje Jans (Südseite an der Schleuse)
(Lage)
Vorhafen für Schleusengänger, KNRM-Rettungsstation Offen (Wartebereich für die Schleuse)
Jacobahaven Noord-Beveland (Südende des Wehrs)
(Lage)
Moderner Yachthafen und Marina Offen (Frei zugänglich für Sportboote)
Burghsluis (WSV) Schouwen-Duiveland (Ufer nahe dem Wehr)
(Lage)
Vereinshafen für Segler und Freizeitschifffahrt Offen (Frei zugänglich für Sportboote)
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Quellen: [75][76][77][78][79]

Betrieb

Operativer Betrieb und Kontrollzentrum

Die Steuerung der Oosterscheldekering ist ein technologisches komplexes System, da sie ein austariertes Gleichgewicht aus Sicherheit, Automatisierung und Redundanz bewältigen muss. Da das Sperrwerk im Alltag offen steht, um die Gezeiten zu erhalten, schützt das Steuerungssystem das Hinterland nur im Ernstfall vor Katastrophen. Zudem wird das System viermal im Jahr für Tests heruntergelassen. Diese Funktionsprüfungen teilen sich auf in zwei manuelle Schließungen im Januar und Juli sowie zwei automatische Testläufe im April und Oktober, bei denen eine Software eine Sturmflut simuliert, um das computergestützte Notsystem zu prüfen. Ergänzend findet ein zweiwöchentlicher Routinecheck statt, bei dem die Tore jeweils um einen Meter abgesenkt werden.[50]

Das Kontrollzentrum Ir. J.W. Topshuis

Die gesamte Anlage wird vom Ir. J.W. Topshuis (Lage) – benannt nach dem niederländischen Bauingenieur ir. J.W. (Hans) Tops –[80] aus gesteuert. Dabei handelt es sich um das markante Kontrollzentrum auf der ehemaligen künstlichen Arbeitsinsel Neeltje Jans. Dort laufen alle Sensordaten zusammen. In der Schaltzentrale befindet sich symbolisch wie funktional der „rote Knopf“, mit dem die Schließung eingeleitet werden kann. Die Schließungen werden nach physikalischen Kriterien gesetzlich definiert. Ab einem prognostizierten Wasserstand von + 3,00 Metern über dem Amsterdamer Pegel (NAP) wird das Wehr geschlossen. Seit der Inbetriebnahme im Jahr 1986 wurde das Wehr, abgesehen von Testschließungen, erst knapp 30 Mal bei echten Sturmfluten geschlossen. Im Durchschnitt passiert dies etwa einmal pro Jahr. Für den Fall, dass das Kontrollzentrum evakuiert werden muss oder das Personal ausfällt, verfügt die Oosterscheldekering über ein vollautomatisches Notsystem. Sobald die Sensoren den entsprechenden Wasserstand melden löst der Computer die Schließung vollautomatisch aus.[81] Jedes der insgesamt 62 Stahltore ist 42 Meter breit und wird mit massiven Hydraulikzylindern bewegt. Sensoren überwachen die exakte Position und den Gleichlauf jedes Tores, damit sich die Schieber in den Führungen nicht verkanten. Der komplette Schließvorgang für alle Tore dauert zwischen 82 und 90 Minuten.[82] Neben der regulären Anbindung an das Stromnetz verfügt die Insel Neeltje Jans über eigene Notstromgeneratoren, die die riesigen Hydraulikpumpen auch bei einem totalen Stromausfall der niederländischen Infrastruktur tagelang autark mit Energie versorgen können.[83]

Wartungsarbeiten und Modernisierung

Da das Sperrwerk permanent den aggressiven Einflüssen von Salzwasser, Wind und Gezeitenströmungen ausgesetzt ist, erfordert es einen ununterbrochenen Wartungszyklus. Die bauliche Struktur der Anlage ist zwar für eine Lebensdauer von bis zu 200 Jahren ausgelegt,[84] viele mechanische und elektronische Komponenten erreichen jedoch nach rund 40 Betriebsjahren das Ende ihrer technischen Laufzeit. Aus diesem Grund führt die staatliche Baubehörde Rijkswaterstaat seit den 2010er Jahren das umfangreichste Modernisierungs- und Sanierungsprogramm seit der Fertigstellung des Bauwerks durch.[85]

Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf dem kontinuierlichen Korrosionsschutz der 62 massiven Stahltore, die in einem rotierenden System etwa alle zehn bis zwölf Jahre sandgestrahlt und neu lackiert werden müssen. Um diese Arbeiten wirtschaftlich und wetterunabhängig direkt vor Ort durchzuführen, kommt eine schwimmende, wasserdichte Spezialkonstruktion zum Einsatz. Dieses mobile Trockendock wird passgenau um das zu bearbeitende Tor gesetzt und leergepumpt, sodass die Arbeiter trocken an den Stahlwänden arbeiten können. Parallel dazu läuft ein langfristiges Großprojekt zur Erneuerung der 124 großen Hydraulikzylinder, welche die Tore bewegen. Diese Zylinder werden schrittweise demontiert, per Schiff abtransportiert, in Spezialwerften generalüberholt oder vollständig ersetzt. Im Zuge dieser Maßnahme erfolgt auch die Umstellung auf biologisch abbaubare Hydraulikflüssigkeiten, um das Risiko von Umweltschäden bei potenziellen Leckagen zu minimieren.[86][87][88]

Neben der Mechanik wurde auch die gesamte digitale Infrastruktur modernisiert. Das ursprüngliche computergestützte Betriebssystem aus den 1980er-Jahren wurde durch ein vollständig redundantes Steuerungssystem ersetzt. Dieses erfüllt aktuelle Standards der Cybersicherheit und verarbeitet die Daten zahlreicher neuer Sensoren, die den Zustand der Pfeiler und Tore lückenlos überwachen.[89]

Unter der Wasseroberfläche sichern regelmäßige Inspektionen durch Taucher und ferngesteuerte Unterwasserroboter (ROVs) das Fundament. Sie prüfen den Meeresboden auf Kolkbildung und stellen sicher, dass die zum Schutz ausgelegten Steinmatten nicht unterspült werden. Größere Auswirkungen auf den Betrieb wirft zudem der globale Klimawandel auf: Untersuchungen des Forschungsinstituts Deltares zeigen, dass das Sperrwerk aufgrund des steigenden Meeresspiegels in Zukunft deutlich häufiger geschlossen werden muss. Während die aktuelle Konstruktion voraussichtlich bis zum Jahr 2075 einen ausreichenden Schutz bietet, werden bereits jetzt strategische Konzepte für eine spätere technische Nachrüstung oder modifizierte Schließkriterien erarbeitet.[90]

Auswirkungen und Bedeutung

Ökologische Folgen

Seehunde an der Oosterschelde
Luftbild der Roggenplaat-Sandbank in der Oosterschelde

Der Bau der Oosterscheldekering wird oft als Beispiel für den historischen Wandel im Wasserbau angeführt: weg vom rein technischen Hochwasserschutz, hin zum ökologischen Kompromissbau. Auch wenn die Gezeiten durch die offenen Tore erhalten blieben, brachte das Bauwerk gravierende ökologische Veränderungen mit sich, die Wissenschaftler bis heute beschäftigen. Durch die offene Bauweise konnte das grundlegende maritime Ökosystem bewahrt und die Region gleichzeitig vor den Folgen des Klimawandels geschützt werden. Zum einen wurde der Salzgehalt erhalten, sodass die Oosterschelde ein artenreicher Meeresarm blieb. Da das Wehr die meiste Zeit offen steht, ist das Becken ein stabiler Lebensraum für Seehunde und Schweinswale geworden. Die Gezeitendynamik sichert das Überleben seltener mariner Arten wie Sepien (Tintenfische) und Seescheiden und trägt damit auch der Unterwasser-Biodiversität Rechnung.

Neben diesen Bestandserhaltungen bleiben gravierende Kernfolgen. Durch die 65 massiven Betonpfeiler und Schwellen am Meeresboden wird die Mündung erheblich verengt und die physikalische Dynamik des Gewässers signifikant verändert. So wurde der Wasseraustausch bei Ebbe und Flut um über 70 % reduziert, was eine Absenkung des Tidenhubs um 34 % zur Folge hatte – von ehemals 3,40 Meter auf etwa 2,25 Meter.[91] Die Hochwasserstände sind seither niedriger, die Tiefststände bei Ebbe höher. Das zentrale und bis heute ungelöste ökologische Problem ist der sogenannte Sandhunger. Durch die verlangsamte Strömung transportiert das Wasser nicht mehr genügend neuen Sand und Schlick aus der Nordsee in die Oosterschelde. Gleichzeitig erodieren die Wellen im Inneren des Beckens die bestehenden Sandbänke, Schlicke und Wattflächen. Der Sand rutscht in die tieferen Fahrrinnen ab und wird nicht mehr durch die Flut nach oben transportiert. Seit 1986 verliert die Oosterschelde jährlich wertvolle Wattflächen. Langzeitprognosen zeigen, dass ohne fortlaufende, kostenintensive Sandaufspülungen bis zum Ende des Jahrhunderts ein Großteil der trockenfallenden Bänke dauerhaft unter Wasser liegen wird. Das Verschwinden der Wattflächen unterbricht eine essenzielle Nahrungskette, führt damit zum Verlust von Rastplätzen bei Zugvögeln, verkürzt die Fresszeiten und sorgt für Nährstoffmangel, was das Wachstum von Plankton und Muscheln bremst.[92]

Die ökologische Balance der Oosterschelde beruht nicht allein auf dem Küstensperrwerk, sondern erfordert ein komplexes Zusammenspiel im Delta. Erst der Bau der landeinwärts gelegenen Kompartimentierungsdämme – wie Philipsdam und Oesterdam – stabilisierte das System.[93] Diese Binnendämme trennen das Salzwasser der Oosterschelde strikt vom Süßwasser der Flüsse und verkleinerten gleichzeitig das Beckenvolumen. Ohne diese künstliche Verkleinerung wäre das Gezeitenvolumen durch die verengte Nordseemündung noch dramatischer eingebrochen. Die Oosterschelde wäre zu einem stehenden, brackigen Gewässer geworden. Erst die Kombination aus offener Meeresbarriere und innerer Abriegelung sicherte den dauerhaften Salzgehalt und bewahrte das marine Ökosystem vor dem Kollaps.[94]

Verkehrstechnische Bedeutung und regionale Entwicklung

N57 über die Oosterschelde

Seit dem 5. November 1987[95] führt die N57 als Teilabschnitt über das Oosterschelde-Sperrwerk. Die Fahrspur für den motorisierten Individualverkehr ist einspurig. Eine praktisch parallel zur N57 führende Landstraße (Hoogh Plaetweg) ist dem Fuß- und Radverkehr sowie Fahrzeugen des Unterhaltsdienstes des Oosterschelde-Sperrwerks vorbehalten. Auf der Insel Neeltje Jans gibt es Abfahrmöglichkeiten von der N57, die insbesondere auf Parkplätze zum Deltapark Neeltje Jans (Lage) und zum Dienstgebäude führen. Darüber hinaus gibt es weitere nicht-öffentliche Wege für Techniker der Anlage. Auf Roggenplaat gibt es nicht-öffentliche Versorgungswege; für den Individualverkehr ist auf der Insel keine Haltemöglichkeit eingerichtet.

Das durchschnittliche Verkehrsaufkommen über das Jahr gemittelt liegt im Bereich des Sturmflutwehrs bei rund 11.000 bis 14.000 Kraftfahrzeugen pro Tag.[96] Da die N57 stark touristisch geprägt ist, schwanken die Zahlen im Jahresverlauf extrem. Während das Verkehrsaufkommen in den Wintermonaten auf unter 8.000 Fahrzeuge am Tag sinkt, verdoppelt es sich in der Hauptsaison (Juli/August) sowie an verlängerten Wochenenden durch den massiven Zustrom von Urlaubern aus Deutschland und dem Landesinneren auf teils über 20.000 Fahrzeuge pro Tag. Der Anteil des Schwerlastverkehrs ist in diesem Abschnitt mit etwa 10 % vergleichsweise gering.

Die N57 hat die wirtschaftliche Landkarte Zeelands, insbesondere seit dem Ende der 1990er Jahre, fundamental verändert. Mit dem Lückenschluss und dem kontinuierlichen Ausbau der Dammenroute wandelte sich die Infrastruktur der Region von der einer isolierten Insellandschaft zu einem hochgradig vernetzten Wirtschaftsraum.[97] Entlang der neuen Nord-Süd-Route wurde insbesondere der Hafen Rotterdam-Europoort mit dem Wirtschaftsraum in Antwerpen verbunden, was Industrie und Wirtschaft bedeutende Impulse gab.[98]

Die steigende Verkehrsbelastung auf der über weite Strecken nur zweispurigen Straße ohne bauliche Mitteltrennung führte allerdings ab den 1990er Jahren zu einer signifikanten Häufung schwerer Unfälle. Die N57 wurde in den niederländischen Medien und der Bevölkerung häufig als „Dodenweg“ („Todesstraße“) bezeichnet. Dies zwang die Straßenbaubehörde Rijkswaterstaat ab den 2000er Jahren zu massiven, teuren Investitionen in die Sicherheit zum Beispiel durch Einrichtung von Turbokreisel/Kreisverkehren, Überholverboten und physischen Barrieren, was den Verkehrsfluss phasenweise wieder drosselte.[99][100]

Die rund um die Uhr betriebene Roompot-Schleuse wird intensiv von der Berufsschifffahrt, vor allem von der lokalen Fischerei- und Muschelflotte aus Häfen wie Yerseke oder Bruinisse, sowie von Freizeitschiffern und Seglern genutzt. Jährlich passieren zwischen 20.000 und 30.000 Schiffe Roompot.[101][102] Schiffe mit einer Durchfahrtshöhe von über 20 Metern müssen auf die Schifffahrtswege bei Stellendam oder Vlissingen ausweichen. Zudem entstand durch den Bau der Deltawerk-Dämme ein gezeitenfreier Wasserweg zwischen Antwerpen und dem Rheindelta.[103]

Wirtschaftliche Bilanz und Tourismus

Kosten

Die reinen Baukosten für die Oosterscheldekering werden zwischen 5,7 bis 7,8 Milliarden Niederländischen Gulden angegeben. Während der Planungsphase Ende der 1960er Jahre schätze man noch etwa 2 Milliarden Gulden. Aufgrund massiver Widerstände von Umweltschützern und der lokalen Fischereiindustrie entschied man sich, ein offenes, variables Sturmflutwehr zu bauen. Diese technische Planänderung trieb die Kosten drastisch in die Höhe, da statt einer einfachen Aufschüttung eine hochkomplexe Konstruktion aus 65 Betonpfeilern und 62 beweglichen Schütze realisiert werden musste.[104] Die Gesamtkosten lassen sich in vier Hauptpositionen unterteilen:

  • 20–25 % der Kosten: Einsatz der hochspezialisierten Schiffsflotte sowie dem Bau der künstlichen Arbeitsinsel Neeltje Jans[105]
  • 10 % der Kosten: 62 massive Stahltore und hydraulische Zylinder dafür[105]
  • 25–30 % der Kosten: Fundamentierung und Unterwassermatten[58]
  • 30–35 % der Kosten: Betonpfeiler, Straßenbrücke[105]

Laut der zuständigen niederländischen Behörde für Infrastruktur und Wassermanagement Rijkswaterstaat belaufen sich die jährlichen Unterhaltskosten des Stauwehrs auf rund 20 Millionen Euro.[106] Sie decken standardmäßige Arbeiten wie den permanenten Korrosionsschutz sowie die Wartung und den Betrieb der 124 Hydraulikzylinder.[107]

Tourismus

Hinweistafel zum Deltapark Neeltje Jans

Das Oosterschelde-Sperrwerk ist nicht nur ein Meilenstein des Küstenschutzes, sondern auch ein zentraler Tourismusmagnet der Provinz Zeeland,[108] der jährlich rund 300.000 Besucher anzieht.[109] Es gilt weltweit als Paradebeispiel für „Engineering-Tourismus“.[110] Das touristische Zentrum ist der Deltapark Neeltje Jans auf der gleichnamigen Insel. Der Park entstand direkt aus dem ursprünglichen Informationszentrum, das während der Bauphase für die Öffentlichkeit errichtet wurde. Besucher können hier das Innere eines originalen Betonpfeilers des Wehrs besichtigen. Zudem gibt es große Ausstellungen und Filme zur verheerenden Flutkatastrophe von 1953, die den Anstoß für die Deltawerke gab.

Durch das regulierbare Sperrwerk konnte die weltberühmte Muschel- und Austernzucht in der Oosterschelde rund um Yerseke gerettet werden. Damit werden indirekt auch „Gourmet-Touristen“ angezogen, welche die Region wegen der dortigen maritimen Gastronomie besuchen.[111]

Die Errichtung des Flutsperrwerks Oosterscheldekering im Jahr 1986 und der übergeordneten Deltawerke leitete einen wirtschaftlichen Strukturwandel in der Provinz Zeeland ein. Die neuen Damm- und Brückenverbindungen beendeten die relative Abgeschiedenheit der Region und öffneten die Halbinseln für den aufkommenden Individualtourismus aus Deutschland, Belgien und dem niederländischen Hinterland. Parallel dazu entstanden durch die großflächigen Abdämmungen völlig neue Wassersportreviere.[112]

Während 1970 noch 6 Millionen Touristen in Zeeland übernachteten, stiegen nach der Eröffnung aller Damm- und Brückenverbindungen die Übernachtungszahlen kontinuierlich an, so dass sie 2019 mit 11,1 Millionen einen Höchststand vor der COVID-19-Pandemie erreichten. Nach der Pandemie wurde die Erfassungsmethode durch das niederländische Zentralamt für Statistik Centraal Bureau voor de Statistiek (CBS) geändert. Nicht nur durch die Einführung einer Meldepflicht, sondern auch durch die Berücksichtigung des „grauen Marktes“ wie Airbnb, private Ferienhäuser, Mini-Campings, Bauernhöfe, Yachthäfen und private Zimmervermietungen wurden die Tourismuszahlen realistischer modelliert, so dass man 2024 eine Übernachtungszahl von 22 Millionen angeben konnte.[113][114]

Radwegenetz

Radweg-Beschilderung

Die Oosterscheldekering ist im zeeländischen Radnetz fest verankert – die Fahrt direkt über das Wehr verbindet unter anderem den Knotenpunkt 70 auf der Südseite mit der Nordseite Richtung Westenschouwen.[115] Darüber hinaus gibt es weitere regionale Themen- und Erlebnisrouten, welche das Bauwerk überqueren, so beispielsweise die 214 Kilometer lange Beleefroute[116] oder die 126 Kilometer lange Zeewese Wind Wielerroute,[117] die sich eher an Rennradfahrer ausrichtet. Die 140 Kilometer lange Oosterschelderoute umrundet den kompletten Nationalpark Oosterschelde sowie die Fahrt über die Zeelandbrücke im Osten und die Oosterscheldekering im Westen.

Daneben führt der EuroVelo 12 (North Sea Cycle Route) über 7000 Kilometer durch acht Länder rund um die Nordsee. Der niederländische Abschnitt nutzt das Sperrwerk, um die Inseln Schouwen-Duiveland und Noord-Beveland miteinander zu verbinden. Die über 600 Kilometer lange LF Kustroute führt entlang der niederländischen Nordseeküste. Die Oosterscheldekering liegt auf der Etappe 2 zwischen Vlissingen und Burgh-Haamstede.[118][119]

Auszeichnungen und Titel

Im Jahr 1994 wurde sie von der American Society of Civil Engineers (ASCE) im Verbund der niederländischen Nordseeschutzwerke (Netherlands North Sea Protection Works, bestehend aus den Deltawerken und den Zuiderzeewerken) in die Liste der „Sieben Wunder der modernen Welt“ aufgenommen. Mit dieser symbolischen Auszeichnung würdigte der weltweit renommierte Fachverband die bedeutendsten bautechnischen Meisterleistungen des 20. Jahrhunderts, die – analog zu den Weltwundern der Antike – technologische Grenzen verschoben und als wegweisende Pionierleistungen gelten. Die Jury hob dabei insbesondere die Bewältigung beispielloser hydraulischer und geotechnischer Herausforderungen hervor. Statt einer herkömmlichen, vollständigen Eindeichung der Meeresbucht entschieden sich die Ingenieure für ein hochkomplexes, mobiles Sturmflutsperrwerk mit großen Hubtoren. Diese wegweisende Konstruktion sichert den Hochwasserschutz für das Hinterland, während sie im Normalbetrieb den natürlichen Gezeitenstrom weitgehend unberührt lässt, um das dortige sensible Salzwasser-Ökosystem und die lokale Fischereiwirtschaft zu bewahren. Die Auszeichnung durch die ASCE unterstreicht somit nicht nur die enorme Dimension und die logistische Präzision des Bauwerks, sondern würdigt die Oosterscheldekering explizit als weltweites Paradebeispiel für eine nachhaltige und von globalem Nutzen geprägte Ingenieurökologie.[120]

Auch im allgemeinen Sprachgebrauch wird die Oosterscheldekering häufig als „Achtes Weltwunder“ bezeichnet. Dieser Begriff spiegelt die enorme gesellschaftliche Bewunderung für das Großbauwerk wider, das den Schutz der Niederlande vor dem Meer revolutionierte. Die Formulierung verdeutlicht, dass das Sperrwerk auch im kollektiven Bewusstsein als eine der größten menschengemachten Strukturen der Erde verankert ist.[121]

Unterstrichen wird diese Ausnahmestellung durch einen offiziellen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde: Im Verbund der Deltawerke wird die Oosterscheldekering dort als Teil des weltweit größten Hochwasserschutzprojekts geführt. Zudem hält das neun Kilometer lange Bauwerk selbst den spezifischen Weltrekord als größtes Gezeitensperrwerk der Erde. Diese globalen Bestmarken wurden mit der Fertigstellung und offiziellen Inbetriebnahme des Gesamtsystems im Jahr 1997 final im Rekordbuch verankert.[122]

Filme

  • Onze eeuwige strijd tegen het water – 25 jaar Deltawerken, Erstausstrahlung im Mai 2022, AVROTROS, 50 Minuten, Regie: Ronald Sistermans.
  • Operatie Oosterschelde, Omroep Zeeland, 2019, 68 Minuten, Regie: Joop Span. (hier online)
  • Beter ten halve gekeerd – Gevecht om de Oosterschelde, Erstausstrahlung 1. Dezember 2013, TV-Reihe Andere Tijden von NTR/VPRO, 30 Minuten, Regie: Hein Hoffmann. (hier online)

Literatur

  • Fraunhofer-Informationszentrum Raum und Bau (Hrsg.): Oosterschelde-Sperrwerk. Fraunhofer IRB Verlag, Stuttgart 2003.
  • Günter Kühn: Der machinelle Wasserbau. Teubner, Stuttgart 1997, ISBN 3-51905-259-8, S. 184–197.
  • Nigel Hawkes: Wunderwerke. Südwest Verlag, München 1998, ISBN 3-86047-250-X, S. 156–159.
  • Peter Schmidt (Hrsg.): Oosterschelde-Projekt. Fraunhofer IRB Verlag, Stuttgart 1994, ISBN 978-3-8167-1980-9.
  • De Oosterschelde Stormvloedkering Bouwcombinatie, Ministerie van Verkeer en Waterstaat (Hrsg.): Das Sturmflutwehr in der Oosterschelde. Erhaltung der Natur und Küstenschutz. Lakenman & Ochtmann, 1987.
  • Storm Surge Barrier Eastern Scheldt. Evaluation of water movement studies for design and contruction of the barrier. Delft Hydraulics 1989. (Digitalisat)
  • Projectorganisatie Stormvloedkering (Rijkswaterstaat) (Hrsg.:) Samenvatting Wittenota (Ontwerpnota stormvloedkering Boek 1), Ministerie van Verkeer en Waterstaat, Den Haag 1987 – Projektzusammenfassung
  • Eastern Scheldt Storm Surge Barrier. Proceedings of the Delta Barrier Symposium Rotterdam, 13–15 October 1982. Magazine Cement, ’s-Hertogenbosch 1982. (Digitalisat)
  • Louis Catlett, Richard Stanton, Orhan Yildiz: Controlling the Oosterschelde storm-surge barrier – A policy analysis of alternative strategies. Vol. 4, September 1979, ISBN 0-8330-0211-2. (Digitalisat)
Commons: Oosterscheldekering – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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